Gewaltlose Gegenwehr Polizei-Puppenbühne ermutigt Rothenfelder Grundschüler

Seit fünf Jahren als Team auf Tour: Thomas Mäster (mit Yeti Yogi), Yvonne Hesse und Vera Beckmann sind mehrfach wöchentlich mit ihren Stück "Starke Freunde" in Schulen unterwegs. Am Dienstag machten sie Station in Bad Rothenfelde. Foto: Alexander HeimSeit fünf Jahren als Team auf Tour: Thomas Mäster (mit Yeti Yogi), Yvonne Hesse und Vera Beckmann sind mehrfach wöchentlich mit ihren Stück "Starke Freunde" in Schulen unterwegs. Am Dienstag machten sie Station in Bad Rothenfelde. Foto: Alexander Heim

Bad Rothenfelde. Seit fünf Jahren tourt die Puppenbühne der Polizeiinspektion Osnabrück durch Stadt und Landkreis. Am jetzt machte sie erstmals mit ihrem aktuellen Stück Station an der Grundschule Bad Rothenfelde. Für die Zweit- und Drittklässler ein großer Spaß - Lerneffekt inklusive.

Max fühlt sich nicht wohl. Schon morgens liegt ihm die Schule im Magen. Nicht wegen der Klassenarbeiten oder gar der Noten. Nein, sein Problem hat rote Haare, ist gut einen Kopf größer als er und heißt Oswald. Der nämlich erpresst Max und will sein Geld. 

Auch Jenny, Max' guter Freundin, fällt auf, dass ihrem Kumpel etwas auf der Seele liegt. Doch Max hat Angst, etwas zu sagen. Schließlich hat Oswald gedroht, dass es Schläge gibt, wenn er auch nur das kleinste Bisschen verrät.

So geht es los, das Puppentheaterstück der Polizeiinspektion Osnabrück. Rund 50 Minuten lang ziehen Thomas Mäster, Vera Beckmann und Yvonne Hesse mit ihren Handpuppen die Mädchen und Jungen ganz in ihren Bann. Als nämlich Oswald das erste mal die Bühne betritt, wird es merklich unruhig und laut im Musikraum der Grundschule. „Achtung!“, geben die Schüler Tipps. „Hinter dir!“ Und sind schon mitten im Geschehen.

Am Ende lässt sich Max von Jenny überzeugen, sich an einen Erwachsenen zu wenden. In diesem Fall an Polizist Hase, der an der Schule übrigens gerade die Situation um die Elterntaxis kontrolliert. Der Beamte hilft Max, bestärkt ihn, das Richtige getan zu haben und unterstützt Max, als der zu verabredeten Zeit - nach Schulschluss - wieder auf Oswald trifft.

Nach dem Stück, bei dem es natürlich auch viel zu lachen gibt, sucht Vera Beckmann noch einmal das Gespräch mit den Zweitklässlern. Sich jemandem anvertrauen, sich an einen Freund wenden, klar und deutlich Stopp sagen - das sind die Botschaften des Puppenspiels. Auch auf den zwischendurch geäußerten Vorschlag „Hau ihm eine rein“ kommt sie noch einmal zu sprechen. Denn das sei nicht der richtige Weg.

Rund 120 Schülerinnen und Schüler der zweiten und dritten Klassen waren am Dienstag Zielgruppe des Figurentheaters, das überdies noch einen Tag länger Station in Bad Rothenfelde machen wird, wie Fachbereichsleiterin Wilma Theuerkauf verriet. Denn am Folgetag waren weitere 75 Mädchen und Jungen aus Bad Laer zu Gast, um ebenfalls die Geschichte von Max, Jenny und Oswald zu verfolgen. Und: Yogi, den Yeti kennenzulernen. Das große Kuschelmonster hatte es den Kindern besonders angetan. Und bildete beim Stück die clever inszenierte Rahmenhandlung.

Zum Abschluss gab es für alle jungen Besucher noch einen Bastelbogen aus dem silbernen Koffer, den die drei Spieler der Polizei-Puppenbühne mit dabei hatten. Den Song zum Stück „Starke Freunde“ hatten die Zweit- und Drittklässler bereits vorab einstudiert. Und waren mit seiner Präsentation immer wieder Teil der Aufführung.

„Es ist eines von vier Stücken, die wir spielen“, erläuterte Thomas Mäster. Denn auch um häusliche Gewalt oder Verkehrsunfallprävention geht es in den Aufführungen des rollenden Puppentheaters. „Wir erreichen pro Jahr rund 4000 Kinder“, bilanziert Thomas Mäster. Und er freut sich auf den eine Woche währenden Auftritt in Melle in der kommenden Zeit.

Für die Grundschüler in Bad Rothenfelde war der Besuch von Yeti Yogi und seinen Kameraden ein tolles Erlebnis. Sie wussten zum Schluss der Aufführung nämlich ganz genau, welchem ihrer besten Freunde sie sich in einer ähnlichen Situation anvertrauen würden. 


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