Weltmeisterschaft Rettungsschwimmen Vier Frauen der DLRG Dissen-Bad Rothenfelde holen Bronze in Australien

Gut gelaunt und mit tollen Eindrücken aus Australien zurück sind die Rettungsschwimmerinen (von links): Dörthe Ostermöller-Rosner, Katrin Kaletsch, Karin Meyer zu Hörste und Barbara Horst. Foto: Carolin HlawatschGut gelaunt und mit tollen Eindrücken aus Australien zurück sind die Rettungsschwimmerinen (von links): Dörthe Ostermöller-Rosner, Katrin Kaletsch, Karin Meyer zu Hörste und Barbara Horst. Foto: Carolin Hlawatsch

Bad Rothenfelde. Mit über 7000 Teilnehmern aus 45 Nationen war die Rettungsschwimmer-Weltmeisterschaft im südaustralischen Adelaide, die „Livesaving World Championship 2018“, die bisher größte ihrer Art. Vier Sportlerinnen aus dem Osnabrücker Südkreis waren dabei und gewannen Bronze.

Barbara Horst und Dörthe Ostermöller-Rosner aus Dissen, sowie Karin Meyer zu Hörste aus Bad Rothenfelde und Katrin Kaletsch aus Hilter sind stolz auf den Erfolg, den sie am anderen Ende der Welt errangen. Bei der WM in Australien gingen sie sowohl als Mannschaft, als auch als Einzelschwimmerinnen an den Start. In der vier mal 50 Meter Hindernisstaffel im Kraul-Stil gelang den Frauen gleich am ersten von drei Wettkampftagen der Griff nach der Bronze-Medaille.

Wiedersehen

Andere Disziplinen waren die sogenannte Puppenstaffel bei der die DLRG-Schwimmerinnen nacheinander einen 70 Kilogramm schweren Dummy über eine Strecke von 25 Metern abschleppen mussten und die Gurt-Retterstaffel bei der mit und ohne Flossen an den Füßen eine Person mit Gurt schnell durch das Wasser transportiert wurde. Viele Sportler, mit denen sie wetteiferten, kannten die vier Frauen von anderen internationalen Wettkämpfen. So gab es freudiges Wiedersehen mit Freunden aus Kalifornien, der Schweiz und aus anderen Teilen Deutschlands. 

Das DLRG-Team aus dem Südkreis hatte anderen Mannschaften etwas voraus: „Was unser Team besonders macht ist, dass wir eine gewachsene Mannschaft sind und nicht extra für die WM zusammengewürfelt“, betont Barbara Horst. Seit über zwölf Jahren trainieren die Damen zweimal, vor Wettkämpfen auch dreimal pro Woche zusammen. Katrin Kaletsch stieß vor gut zwei Jahren zum Team dazu. 

Sieges-Lächeln: Einen dritten Platz bei der Rettungsschwimmer-WM in Adelaide holten (von links) Barbara Horst, Karin Meyer zu Hörste, Katrin Kaletsch und Dörthe Ostermöller-Rosner. Foto: Jürgen Wohlgemuth

Der auf die WM folgende gemeinsame Australienurlaub war dennoch eine neue Gruppenerfahrung. Die vier „Südkreis-Schwimmerinnen“ bereisten die „Great Ocean Road“ von Adelaide bis Melbourne gemeinsam in einem Wohnmobil. „Im Vorfeld war uns schon ein bisschen Bange, vor allem wegen der vielen giftigen Spinnen und Schlangen, die einem beim Campen in Australien begegnen können“, berichtet Katrin Kaletsch. Tatsächlich kamen die Frauen mit Australiens Tierwelt in Berührung. „Aber nur mit den guten Tieren“, meinen sie lachend und erzählen fasziniert von Koalas und Kängurus die sie auf „Kangaroo Island“ sogar streicheln konnten und weißen Kakadus und schwarzen Schnecken, die sie auf ihren Wanderungen im gemäßigten Regenwald entdeckten. 

Hubschrauber

Auf eine Woche Wohnmobil-Tour folgte einer der Höhepunkte ihres Australienaufenthalts: Ein Hubschrauberflug über die Steilküste Südaustraliens mit ihren beeindruckenden Felsformationen. Wohnmobil, Hubschrauber und als nächstes Flugzeug: Allerdings flogen die Damen noch nicht zurück nach Deutschland, sondern zunächst einmal nach Sydney, wo sie sieben Tage Zeit hatten, Sehenswürdigkeiten wie das „Opera House“ und die „Harbour Bridge“ abzuklappern und die Surfer am berühmten Bondi Beach zu beobachten. „Ungewohnt und interessant war auch der Weihnachtsschmuck an der hochsommerlichen Strandpromenade“, erinnert sich das Team. Am ersten Dezember kehrten sie nach drei Wochen Australien zurück in den Osnabrücker Südkreis und hatten, so sagen sie, erst einmal Probleme, „sonnengetankt“ und mit Jetlag in Weihnachtsstimmung zu geraten. 

Nach dem Wettkampf bereisten die Rettungsschwimmerinnen aus dem Südkreis Australien. Sie wanderten im Otway Forest Park zwischen uralten Riesenbäumen und Wasserfällen. Foto: Barbara Horst

Inzwischen befinden sich die Vier wieder konzentriert und hochmotiviert im Trainingsmodus im Dissener Aktivbad, wollen sie sich doch bei den Bezirksmeisterschaften am 26. Januar in Hagen aTW für die Landesmeisterschaft qualifizieren. Diese findet im April in Langenhagen statt. Kurz nach Ostern steht dann die Deutsche Seniorenmeisterschaft im Saarland auf der Agenda. „Auf nationaler Ebene gelten wir Rettungsschwimmer bereits ab einem Alter von 25 Jahren als Senioren“, erklärt Katrin Kaletsch, die mit ihren 43 Jahren die Jüngste im Vierer-Team ist. Schon jetzt fiebert sie zusammen mit ihren Kolleginnen der nächsten WM entgegen, die 2020 in Riccione, Italien statt findet. „Dort wollen wir ganz vorne mitschwimmen“.  


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