Intergalaktisch: Zu Fuß durch unser Sonnensystem Der Planetenpfad in Bad Rothenfelde ist eröffnet

Sie strahlen wie die Sonne, bei der Eröffnung des Planetenpfads: (von links) Ines Ewers und Dr. Hanna Jedras von der Augenklinik Dr. Georg, Gestalterin Anne Söder, Ekruth Werbetechnik, Initiator Helmut Sandkämper, Stephan Peters, Vorstandsvorsitzender Dr. Georg Stiftung zur Förderung von Kunst und Kultur, Claudia Diekmann, kommissarische Leiterin der Sparkassenfiliale Bad Rothenfelde und Bürgermeister Klaus Rehkämper. Foto: Carolin HlawatschSie strahlen wie die Sonne, bei der Eröffnung des Planetenpfads: (von links) Ines Ewers und Dr. Hanna Jedras von der Augenklinik Dr. Georg, Gestalterin Anne Söder, Ekruth Werbetechnik, Initiator Helmut Sandkämper, Stephan Peters, Vorstandsvorsitzender Dr. Georg Stiftung zur Förderung von Kunst und Kultur, Claudia Diekmann, kommissarische Leiterin der Sparkassenfiliale Bad Rothenfelde und Bürgermeister Klaus Rehkämper. Foto: Carolin Hlawatsch

Bad Rothenfelde. Eine Attraktion mehr für Bad Rothenfelde. Der sogenannte „Planetenpfad“, der mit vielen Stationen entlang der Gradierwerke führt, wurde jetzt offiziell eröffnet.

Wer sich auf den Planetenpfad begibt, kann sich ohne Raumschiff von Sonne zu Erde zu Jupiter bewegen. Zu verdanken ist dieses Erlebnis vor allem dem Ideengeber Helmut Sandkämper aus Bad Rothenfelde. Bereits als Zehnjähriger entwickelte er im Zuge des Trubels um die Mondlandung 1969 eine Leidenschaft für die Astronomie. Vor 20 Jahren dann kam ihm der Einfall zu einem Planetenweg, den er neben einem Maisfeld eines befreundeten Landwirts verwirklichtete. Helmut Sandkämper versuchte damit, die schwer zu erfassenden Weiten des Weltalls vorstellbar zu machen, indem er die Entfernungen der Planeten auf ein irdisches Maß herunter rechnete. Das 250 Meter lange Maisfeld bot ihm damals jedoch zu wenig Platz um alle acht Planeten unseres Sonnensystems entsprechend darzustellen. „Sonne, Merkur, Venus, Erde und beim Mars war dann nach 228 Metern Schluss“, erinnert sich der Hobby-Astronom. 

Im fast 800 Meter langen Gardierwerksbereich und darüber hinaus finden nun auch Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun Platz. Dass die Gradierwerke ein hervorragende Bühne für seine Idee sein würden, wurde Sandkämper einmal mehr bei der Projektions-Biennale „Lichtsicht“ klar. Mit dem Auslaufen der „Lichtsicht“ stellte er seine Idee im März 2018 Bürgermeister Klaus Rehkämper vor. Seine Tochter Lena hatte den Vorschlag dafür in eine ansprechende Präsentation umgesetzt. 

Helmut Sandkämper erkläutert bei der Eröffnung des Planetenpfads in Bad Rothenfelde seine Ideen. Startpunkt des Pfads ist die Sonnen-Installation aus Cortenstahl. Dort erkennt man, dass alle acht Planeten unseres Sonnensystems auf dem Pfad in einem Maßstab von eins zu einer Milliarde dargestellt werden. Foto: Carolin Hlawatsch

Nicht nur der Bürgermeister, auch viele weitere Akteure im Kur- Tourismus-Bereich Bad Rothenfeldes begeisterten sich für das Projekt „Planetenpfad“. So konnte Sandkämper für die Realisierung die Dr.-Georg-Stiftung zur Förderung von Kunst und Kultur als Sponsor gewinnen. Vorstandsvorsitzender Stephan Peters stemmte aus Stiftungs- und privaten Mitteln mit 14.000 Euro den Löwenanteil der Projektkosten die sich insgesamt auf fast 22.000 Euro belaufen. Hendrik Kettler von der ILEK SOL legte den Kontakt zur Stiftung der Sparkassen des Landkreises Osnabrück, die das Projekt mit 5000 Euro fördern. Zu den weiteren finanziellen sowie tatkräftigen Unterstützern gehören die Gemeinde Bad Rothenfelde, der kommunale Bauhof, die Kur- und Touristik Bad Rothenfelde GmbH und der Reiterhof Scheiper in Bad Laer. „Helmut Sandkämper hat viele Mitstreiter gefunden. Das ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie viel man gemeinschaftlich schaffen kann. So entsteht Wir-Gefühl“, freute sich Bürgermeister Rehkämper bei der Eröffnung.

Vom Startpunkt „Sonne“ unter der Windkunst am Neuen Gradierwerk wandelten die Beteiligten der kleinen Eröffnungs-Feier zu der nur ein paar Meter entfernten nächsten Station, dem Planeten Merkur. „Im Realen sind Sonne und Merkur 58 Millionen Kilometer voneinander entfernt und das Licht braucht drei Minuten und 18 Sekunden von einem Planeten zum anderen“ erklärt Helmut Sandkämper. Faszinierend am Bad Rothenfelder Planetenpfad: Selbst ein Senior mit Rollator bewegt sich auf dessen Maßstab schneller als in Lichtgeschwindigkeit, denn er benötigt keine drei Minuten von der Sonnen-Installation bis zur Station Merkur. Derartig flott unterwegs sind sogar die knapp 800 Meter bis Jupiter locker zu schaffen. Die weiter entfernten Planeten Saturn, Uranus und Neptun liegen getreu Sandkämpers Modell schon außerhalb des Gradierwerkbereichs an der Bismarckhütte. Diese Stationen müssen noch erstellt werden. 

Venus ist die dritte Station auf dem Planetenpfad an den Gradierwerken Bad Rothenfeldes. Die Informationen auf den Planeten-Tafeln haben laut dem Entwickler Unterhaltungswert und sind für jeden leicht verständlich. Foto: Carolin Hlawatsch

Gestaltet wurden die Planeten-Stationen von Anne Söder von der Firma Ekruth Werbetechnik aus Dissen. Sie wählte einen natürlich wirkenden und Salinenluft-resistenten Materialmix aus Cortenstahl und Eichenholz. Alle Planeten wurden auch für Besucher mit Sehbehinderung erlebbar gemacht. Über Smartphone und QR-Code können sie die Informationen abrufen. Diese Anregung brachte die Augenklinik Dr. Georg ein, die in Zusammenarbeit mit der Deutschen Blindenstudienanstalt Marburg entsprechende Audio-Dateien erstellte. 

Wer genau hinguckt oder hinfühlt entdeckt jeweils am Rand der runden Stationstafeln den entsprechenden Planeten als Kugel in einem Maßstab von eins zu einer Milliarde. „So haben wir die Erde auf Erbsengröße geschrumpft“, meint Initiator Sandkämper voller Enthusiasmus. Für Gruppen, die sich von seiner Begeisterung anstecken lassen möchten, wird er auch Führungen über den Planetenpfad anbieten. Interessenten können diese bei der Kur und Touristik Bad Rothenfelde anfragen: Telefon: 05424 2218-0.


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