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Naturschutz „Südlich Lindenallee“ Bad Rothenfelde: Anlieger wehren sich gegen weitere Bebauung

Von Heinz Schliehe


Bad Rothenfelde. Hoher Grundwasserstand, Fließsand und vor allem Fledermäuse, zahlreiche Vogelarten und andere Tiere sind für viele Anlieger ein unüberwindbares Hindernis für das geplante Baugebiet „Südlich der Lindenallee“ in Bad Rothenfelde. Die Einwände der Träger öffentlicher Belange trug jetzt die Planerin Tanja Schrooten im Bau-, Umwelt- und Planungsausschuss vor.

Um vor allem junge Familien anzulocken, ist Bad Rothenfelde auf der Suche nach geeignetem Bauland. Nach Abwägung verschiedener Kriterien, die Tanja Schrooten jetzt für die Alternativflächen erläuterte, hatte sich Bad Rothenfelde für eine Fläche am Ortseingang südlich der Lindenallee zwischen vorhandenen Wohngebieten im Süden und im Westen entschieden. Auch ein Lebensmitteldiscounter ist ganz in der Nähe. Ebenso sind die Kur- und Sportanlagen fußläufig erreichbar. Für einen solchen Bebauungsplan muss auch der Flächennutzungsplan angepasst werden.

Zwei Varianten hat das Planungsbüro zunächst erstellt, eine mit 33 Grundstücken und eine mit 37 Grundstücken, wobei hier die Verkehrsflächen geringer ausfallen. Da bei der Variante 1 keine Straße unmittelbar an der Gehölzfläche in der Mitte des Baugebietes entlangführt, plädierte Tanja Schrotten für diese Alternative.

Wie nach den Bemerkungen einiger Bürger auch Tanja Schrooten erläuterte, liegen die Meinungen der Gutachter von der Gemeinde und dem Verein Pro Natur Lindenstraße weit auseinander. Da dem Landkreis bislang aber nur das Gutachten, das von der Gemeinde in Auftrag gegeben wurde, vorlag, das hier keinen allzu bedeutenden Eingriff in die Natur sieht, schloss sich der Landkreis in seiner Stellungnahme vorwiegend dieser Meinung an. Danach spielt das Biotop im geplanten Baugebiet eine untergeordnete Rolle, anders als das Biotop östlich des geplanten Baugebietes. Der BUND dagegen sieht in dem geplanten Wohngebiet eine grobe Biotopverletzung und einen Verstoß gegen den Artenschutz. Auch der Gutachter von Pro Natur Lindenstraße erklärt in einer Stellungnahme die Untersuchungen des Gutachters der Gemeinde für nicht ausreichend. Auch die Bürger zweifeln die Artenschutzaussagen des Gemeindegutachters an.

Die Einwände von Feuerwehr, Landwirtschaftskammer, Forstamt, Unterhaltungsverband „Hase-Bever“ und anderen Institutionen sind dagegen von geringerer Bedeutung. Auch der Niedersachsenring ist für eine Beeinträchtigung durch Verkehrslärm weit genug entfernt.

Aufgrund der Einwände in einer Bürgerversammlung sollen die vorhandenen Linden erhalten bleiben, erläuterte Tanja Schrooten. Um den Bäumen mehr Platz zu bieten, schlug sie vor, auf eine Häuserreihe zu verzichten.

Nach den Stellungnahmen von BUND, Pro Natur und den Bürgern soll nun noch einmal ein Gespräch mit der unteren Naturschutzbehörde geführt werden, um das weitere Vorgehen abzusprechen.

Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung entschied der siebenköpfige Ausschuss die Annahme der Stellungnahmen aus der frühzeitigen Beteiligung von Behörden und anderen Trägern öffentlicher Belange zur Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans.