Die Theke über dem Bach „Zum Palsterkamp“ in Bad Rothenfelde Jahrzehnte ein Anziehungspunkt

Von Petra Ropers


Bad Rothenfelde. Vor 60 Jahren wechselte die traditionsreiche Pfingstlaube von ihrem Stammplatz an der Frankfurter Straße an den heutigen Standort in der Bahnhofstraße. Den vielen Besuchern war das Gelände bereits bestens vertraut. Schließlich führten gleich nebenan Werner und Anneliese, genannt Änne, Stönner eine beliebte Gastwirtschaft.

„Wer nach Bad Rothenfelde kam, kehrte erst einmal bei Änne zu Kaffee und Kuchen ein“, erinnert sich Werner Frankemann, der in seinem Fotoarchiv noch zahlreiche Aufnahmen aus den Anfangsjahren von Café und Wirtschaft hat. Deren Wurzeln reichen zurück bis in die Zeit des Königsreichs Preußen, dem Reisende auf dem damaligen Hof Spiering das fällige Wegegeld für Chausseen und Landstraßen zu entrichten hatten. „Wahrscheinlich wurde dabei auch schon der eine oder andere Schnaps ausgeschenkt“, vermutet Bärbel Holtgrewe.

Die Bad Rothenfelderin war von 1956 an bis zur Schließung der Gastwirtschaft für die Familie Spiering/Stönner tätig. Sie erinnert sich noch gut an die vielen zufriedenen Besucher, die nicht nur das Angebot der Gastwirtschaft nutzten. Sie schätzten auch das süße Verwöhnprogramm des Cafés. Denn bereits Anfang der 50er Jahre richtete Werner Stönner im angrenzenden Gebäudetrakt eine Bäckerei ein. „Die heutige Bahnhofstraße gab es zu der Zeit noch nicht“, berichtet Werner Frankemann.

Stattdessen führte der gesamte Verkehr über die Lindenallee, die - wie alte Aufnahmen belegen - ihren Namen in ihrem nördlichen Teilstück zu jener Zeit noch verdiente. Unter den Kronen der eindrucksvollen Bäume hielten auch die Kutschen der Landwirte, die auf dem Weg zur nahegelegenen Mühle in der Wirtschaft einen stärkenden Zwischenstopp einlegten. Während die Gäste gut gelaunt das obligatorische „Gedeck“ genossen, floss unter ihren Füßen unbemerkt der Mühlenbach. Schließlich lief der einst genau unter der Theke entlang.

Nicht ganz so entspannt wie in der fröhlichen Runde ging es zu, wenn das Amtsgericht Bad Iburg seinen Gerichtstag im Gasthaus „Zum Palsterkamp“ abhielt. Ende der 70er Jahre schlossen sich endgültig die Türen der Gastwirtschaft.

Für die Organisation und Ausrichtung der Pfingstlaube auf dem angrenzenden Gelände engagierte sich Sohn Helmut Stönner jedoch auch weiterhin, bis er 2011 schließlich die Veranstaltung mit einem Pachtvertrag zum symbolischen Preis von einem Euro an die Gemeinde übergab.