Schlankeres, gesünderes Leben Teutoburger-Wald-Klinik und Barmer starten Abnehmkurs

Bewegung macht Spaß. Das beweist diese fröhliche Runde mit Patienten, den Medizinern Stephan Oberstadt und Hans-Christian Purucker sowie Dirk Kache von der Barmer in der MitteFoto: Egmont SeilerBewegung macht Spaß. Das beweist diese fröhliche Runde mit Patienten, den Medizinern Stephan Oberstadt und Hans-Christian Purucker sowie Dirk Kache von der Barmer in der MitteFoto: Egmont Seiler

Bad Rothenfelde. Die Deutschen werden immer dicker –und dadurch immer kränker. Gegen diese Entwicklung macht sich die Teutoburger-Wald-Klinik in Bad Rothenfelde stark. Sie behandelt unter anderem viele Patienten mit Stoffwechselerkrankungen wie Übergewicht und Diabetes. Eine Premiere ist dabei ein ambulantes Angebot für Menschen mit zu viel Speck auf den Rippen: In Zusammenarbeit mit der Krankenkasse Barmer beginnt im Frühjahr das Programm Mobilis.

Gedacht ist das einjährige Programm für Menschen mit einem BMI zwischen 30 und 40. Für die Berechnung gibt es Tabellen. Ein Beispiel: Ein Mann, der bei einer Größe von 1,85 Meter 110 Kilo wiegt, hat einen BMI von 32,1 und ist damit stark übergewichtig. „Zwei Drittel der Deutschen sind übergewichtig“, berichtet Stephan Oberstadt, Internist und Ernährungsexperte in der Teutoburger-Wald-Klinik. Jeder Fünfte sei sogar fettleibig.

Die Folgen sind dramatisch: Mit Adipositas ist das Risiko für einen Typ-II-Diabetes dreifach erhöht. Große Risiken gibt es auch für erhöhte Blutfettwerte, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gicht. „Außerdem haben die Betroffenen eine deutlich schlechtere Lebensqualität“, so Oberstadt, ob durch eine soziale Stigmatisierung oder Krankheiten. Das Problem ist der moderne Alltag. Während sich unsere Vorfahren in Neandertalzeit in einem Radius von 40 Kilometern zehn bis zwölf Stunden am Tag zu Fuß bewegten, läuft der Mensch im Jahr 2014 gerade mal zwei Kilometer pro Tag. Wer da täglich nur 140 Kalorien zu viel vertilgt, sammelt im Laufe eines Jahres acht Kilo Fettgewebe an. Ein Bier am Tag reicht aus.

Mobilis steht für ein „bewegtes Abnehmen“ ohne Pülverchen, ohne Blutgruppendiät oder ähnliche Mätzchen. Das 2002 von der Uni Freiburg und der Sporthochschule Köln entwickelte Programm setzt auf eine Änderung des Lebensstils in Selbstverantwortung. 6000 Patienten haben bereits mit Mobilis einen Schritt in Richtung Gesundheit gemacht. Das Programm ruht auf drei Säulen: Bewegung, Gruppensitzungen und Aufgaben für Zuhause. Ziel ist es, die Teilnehmer zu neuen – guten – Gewohnheiten anzuleiten, die diese im Laufe des Kursjahres immer eigenständiger durchziehen. Und ganz wichtig: „Verbote sind verboten.“

Mit der Zusammenarbeit mit der Bad Rothenfelder Barmer-Niederlassung möchte die Klinik „etwas für die Region tun“, so Chefarzt Hans-Christian Purucker. Dirk Kache von der Barmer ergänzt: „Und wir haben uns einen anerkannten Partner gesucht.“

In den ersten sechs Monaten gibt es je zwei feste Termine in der Woche, im zweiten Halbjahr ist es ein Termin pro Woche. Geplant sind 40 Bewegungseinheiten unter Anleitung eines Sportlehrers – auch draußen und bei Wind und Wetter, sechs Sitzungen zur Ernährung und zwölf Einheiten zum Verhaltenstraining. Dreimal werden die Teilnehmer in dieser Zeit auch von einem Arzt untersucht. Zielgruppe sind Adipositas-Patienten, die durch das Übergewicht bereits unter einer Begleiterkrankung wie beispielsweise Diabetes leiden. Diese muss von einem Arzt bescheinigt werden. Das Programm startet im Frühjahr und kostet 785 Euro. Mitglieder der Barmer werden bei regelmäßiger Teilnahme 685 Euro zurückerstattet. Auch andere Krankenkassen bezuschussen das Programm.

Informationen zum Mobilis-Programm gibt es im Internet unter www.mobilis-programm.de , telefonisch unter der Nummer 0761/503910 und bei der Barmer in Bad Rothenfelde.


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