Neueröffnung nach dem Brand an Karfreitag Saunen und Geschäftsführer: Vieles neu im Carpesol

Freudiger Anlass: Landrätin Anna Kebschull, Helmut de Witt, Dennis Spellbrink, Bundestagsabgeordneter Rainer Spiering und Bürgermeister Klaus Rehkämper (von links) bei der Eröffnung. Foto: Anke SchneiderFreudiger Anlass: Landrätin Anna Kebschull, Helmut de Witt, Dennis Spellbrink, Bundestagsabgeordneter Rainer Spiering und Bürgermeister Klaus Rehkämper (von links) bei der Eröffnung. Foto: Anke Schneider

Bad Rothenfelde. Die Carpesol-Therme ist nun wieder voll nutzbar. Am Sonntag wurde der Spa- und Saunabereich eröffnet. Für die Verantwortlichen ein Grund zum Feiern.

Es war eine anstrengende Zeit seit dem Brand im Carpesol in der Nacht zum Karfreitag. Zunächst lief der Schwimmbereich weiter, Anfang Mai musste die Therme jedoch komplett geschlossen werden. Vier Monate aufreibender Bauzeit folgten. Schließlich wollte man zur kommenden Saunasaison wieder öffnen. „Wenn die Leute erst mal woanders hingehen, kommen sie auch nicht wieder“, sagte Dennis Spellbrink, der seit dem 1. November der Inhaber des Carpesol ist.  

„Die beteiligten Betriebe haben toll mitgemacht; auch sonntags gearbeitet“, lobte Architekt und bisherige Geschäftsführer Helmut de Witt. Ohne diesen vorbildlichen Einsatz wäre man sicher noch nicht so weit. De Witt berichtete, derzeit eine Ausbildung zum Heilpraktiker zu machen und sich nach der Abwicklung der Abnahmen und Schlussrechnungen in Bad Zwischenahn ein Gesundheitshaus mit dem Namen »Seerose« aufbauen zu wollen, das sich ausschließlich mit Vorbeugung und Ursachenmedizin beschäftigt.

Vor sieben Monaten: Die Saunenlandschaft glich nach dem Brand einem Trümmerfeld.

Auch Dennis Spellbrink schaut zuversichtlich in die Zukunft; sieht im Carpesol noch eine Menge Potenzial. Die mageren Jahre seien vorbei, seit drei Jahren erwirtschafte die Therme Überschüsse. Im Jahr 2016 waren es 130.000 Euro, im Jahr 2017 340.000 Euro und in 2018, vermutlich wegen des heißen Sommers, 130.000 Euro. Auch die Besucherzahlen seien kontinuierlich gestiegen – von 161.000 im Jahr 2014 auf 239.000 im vergangenen Jahr. In diesem Jahr werden die Zahlen wohl nicht erreicht werden. „1,2 Millionen Euro Verlust wird der Brand uns eingebracht haben“, sagt er. Dafür komme im Wesentlichen die Betriebsausfallversicherung auf. Für die Schäden am Gebäude zahlt die Versicherung der Gemeinde, die Eigentümerin des Bauwerkes ist. (Weiterlesen: So sieht das renovierte Carpesol in Bad Rothenfelde von innen aus)

Auch Bürgermeister Klaus Rehkämper schaut zuversichtlich in die Zukunft, die Brandnacht steckt ihm aber noch in den Knochen. So wie auch den Mitarbeitern, mit denen er am Sonntag nochmals über die Nacht zum Karfreitag sprach. Das erste Bild des Feuers auf dem Smartphone seiner Frau, die Nachricht vor Ort, dass noch drei Mitarbeiter im Gebäude sein müssten und die Ungewissheit, ob es auch jeder Gast aus dem brennenden Gebäude hinaus geschafft hat, haben ihn vollends aus der Ruhe gebracht. „Wie schnell schläft man ein, wenn man in der Sauna war und sich auf den Ruheliegen hingelegt hat“, malte er Szenarien, die leicht Menschenleben hätten kosten können. Man müsse dem Himmel dankbar sei, dass nur das Gebäude zu Schaden kam.

Alles wieder im Lot: Das Carpesol ist nun wieder in allen Bereichen voll nutzbar.

Dennis Spellbrink hatte eine Bilderpräsentation vorbereitet, die Fotos nach dem Brand, vom Abriss und der Aufbauphase zeigte. In einem Vortrag zeichnete er die Entwicklung der Therme seit 2013 nach und lieferte Interessierten Zahlen und Fakten. Ein kleines Rahmenprogramm mit Kinderschminken, sowie tänzerischen und sportlichen Einlagen, rundete den Eröffnungstag ab.

Beim Pre-Opening am Samstag hatten rund 200 Gäste die neuen Saunen bereits ausprobiert und für gut befunden. Die gut gelaunten Saunagäste kamen bei einem Buffet und Getränken ins Gespräch mit dem neuen Inhaber. „Die tolle Stimmung hat mich wirklich optimistisch gestimmt, was die Zukunft des Carpesol angeht“, so Dennis Spellbrink. Das Carpesol beschäftigt derzeit 100 Mitarbeiter und hat an 363 Tagen im Jahr von 9 bis 23 Uhr geöffnet.


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