Starke Bürgerbeteiligung auch bei Präsentation Meilenstein für Bad Rothenfelder Masterplan

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Auf große Interesse bei den Bürgern stieß die Präsentation des Masterplanes 2030 für Bad Rothenfelde im Kurhaus. Foto: Petra RopersAuf große Interesse bei den Bürgern stieß die Präsentation des Masterplanes 2030 für Bad Rothenfelde im Kurhaus. Foto: Petra Ropers

Bad Rothenfelde. Der erste große Meilenstein ist erreicht: Die über Monate erarbeiteten Ziele des Masterplanes 2030 für Bad Rothenfelde präsentierten die Prozessmanager rund 250 Besuchern im Kurhaus.

Eine überaus starke Beteiligung der Bürger verzeichneten Kerstin Schmidt und Carsten Große Starmann, Prozessmanager für den Masterplan 2030, seit der Auftaktveranstaltung im Januar vergangenen Jahres. „Das ist eine Besonderheit“, stellten sie dem Heilbad und seinen Bürgern ein gutes Zeugnis aus. Alle Generationen brachten sich mit großem Engagement in Arbeitsgruppen, einem Workshop für Kinder und Jugendliche und auch bei der Präsentation der Zwischenergebnisse im August in den Prozess ein. Die breite Beteiligung sei ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Masterplan, betonte Kerstin Schmidt.

Aus dem Arbeitskreis berichteten Holger Sogalla und Theresia Fülles (Mitte) den Prozessmanagern Kerstin Schmidt (links) und Carsten Große Starmann (rechts). Foto: Petra Ropers


Doch wozu überhaupt ein Masterplan für die Zukunft Bad Rothenfeldes? „Die Kommune – das sind wir doch alle zusammen“, betonte Bürgermeister Klaus Rehkämper. „Und gemeinsam wollen wir Bad Rothenfelde weiter voranbringen.“ Den wichtigsten Grundsatz hält dabei die Präambel fest: „Im Mittelpunkt des Masterplanes 2030 stehen die Menschen in Bad Rothenfelde.“ Für sie legten die Arbeitsgruppen Ziele und auch schon erste Ideen für konkrete Maßnahmen in vier Handlungsfeldern fest.

Bad Rothenfelde als Tourismus- und Gesundheitsstandort

Insgesamt elf Ziele formuliert der Masterplan. Dazu zählen ein attraktives Gastronomieangebot, die Etablierung des Wellengartens als Erholungs- und Fitnesspark, die Einrichtung eines (Bürger-)Hauses für Kultur, Bildung, Begegnung und Gesundheit, aber auch die Sicherung der Lichtsicht, die künftig alle zwei bis drei Jahre stattfinden soll. Eine Landesgartenschau in Bad Rothenfelde und die Aufnahme der Gradierwerke sowie des gesamten Gewinnungs- und Verarbeitungsprozesses der Sole in das Unesco-Weltkulturerbe stehen ebenso auf der Agenda. Vor allem aber soll Bad Rothenfelde als Top-Standort für Tourismus, Gesundheit, Naherholung und Tagungen anerkannt sein und bleiben.

Familie von 0 bis 99 plus und das Zusammenleben der Generationen

Das Miteinander im Ort habe sich in den Diskussionen des zuständigen Arbeitskreises als wichtiges Thema herausgestellt, berichtete Kerstin Schmidt. Der Masterplan formuliert dazu als Ziel: „In Bad Rothenfelde herrscht ein Klima des gegenseitigen Respekts und der Hilfsbereitschaft.“ Begegnungstage der Generationen könnten dazu als Maßnahmenidee beitragen. Die Etablierung des Familien- und Seniorenservicebüros mit Jugendzentrum als Anlaufstelle für alle Generationen und die Einrichtung offener Treffpunkte für Jugendliche sind weitere Punkte. Im Bereich Wohnen strebt der Masterplan einen Imagewandel an. Das Ziel: „Bad Rothenfelde ist bekannt als attraktiver Wohnort für Jung und Alt.“ Dabei sollen Nachverdichtung und Neubebauung mit Augenmaß abgewogen werden.


Bei ihnen liefen über Monate die Fäden zusammen: Iris Seydel, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters (Mitte) mit den Prozessmanagern Carsten Große Starmann und Kerstin Schmidt. Foto: Petra Ropers


Verkehr, Klimaschutz und Natur

Der Verkehr war eines der vordringlichsten Themen des Handlungsfeldes. Wichtig war dem Arbeitskreis dabei die barrierefreie Ausgestaltung des Ortskerns mit möglichst großer Verkehrsberuhigung und klaren, eindeutigen Strukturen im Verkehrsraum. Bauliche Maßnahmen und Kontrollen sollen die Einhaltung der Verkehrsregeln unterstützen. Ein Verkehrskonzept, ein Parkraumkonzept und ein Fahrradwegekonzept sollen erstellt werden. Übergreifendes Ziel ist es, Bad Rothenfelde als Modellgemeinde für einen verkehrsberuhigten und emissionsarmen Kurort zu etablieren. Dabei sollen auch nachhaltiges Wohnen, Bauen und Leben forciert, Grünflächen erhalten und ausgebaut sowie die Natur allgemein erlebbar gemacht werden.

Ortsentwicklung, Infrastruktur und Wirtschaft

Im Bereich der Ortsentwicklung betont der Masterplan die Bedeutung der Bäderarchitektur. Eine dauerhafte gesicherte Grundversorgung soll erhalten und eine bedarfsgerechte medizinische Versorgung sowie die Notfallversorgung mit Notärzten und Rettungsdienst sichergestellt werden. Aber auch der Ausbau eines leistungsfähigen Hochgeschwindigkeitsinternets steht auf der Agenda.

Der endgültige Abschlussberichts des Masterplanes 2030 steht im März online und als Printversion zur Verfügung. Danach beschäftigen sich die politischen Gremien mit dem Werk. Der Ratsbeschluss über die Ziele des Masterplanes erfolgt in der letzten Sitzung vor den Sommerferien. Welche konkreten Maßnahmen sich daraus ableiten, das hängt, wie die Präambel betont, nicht zuletzt von ihrer Finanzierbarkeit ab. Bürgermeister Klaus Rehkämper zeigte sich bei der Präsentation der Ergebnisse jedoch zuversichtlich. Er erinnerte an den 1999 bis 2001 erstellten Städtebaulichen Rahmenplan und die daraus erwachsenen Entwicklungen im Ort: „Die Historie zeigt: Gemeinsam anzupacken, lohnt sich!“


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