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Schmaler Fledermauskorridor Bebauungsplanentwurf „Südlich der Lindenallee“ in Bad Rothenfelde mit 33 Bauplätzen liegt jetzt aus

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<em>Grüngürtel zwischen Kurpark</em> und Palsterkamp: die Flächen südlich der Lindenallee in Bad Rothenfelde. Foto: SchlieheGrüngürtel zwischen Kurpark und Palsterkamp: die Flächen südlich der Lindenallee in Bad Rothenfelde. Foto: Schliehe

Bad Rothenfelde. „Wir sind maßlos enttäuscht. Aber wir werden jetzt auf keinen Fall aufgeben!“ Merklich betroffen äußerte sich Gerd Rodefeld, zweiter Vorsitzender des Vereins „Pro Natur Lindenallee“, nach der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses.

Ohne auf den vom Verein eingebrachten Kompromissvorschlag für eine Teilbebauung mit Landschaftspark im Gebiet „Südlich der Lindenstraße“ einzugehen, verabschiedete der Ausschuss zuvor die weitere Marschrichtung für die Änderungen von Flächennutzungsplan und Bebauungsplan.

Gegen die Stimme von Matthias Beckwermert (Grüne) votierte der Ausschuss dabei für die weitere Ausarbeitung des Planentwurfs mit größtmöglicher Baufläche: Nach der mehrheitlich gewählten Variante sollen künftig 2,2 Hektar Nettobaufläche für insgesamt 33 Grundstücke zur Verfügung stehen. Dabei vergrößerte sich im Vergleich zum ursprünglichen Konzept der Abstand zur nordöstlich angrenzenden Feuchtwiese. Im Gegenzug rückt die Bebauung deutlich in das innen liegende Biotop hinein.

Im Falle einer Rundum-Bebauung könne das Biotop seine Funktion nicht mehr uneingeschränkt erhalten, hatte die Landschaftsbehörde des Landkreises zuvor festgestellt. Ein Ausgleich durch ein gleichwertiges Biotop muss deshalb außerhalb des Plangebietes erfolgen. Zwingend zu erhalten ist nur ein grüner Korridor für die Fledermäuse. Für Planerin Tanja Schrooten bedeutet das: „Theoretisch könnte auch die gesamte Fläche neu überplant werden.“

Kein grundlegendes Problem sieht sie aufgrund des erstellten Gutachtens in den Bodenverhältnissen vor Ort. Dem insbesondere im Nordosten hohen Grundwasserspiegel soll eine Aufschüttung von 30 bis 60 Zentimetern begegnen. Gegebenenfalls müsse zudem in Teilbereichen auf Kellergeschosse verzichtet werden. „Ausufernde Baukosten für spätere Nutzer“ werde es jedoch nicht geben, fasste die Planerin die Ergebnisse des Gutachtens zusammen. Ein möglichst weiter Abstand zur Feuchtwiese soll dem hohen Grundwasserspiegel zusätzlich Rechnung tragen und zugleich das angrenzende Gebiet schützen.

„Für einen Landschaftspark bedeutet dieser Kompromiss das Aus“, kritisierte Matthias Beckwermert die Planvariante, die nun weiter ausgearbeitet und öffentlich ausgelegt werden soll. „Wir sehen die Planungen eines Landschaftsparks und die integrierte Bebauung mit rund 18 Bauplätzen als eine echte Alternative zur derzeitigen Planung an“, heißt es in der Stellungnahme der Grünen mit Blick auf den Kompromissvorschlag von „Pro Natur Lindenallee“. Es sei bedauerlich, dass dieser Kompromiss keine Mehrheit im Ausschuss habe.

Auch ohne die Wertigkeit als Biotop zumindest möglichst viel Grünfläche zu erhalten, dafür warb Edmund Tesch (CDU) mit Blick auf die vorgestellten Planvarianten: „Dieses Gebiet bekommt doch gerade durch die mittlere Grünfläche seinen besonderen Charme!“ Sein Vorschlag, die weitere Ausarbeitung mit nur zwei Hektar Nettobaufläche voranzutreiben, fand jedoch keine mehrheitliche Zustimmung. Flächennutzungsplanänderung und Bebauungsplanentwurf gehen nun in die öffentliche Auslegung. „Das ist ein Prozess, in den man jederzeit eingreifen kann“, betonte Ausschussvorsitzender Rainer Spiering abschließend. „Die Bürger haben alle Möglichkeiten der Beteiligung!“ Der Verein „Pro Natur Lindenallee“ will diese Möglichkeiten in jedem Fall nutzen: „Wir werden die Auslegung des Planes äußerst kritisch betrachten“, versprach Gerd Rodefeld.


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