zuletzt aktualisiert vor

Peemöller: Verzögerung wäre für die Branche eine Katastrophe Vermieter fordern Therme sofort

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Rothenfelde Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Bad Rothenfelde. „Wir als Vermieter sind auf die Therme angewiesen. Sie ist für uns lebensnotwendig. Eine Verzögerung wäre eine Katastrophe.“ Rolf Peemöller, Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins (KVV), spricht deutliche Worte.

Im Vorfeld der heutigen Ratssitzung, in der über die Rüge wegen eines Verstoßes gegen das Vergaberecht entschieden werden soll, appellieren KVV und der Dehoga-Ortsverband an den Rat, die Gesundheitstherme so schnell wie möglich und ohne Aufschub zu realisieren.

In einem von Peemöller und dem ersten Vorsitzenden des Dehoga-Ortsverbandes, Rudolf Büning, unterzeichneten Schreiben an Bürgermeister Klaus Rehkämper und an die Ratsmitglieder betonen die beiden Verbände, dass es für den gesamten Ort besonders wichtig sei, „dass nach Schließung des Hallen-Sole-Wellenbades unverzüglich mit dem neuen Bau begonnen wird.“

Hintergrund des gemeinsamen Appells von KVV und Dehoga ist die Sorge um eine Verzögerung des Bauprojektes, nachdem die Kristall Bäder AG als unterlegener Mitbewerber der Ausschreibung den Verzicht auf eine Wellenanlage gerügt hatte. Die FDP hatte in diesem Zusammenhang von einem „zweiten Stuttgart 21“ gesprochen. Sie betrachtet das weitere Vorgehen mit Skepsis.

FDP-Ortsverbandsvorsitzender Günter Skibba und FDP-Ratsherr Jürgen Kraatz sprachen von einem „unsauberen Vergabeverfahren“ und äußerten die Befürchtung, dass eine Neuausschreibung drohe, sollte die Gemeinde weiterhin auf eine Wellenanlage verzichten. Die Folgen für Bad Rothenfelde seien fatal, denn die Bürger hätten die Folgekosten zu tragen. Nach Ansicht der FDP müssten noch vor der Auftragsvergabe dringende Fragen geklärt werden.

Darauf reagieren jetzt KVV und Dehoga. Weil die Therme als Leuchtturm-Projekt des Landkreises gehandelt werde, sei man über den Artikel „erschrocken“ gewesen, äußern sich Peemöller und Büning. Die Therme habe für das Heilbad einen sehr großen Stellenwert. Die Sorge sei nun, dass das Bad überhaupt nicht oder erst mit großer zeitlicher Verzögerung gebaut werden könnte.

„Anders als die Sportvereine leben wir Vermieter vom Bad. Ein Hallenbad ist das Herzstück unseres Kurortes, ähnlich wie die Gradierwerke. Kein Mensch würde über den Abriss der Salinen ohne Wiederaufbau auch nur einen Gedanken verschwenden“, echauffiert sich der KVV-Vorsitzende.

Als in den 70er-Jahren die Planungen für das Hallen-Sole-Wellenbad liefen, habe es auch hier und da Kopfschmerzen gegeben. „Und anschließend waren alle froh, dass sie es hatten“, erinnert sich Peemöller. Gleichwohl spart er nicht mit Kritik in Richtung FDP, die er als Minderheit bezeichnet, die viel Aufruhr macht. Das Prozedere wäre ohne deren Einschreiten längst weiter fortgeschritten.

Wie dringend Bad Rothenfelde die Therme braucht, sieht Rudolf Büning im Zusammenhang mit dem drastischen Rückgang der privaten Übernachtungszahlen, die in den letzten zehn Jahren von 360000 auf 100000 dramatisch eingebrochen seien. Diese Entwicklung sei besorgniserregend, daher müsse das Leuchtturm-Projekt so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Die Ratssitzung beginnt heute um 19.30 Uhr in der Grundschule. Einziger Punkt ist die Gesundheitstherme.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN