„Sunny Afternoon“ mit einst schrulligen Typen „Kinks‘ Cosmos“ macht aus dem Rothenfelder Café-in-Moll das Hard-Rock-Café

Von Alexander Heim

Rock im Café-in-Moll: die Cover-Band „Kinks‘ Cosmos“ zollte den legendären Kinks für den guten Zweck Tribut. Foto: Alexander HeimRock im Café-in-Moll: die Cover-Band „Kinks‘ Cosmos“ zollte den legendären Kinks für den guten Zweck Tribut. Foto: Alexander Heim

Bad Rothenfelde. So etwas hat das Haus des Gastes möglicherweise noch nicht gesehen: Heulende E-Gitarren, dröhnender Bass und ein hämmendes Schlagzeug fluteten den Saal am Samstagabend mit Rock. Und auch wenn es nicht Ray und Dave Davies waren, die hier auf der Bühne standen - die Cover-Band „Kinks‘ Cosmos“ ließ alle großen Erfolge der legendären Briten wieder aufleben. Schließlich waren die Kinks eine der erfolgreichsten britischen Bands der 60er Jahre.

Ob der „Sunny Afternoon“ oder der „Waterloo Sunset“, ob „Lost and Found“ oder der große Nummer-Eins-Hit in Deutschland - „Dandy“ - zwei Stunden lang ließ die Köln-Bonner Band „Kinks‘ Cosmos“ das musikalische Gefühl der 1960er und 1970er Jahre und damit das Universum der „Schrulligen“ und „Ausgeflippten“ - so in etwa wäre Kink zu übersetzen - wieder auferstehen. 26 Jahre nach dem letzten Auftritt der Band ließen  Frontmann Bernd Krebel, Gitarrist Norman Jonas, Bassist Horst Zaunegger sowie Schlagzeuger Marco M. Molitor dem richtungsweisenden Sound der Kinks und dem damit verbundenen Lebensgefühl freien Lauf.

Für den guten Zweck

„Die Kinks waren die besseren Beatles, und The Who die besseren Rolling Stones“, gab Bernd Krebel dabei ein Zitat wieder. Und gerne war die Band, die sich vor drei Jahren gefunden hatte, bereit, für den guten Zweck nach Bad Rothenfelde zu kommen. Schließlich handelte e sich beim Auftritt im Haus des Gastes um ein Benefiz-Konzert, das der langjährige Polizist und Konzertveranstalter Peter Frömberg in die Kurstadt geholt hatte.

„Eigentlich“, verriet er, „wollten wir damit Geld für eine Therapie einspielen für eine junge Frau, die vor einem Jahr Opfer einer brutalen Vergewaltigung geworden war.“ Doch dieses Geld war inzwischen bereits auf anderem Wege zusammen gekommen. So sollen die Einnahmen des Benefiz-Konzertes nun einem anderen sozialen Zweck gestiftet werden. „Das haben wir mit der Familie des Opfers auch so abgesprochen“, ließ Frömberg die rund 80 Besucher im Haus des Gastes wissen, darunter auch Dissens Bürgermeister Hartmut Nümann, der die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hatte, sowie die Hasbergenerin Karin Bloom, die für ihr Wirken beim Weißen Ring jüngst mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden war.

28 Songs

Kinks‘ Cosmos steuerte am Samstagabend das Ihre dazu bei, für den guten Zweck umfassend aktiv zu werden. In 28 Songs zollte die Revival-Band den Original-Musikern ihren Tribut, ließ dabei den für viele als richtungsweisend Riff in „You really got me“ ebenso wenig aus wie den „Apeman“ oder „I‘m not like everybody else“. Mal rockig, mal schon punkig sorgten sie bei den Besuchern im Haus des Gastes für pures Musikvergnügen. 

Mitgrooven, mitklatschen und mitsingen gehörte selbstverständlich dazu. Zum Tanzen ließen sich die Fans im ordentlich bestuhlten Konzertsaal zwar nur bedingt bewegen. Doch der schiere Genuss am Sound der Jugend war vielen Gästen deutlich anzumerken.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN