Spektakuläre Celtic Night Old Blind Dogs und Broom Bezzums heizen Bad Rothenfelde ein

Ein überraschendes Finale beider Bands gab es am Freitag bei der Celtic Night im Bad Rothenfelder Haus des Gastes. Foto: Rolf HabbenEin überraschendes Finale beider Bands gab es am Freitag bei der Celtic Night im Bad Rothenfelder Haus des Gastes. Foto: Rolf Habben

Bad Rothenfelde. Bei der Celtic Night im Bad Rothenfelder Haus des Gastes heizten die Old Blind Dogs und Broom Bezzums ihrem Publikum mit traditioneller schottischer Musik ordentlich ein.

Die Bühne des Haus des Gastes dürfte beben, wenn sich diese beiden Bands ein Stelldichein geben, hieß es seitens der Veranstalter in der Vorankündigung. In diesem Jahr trafen sich mit den Old Blind Dogs und den Broom Bezzums gleich zwei Größen dieses Genres aufeinander und heizten Ihrem Publikum als vitale und innovative Botschafter der traditionellen schottischen Musik ordentlich ein.

Beide Formationen sind alles andere als Irgendwer. Die Old Blind Dogs gewannen nicht von ungefähr den Titel "best live act" und „Folk Band of the Year“ bei den Scots Trad Music Awards. Die Broom Bezzums dagegen räumten mit ihrer zeitgenössischen Interpretation von Folkmusik bereits dreimal den deutschen Rock- und Pop-Preis ab.

Viel Witz und voller Sound

Powerful New Folk ist das Markenzeichen der Broom Bezzums. Die sympathischen Energiebündel Mark Bloomer (vocals, guitar, mandola) und Andrew Cadie (vocals, fiddle, guitar, Northumbrian pipes) zelebrierten eine energische, unterhaltsame und musikalisch aufregende Live-Show aus Traditionals, Eigenkompositionen und Instrumentalstücken – und das alles mit viel Witz und vollem Sound.

Broom Bezzums Mark Bloomer und Andrew Cadie zelebrierten eine energische, unterhaltsame und musikalisch aufregende Live-Show.

Doch nicht allein instrumental, auch stimmlich wusste das Duo zu überzeugen. Der Zuhörer hatte kaum Zeit, Atem zu holen, bevor Broom Bezzums ein Potpourri von Reels mit beeindruckend schnellem Geigenspiel einsetzte, oder die klagende Northumbrian Pipes, dem nordenglischen Dudelsack, sich perfekt mit den Klängen der Mandola vermischte, bis schließlich die Bass-Drum, mit dem Fuß hämmernd das Publikum ohne Aufforderung zum rhythmischen Klatschen animierte. Broom Bezzums sind geborene Entertainer mit reichlich schwarzem britischen Humor, der Funke sprang von Beginn an auf jeden Zuschauer bis zur letzten Stuhlreihe über.

High Energy from Scotland versprachen dagegen die „Old Blind Dogs“. Während der Sound von „Broom Bezzums“ eher akustischer Natur war, wurden beim Auftritt der schottischen Band die Regler am Soundboard ein paar Markierungen heraufgeschoben. Jonny Hardie (Vocals und Fiddle), Aaron Jones (Vocals, Bass), Ali Hutton (Pipes und Whistles) sowie Donald Hay (Drums) eroberten das Publikum im Sturm. Angetrieben vom großartigen Spiel Hays, trugen die „Dogs“ eine Mischung aus schnellen Kneipenliedern und melancholischen Balladen vor.

Heizten den Saal im Haus des Gastes mit ihrem Spiel mächtig auf, das schottische Quartett „Old Blind Dogs“.

„We have no happy songs“ umriss Hardie das Repertoire gleich eingangs. Das stand allerdings im Widerspruch zum treibenden Beat ihrer Performance, der unmittelbar in die Beine fuhr. Prägend dynamische Percussions, intensiver Geigeneinsatz, Bagpipestücke, Gesangsstimmen und „schottische“ Bouzoukiklänge bestimmten den Vortrag. Wer dachte, er hätte schon alles gehört, was man mit einem schottischen Dudelsack anstellen kann, der wurde von Youngster Ali Hutton eines Besseren belehrt. Unglaublich sein virtuoses Fingerspiel an den Pipes, was nicht minder auch für sein schnelles Flötenspiel galt.

Unentbehrlich Instrumente keltischer Musik, Ali Hutton am schottischen Dudelsack sowie John Hardie an der Fiddle.

Ungezähmt und wild von Einflüssen des Rock, aber auch gefühlvoll oder einfach nur schön, wie die Landschaft Schottlands selbst, erzählte das Quartett mit ihrer Musik von Liebe, Herzschmerz, Leid und Tod. Eine Überraschung boten die Old Blind Dogs in der Zugabe, als sie Broom Bezzums spontan zum spektakulären Finale auf die Bühne holten, die ihre Koffer nämlich schon gepackt hatten.


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