Planverfahren in Ratssitzung Bauleitverfahren für Bad Rothenfelder Westfalendamm

Neben dem Feuerwehrhaus am Westfalendamm soll ein weiteres Gebäude entstehen. Weil der Bauherr in einigen Punkten weit vom Bebauungsplan abweichen möchte, leitet die Gemeinde ein Bauleitverfahren ein. Archivfoto: Petra RopersNeben dem Feuerwehrhaus am Westfalendamm soll ein weiteres Gebäude entstehen. Weil der Bauherr in einigen Punkten weit vom Bebauungsplan abweichen möchte, leitet die Gemeinde ein Bauleitverfahren ein. Archivfoto: Petra Ropers

Bad Rothenfelde. Das war eine runde Sache: Die Ratssitzung mit 13 Tagesordnungspunkten hatten die Bad Rothenfelder in den Ausschüssen so intensiv diskutiert, dass am Donnerstagabend eigentlich nur noch abgestimmt werden musste. Nach einer guten Stunde war alles beschlossen – vom Haushalt 2019 bis zur Haus- und Badeordnung für das Solefreibad.

Einer der wichtigsten Punkte war die Einleitung eines Bauleitverfahrens für das Grundstück am Westfalendamm 4. Hier will ein Rothenfelder Unternehmer seinen Firmensitz bauen.

Der geplante Neubau sprengt in einigen Punkten den dort geltenden Bebauungsplan. Nachdem der Grundstückskäufer bereits eine Überschreitung der Zweigeschossigkeit und einer Bauhöhe von neun Metern beantragt hatte, wolle er nun ein zusätzliches Vollgeschoss, zwei Meter Höhe mehr und eine vergrößerte bebaute Fläche, berichtete Iris Seydel von der Verwaltung im Rat. „Bei einer Befreiung erteilt die Gemeinde das Einvernehmen, die Entscheidung obliegt dem Landkreis.“

Jetzt habe der Bauherr seine Planung weitergeführt. Ergebnis: Statt zwei wolle er nun 3,5 Meter höher bauen. Der Landkreis habe dazu nun erklärt, dass damit die Grundzüge der Planung berührt seien, erläuterte Seydel. Daher müsse der Bebauungsplan geändert werden.

„Wir können hier ein beschleunigtes Verfahren anwenden. Die Frage ist also, ob die Bebauungsplanänderung eingeleitet werden soll“, so Seydel. Die Kosten müsse der Bauherr übernehmen.

14 Ratsmitglieder stimmten der Einleitung des Bauleitverfahrens zu, zwei votierten dagegen, zwei weitere enthielten sich der Stimme.

Um die städtebauliche Prägung der Flächen zwischen der Grundschule und dem Pagenkamp steuern zu können, will der Rat für diesen Bereich einen Bebauungsplan aufstellen. Dafür gab es 14 Ja-Stimmen und fünf Enthaltungen.

Anlass des Vorhabens ist eine Bauvoranfrage für die Frankfurter Straße 52. Hier möchte ein Investor eine Spielhalle einrichten. Das Grundstück liegt nicht im Geltungsbereich eines B-Plans. Deshalb wäre dort ein Vorhaben zulässig, das sich in die Umgebung einfügt. Mit einem B-Plan aber könnte die Gemeinde prüfen, ob Spielhallen dort zugelassen werden sollen.

Ziel der Planungen ist es nun, einen „Trading-down-Effekt“, also die Entwicklung eines Ortsteils hin zu Leerständen und ausbleibender Kundschaft, in diesem prägenden Ortseingangsbereich zu unterbinden und die Nutzungen im Rahmen eines Mischgebietes zu steuern. Mit dem B-Plan können auch „umgebungs- und ortsbildverträgliche Gestaltungsvorgaben“ für Gebäude und Werbeanlagen erlassen werden.

Und noch ein Bauprojekt: Im Mai oder Juni sollen die Ausbauarbeiten für das neue Baugebiet am Wäldchen/Mühlenweg beginnen.


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