Cannabis angebaut Bewährungsstrafe für jungen Mann aus Bad Rothenfelde

Von Heiko Kluge

In der Wohnung fanden sich Cannabispflanzen. Symbolfoto: dpaIn der Wohnung fanden sich Cannabispflanzen. Symbolfoto: dpa

Bad Rothenfelde. Ist "Gras" das bessere Bier? Für den Eigenbedarf hatte ein Mann aus Bad Rothenfelde Hanfpflanzen gehegt und gepflegt. Jetzt musste sich das Amtsgericht mit der Plantage auseinandersetzen.

Bei einer Hausdurchsuchung hatte die Polizei im vergangenen November die Indoor-Plantage in der Wohnung des Angeklagten entdeckt. Die Pflanzung nahm sich allerdings vergleichsweise bescheiden aus: Neben etwas über vier Gramm Marihuana stellten die Beamten noch sieben Setzlinge von Cannabispflanzen sicher. 

Der derzeit arbeitslose 29-Jährige zeigte sich geständig. „Ich rauche lieber Gras als dass ich Bier trinke“, erklärte er. Er habe die Sache lediglich als Selbstversorger betrieben, „ich möchte nicht auf dem Schwarzmarkt einkaufen“. Um nicht mit dem Gesetzt in Konflikt zu kommen, habe er sich auch vorher kundig gemacht, welche Menge der Droge vor dem Gesetzt noch als Eigenkonsum betrachtet werde. 

Ob er bei sich eine Wesensveränderung durch den Cannabiskonsum festgestellt habe, wollte der Richter, angesichts des sprunghaften und unruhige Verhalten des 29-Jährigen wissen. Im Großen und Ganzen wollte der Angeklagte nichts Gravierendes bemerkt haben. Seit etwa zehn Jahren konsumiere er Cannabis, „mal mehr, mal weniger“. 

Richter redet Mann ins Gewissen

Also alles ganz harmlos? Der Richter sah es anders:  Der Angeklagte ruiniere mit dem Marihuana sein junges Leben, betonte er. Offenkundig unterschätze er die Wirkung des verbotenen Betäubungsmittels. „Sie hätten einen ganz anderen Lebensweg genommen, wenn sie an dieser Droge nicht hängen geblieben wären.“ 

Schließlich hatte der 29-Jährige bereits eine lange strafrechtliche Karriere hingelegt. „Vielleicht begreifen sie irgendwann, dass es so nicht weitergehen kann“, sagte der Richter: „Sie sollten überlegen, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.“ Am Ende verhängte er eine viermonatigen Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur  Bewährung. 


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