„Für eine Riesenfelge müsste ich üben“ NDR besucht Deutschlands ältesten LKW-Fahrer in Rothenfelde

Den NDR zu Gast im Garten: Elfriede und Reinhold Kuhn (links) bekamen Besuch vom Film-Team um  Manfred Brozinski, Britta Nareyka und Peter Linskens. Foto: Alexander HeimDen NDR zu Gast im Garten: Elfriede und Reinhold Kuhn (links) bekamen Besuch vom Film-Team um Manfred Brozinski, Britta Nareyka und Peter Linskens. Foto: Alexander Heim

Bad Rothenfelde. Reinhold Kuhn gilt mit seinen 82 Lenzen bekanntlich als der älteste unfallfreie Brummifahrer Deutschlands ist. Nun kam auch das Fernsehen in Bad Rothenfelde zu Besuch.

 „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ schallt es durch die Halle des Logistikunternehmens. Auch hierher hat Reinhold Kuhn das Filmteam um Redakteurin Britta Nareyka, Kameramann Peter Linskens und Ton-Experten Manfred Brizinski eingeladen. Am E-Piano von seinem alten Sangesbruder Franz-Joseph Schlie begleitet, schmettert der Tenor Walter Rothenburgs Erfolgs-Schlager und gibt eine beeindruckende Kostprobe seines auch gesanglichen Könnens. 

Doch der NDR ist an diesem Freitag nicht nach Bad Rothenfelde gekommen, um ein Gesangstalent vorzustellen. Die Film-Crew will Reinhold Kuhn näher kennenlernen. Will wissen, wer der agile 82-Jährige ist, der das Lenkrad im Führerhaus nicht gegen die Fernbedienung auf dem Sofa eintauschen möchte.

Und so beginnt der Dreh bei Reinhold und Elfriede Kuhn zuhause. Gemütlich. Im Garten. Bei Sonnenschein. Und - man mag es kaum glauben - Fluglärm. „Die Kamera ist gar nicht da. Am einfachsten ist es, wenn Sie es mir erzählen“, gibt Redakteurin Britta Nareyga in der Zwangspause einen kleinen Tipp. Am Gartentisch unter dem Pavillon sitzen Reinhold und Elfriede Kuhn. Vor sich etliche Fotos, die von der Vergangenheit und den letzten Jahrzehnten berichten. „Da haste ja ne schöne Beschäftigung später, das alles wieder in die Hüllen rein zu machen“, lächelt Elfriede Kuhn ihren Mann an – und stichelt ein wenig.

Vom Endkampf bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften im Frankfurter Waldstadion möchte Reinhold Kuhn so gerne berichten. Von seinem Trainer Otto Höschel und dem großen Hunger. Und von dem Kotelett, das zur Motivation diente und ihn die 3,50 Meter überspringen ließ. „Einen Moment, bitte“, unterbricht Manfred Brozinski. Wieder gibt es ein Brummen im Hintergrund. Erneut ein Flugzeug? Wohl eher ein Rasenmäher in der Nachbarschaft. Aber ein störendes Nebengeräusch, das die Film-Crew umgehen möchte.

Dann kann es weitergehen. Reinhold Kuhn erzählt nicht nur von seinem Erfolg, sondern beginnt auch die Fachsimpelei über die modernen Glasfiberstäbe beim Stabhochsprung. „Da muss man quasi eine Rolle rückwärts am Stab machen.“ Kaum ist von der Technik erzählt, folgt die nächste Unterbrechung. Diesmal wegen des bellenden Hundes in der Nachbarschaft.

"So ein Tag...": Franz-Joseph Schlie begleitete Reinhold Kuhn beim ungewöhnlichen Platzkonzert. Foto: Alexander Heim

Franz-Joseph Schlie, der derweil geduldig auf seinen Einsatz am Keyboard wartet, schaut mucksmäuschenstill zu. „Mit 82 Jahren noch so'n Bock zu fahren - das ist schon was“, bemerkt er in einer der Dreh-Pausen anerkennend.

„Profitieren Sie noch von der Fitness von damals“, will Britta Nareyka indes wissen. „Ich muss Bewegung haben“, antwortet Reinhold Kuhn. Vom Chef die Leiter angetragen zu bekommen, um das LKW-Führerhaus zu verlassen? „Ehe meine Chef die Leiter holt, bin ich schon unten“, lässt der Bad Rothenfelder wissen. Ja, räumt er dann ein: „Für eine Riesenfelge am Reck müsste ich wohl schon ein halbes Jahr üben.“ Im Alter, ergänzt Reinhold Kuhn, sollte man schließlich vorsichtig sein. „Die Knochen wachsen da ja nicht mehr so schnell.“

„Sie haben da einen kleinen Wirbelwind an Ihrer Seite“, spricht die NDR-Redakteurin Elfriede Kuhn an. Die Ehefrau muss lachen. „Er muss dauernd in Bewegung sein“, gibt sie zu. Stopp. Nächste Unterbrechung. Wieder ein Motorengeräusch. Der Luftkurort scheint Flugschneise zu sein.

Für das Maganzin „DAS!“ und die „Gäste auf dem roten Sofa“ wurde der Beitrag nun gedreht. Zu sehen ist ervoraussichtlich am Montag, 9. September. Wie immer ab 18.45 Uhr. Und diesmal wohl mit einer besonderen musikalischen Gesangseinlage. Schließlich war der Freitag mit dem Besuch des NDR für Reinhold Kuhn „So ein Tag, so wunderschön, wie heute“.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN