Erster Entwurf für Mietspiegel Gespräch mit Mieterverein muss noch erfolgen

Bad Rothenfelde will mit einem Mietpreisspiegel Wohnkosten in der Gemeinde transparent machen. Foto: Gert WestdörpBad Rothenfelde will mit einem Mietpreisspiegel Wohnkosten in der Gemeinde transparent machen. Foto: Gert Westdörp

Bad Rothenfelde. Je kleiner die Wohnung, desto höher der Quadratmeterpreis: Dies ist eine der Erkenntnisse aus dem Entwurf des Mietpreisspiegels für die Gemeinde Bad Rothenfelde.

Dem Bau-, Planungs- und Umweltausschuss stellte Christian Biemann, Geschäftsführer von Haus + Grund Osnabrück, den Entwurf vor. „Ein Mietpreisspiegel dient als Informationsquelle und als Orientierung sowohl für Mieter als auch für Vermieter“, erklärte Biemann. Für Bad Rothenfelde wurde dabei nur der einfache, nicht aber der auf einer umfassenden wissenschaftlichen Untersuchung basierende qualifizierte Mietpreisspiegel erstellt.

Zugrunde liegen ihm einerseits die Erkenntnisse aus Fragebögen. Insgesamt 129 verwertbare sowie 15 unverwertbare Datensätze gingen dazu bei Haus + Grund Osnabrück ein. Damit verzeichnete die Erhebung trotz umfangreicher Werbemaßnahmen nur einen Rücklauf von 8 bis 10 Prozent. Zusätzlich flossen die Erkenntnisse aus Gesprächen mit Gemeinde und der Interessenvertretung von Vermietern in das aus einem tabellarischen Zahlen- und einem Textteil bestehende Gesamtwerk ein.

Das Gespräch mit der Interessenvertretung von Mietern muss noch erfolgen und findet dann ebenfalls Berücksichtigung. Die zunächst vorgelegten Zahlen sind damit noch nicht endgültig. Bislang weisen sie eine Spanne von 4,70 Euro bis 8,60 Euro je Quadratmeter bei Wohnungen von vor 1965 bis nach 2010 auf. Nach den Empfehlungen von Haus + Grund sollte der Mietpreisspiegel alle zwei Jahre überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

B-Plan-Änderung für Westfalendamm 4

Für das an das Feuerwehrgerätehaus angrenzende Gewerbegrundstück Westfalendamm 4 soll eine Änderung des Bebauungsplanes „Östlich Frankfurter Straße“ erfolgen. Einem entsprechenden Aufstellungsbeschluss stimmte der Ausschuss bei zwei Gegenstimmen zu. Auf dem Grundstück plant das Bad Rothenfelder Unternehmen enable energy solutions seinen neuen Firmensitz.

Bereits 2014 erteilte der Gemeinderat das Einvernehmen zu einer Befreiung von einigen Festsetzungen des dort geltenden Bebauungsplanes. So sind für den Baukörper drei anstelle der festgesetzten zwei Vollgeschosse möglich. Die zulässige Gesamthöhe wurde nach damaliger Planung um zwei Meter überschritten. Da zwischenzeitlich aus dem massiven Quader ein aufgelockerter Baukörper mit zurückversetztem Erdgeschoss, großflächigen Büros und entsprechenden Anforderungen an Statik und Klima wurde, erhöht sich in der Höhe die Überschreitung um weitere 1,50 Meter.

„Durch die neu geplanten Abweichungen sind die städtebaulichen Planungsgrundsätze berührt“, erläutert die Verwaltung in ihrem Sachstandsbericht. Eine gebietsverträgliche Lösung, die zugleich die betrieblichen Belange berücksichtigt, soll nun im Rahmen einer Änderung des Bebauungsplanes im beschleunigten Verfahren gefunden werden. „Mit der Eröffnung des Bauleitverfahrens gehen wir noch keine Verbindlichkeiten ein“, betonte Bürgermeister Klaus Rehkämper.

Finanzielle Verbindlichkeiten bringt das Verfahren für die Gemeinde ohnehin nicht mit: Die Verfahrenskosten sind vom Vorhabenträger zu übernehmen.


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