Gesellige Geburtstagsrunde Premiere für neues Angebot der Bad Rothenfelder Kirchengemeinde

Eine ganze Reihe von Senioren nahm die Einladung zum ersten Geburtstagskaffee im evangelischen Gemeindehaus Bad Rothenfelde an. Foto: Petra RopersEine ganze Reihe von Senioren nahm die Einladung zum ersten Geburtstagskaffee im evangelischen Gemeindehaus Bad Rothenfelde an. Foto: Petra Ropers

Bad Rothenfelde. „An meinem Geburtstag? Da bin ich unterwegs“, hören die Ehrenamtlichen im Besuchsdienst der Jesus-Christus-Kirchengemeinde in Bad Rothenfelde immer häufiger. Ein neues Angebot hatte deshalb jetzt Premiere.

Es ist – nicht nur in Bad Rothenfelde – eine gerne gepflegte Tradition: Zum 80. Geburtstag und auch zum 90., 95. sowie ab dem 100. Geburtstag jährlich überbringt Pastorin Gesine Jacobskötter persönlich ihre Glückwünsche. In den dazwischen liegenden Jahren gratulieren Ehrenamtliche des Besuchsdienstes den Geburtstagskindern und nehmen sich dabei auch gerne Zeit für ein Gespräch.

Doch die Senioren sind deutlich aktiver als noch vor Jahren und rund um ihren Geburtstag häufig anderweitig verplant. Die Kirchengemeinde geht deshalb jetzt einen neuen Weg: Einmal im Quartal lädt sie die Senioren, die in jenem Zeitraum 81 bis 84 Jahre alt geworden sind, gemeinsam mit einer Begleitung zu einem Geburtstagskaffee in lockerer Runde ein. „Es ist wunderschön, dass viele den Mut hatten zu kommen“, begrüßte Pastorin Jacobskötter die Gäste der ersten Veranstaltung im Gemeindehaus.

Viel zu erzählen

„Zusammen feiern statt alleine Kaffee trinken“, lautete das Motto, unter dem bei Kaffee, Kuchen und Kerzenschein in netter Gemeinschaft geplaudert wurde. „Ich bin oft nicht zuhause“, erzählte Horst Brodhag. Seinen 82. Geburtstag feierte er im Dezember mit der Familie. Die Einladung ins Gemeindehaus nahm er trotzdem gerne an. Auch Irmgard Baus saß an ihrem Geburtstag nicht allein zuhause. Sie habe sich mit sieben Freundinnen in einem Café zum Frühstück getroffen, berichtet sie.

Sie selbst ist mit 84 Jahren viel zu unternehmungslustig, um nur daheim auf dem Sofa zu sitzen: „Es macht doch Spaß, mal in den Haller Willem zu steigen und andere Tapeten zu sehen.“ Ebenso schön ist es aber auch, sich einfach nur nett zu unterhalten. Zu erzählen hat Irmgard Baus genug – über ihre Tätigkeit im Waldkrankenhaus etwa oder über den Karneval in Köln. Sie lebte rund 30 Jahre in der rheinischen Narrenhochburg: „Der eigentliche Karneval findet in den kleinen Eckkneipen statt, nicht auf der Straße.“

Besuchsdienst weiter aktiv

Dass der Geburtstagskaffee am Tag der Weiberfastnacht ausgerichtet wurde, war dem Gemeindehaus zwar nicht anzumerken. Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch – auch wenn die Zahl der Gäste noch deutlich wachsen darf. „Viele mögen nicht allein kommen oder möchten gerne abgeholt werden“, erfuhr Helga Flottmann-Sogemeier im Vorfeld. „Da müssen wir noch einmal überlegen." Ohnehin muss sich das neue Angebot erst einspielen.

Der Besuchsdienst selbst legt die Hände unterdessen nicht in den Schoß: Die Geburtstagskinder ab 85 Jahren erhalten auch weiterhin Besuch von den Ehrenamtlichen oder – bei den runden Geburtstagen – von der Pastorin.


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