Miniatur-Welt seit 25 Jahren Bad Rothenfelder Familie verwandelt Wohnzimmer in Winterlandschaft

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Mit viel Liebe zum Detail baut Holger Laske jedes Jahr von Ende November bis Anfang März seine Miniatur- Winterlandschaft im Wohnzimmer auf. Foto: Monika VollmerMit viel Liebe zum Detail baut Holger Laske jedes Jahr von Ende November bis Anfang März seine Miniatur- Winterlandschaft im Wohnzimmer auf. Foto: Monika Vollmer

Bad Rothenfelde. Tiefausläufer bringen zurzeit kräftigen Schneefall in den Alpenraum. Bislang blieben Osnabrück und der Südkreis verschont, doch in Bad Rothenfelde gibt es ein Haus, in dem die Schneefallgrenze bereits im November auf unter 100 Meter sinkt. Familie Laske verwandelt seit 25 Jahren ihr Wohnzimmer in eine verträumte Winterlandschaft.

Die Temperaturen liegen bei knapp 22 Grad, doch bei Holger und Andrea Laske schneit es seit Ende November bis in die tiefen Lagen. Tannenbäume, Hausdächer und Landschaftsabschnitte sehen aus wie eingezuckert, auf einem zugefrorenen Teich drehen Schlittschuhfahrer ihre Pirouetten während Skifahrer rasant die Hänge runtercarven und Snowboarder akrobatisch durch die Luft springen. In der Talsenke eines Bergmassivs liegt ein kleines idyllisches Dorf. Um ein möglichst authentisches Leben mit winterlicher und auch weihnachtlicher Stimmung darzustellen, integriert Laske mehr als 400 Figuren. Dazu kommen 70 Häuser aus keramischem Steinzeug, 1200 LEDs die mittels Zeitschaltuhr in den Abendstunden für ausreichend Beleuchtung sorgen, und zahlreiche Tiere. 

Um ein möglichst authentisches Leben darzustellen, wurden typische jahreszeitliche Szenen dargestellt: so sägt ein Holzfäller Weihnachtsbäume. Foto: Monika Vollmer

Mit viel Leidenschaft fürs Detail baut Laske seit 25 Jahren mitten im Wohnzimmer eine Winter-Miniaturlandschaft auf, achtet dabei jedes Jahr auf eine andere Gestaltung. „Angefangen hat es, als die Frauen mit „Window colors“-Farben jeden Abend ihre Fensterbilder malten. Ich war schon immer ein Bergfuzzi und fing an, mit kleiner Spanplatte sowie gekauften Bergen und Tannen eine kleine Landschaft zu erstellen“, blickt der gelernte Maurer auf seine Anfangszeiten zurück. Mittlerweile ist er bei einer jährlich zwischen neun und 13 Quadratmetern variierenden Fläche angelangt, seine Leidenschaft kostete ihn bislang mehr als 5000 Euro. „Die Bergmassive bastele ich jetzt mit PU-Schaum in Eigenarbeit. Auch die Tannenbäume lassen sich prima selbst gestalten“, verrät er und zeigt, wie mit Hilfe eines Rasierer-Langhaarschneiders aus Flaschenputzbürsten Tannenformen entstehen. Ein wenig grüne Farbe, Schneespray und fertig ist der verschneite Nadelbaum. 

Auch das Osnabrücker Weinhaus ist in die Schneelandschaft eingebunden. Foto: Monika Vollmer

Bei den Häusern legt Laske Wert auf Fachwerk. Stolz präsentiert er seine neueste Errungenschaft: das Osnabrücker Weinhaus, das bei ihm in der Nähe der Burg Eltz Platz findet. „So genau nehme ich das mit den geografischen Gegebenheiten nicht und jedes Jahr wird sowieso anders platziert“, gesteht er und begeistert verliert er sich  in neue Vorhaben.

Ein zugefrorener Teich mit Schlittschuhläufern, deren Stürze jedoch glimpflich verlaufen, gehört jedes Jahr zu den detailreichen Szenen der Winterlandschaft. Foto: Monika Vollmer

Seine Frau nimmt es derweil gelassen: „Ab Mitte November sieht es hier aus wie in einer Tischlerei und ich bin froh, wenn ich bis zum Sofa komme. Zweieinhalb Wochen hält dieser Zustand an, bis alles steht". Tatsächlich müssen Esstisch und vier Stühle weichen, wenn Laske loslegt und vier Platten mit Fototapete, mehrere Gerüstböcke, Kanthölzer, Spanplatten und jede Menge weißer Tischdecken und künstlichen Schnee anschleppt. Ab und an passiert es da schon einmal, dass er eine Kiste vergisst; so wie in dieser Saison, als er zu spät bemerkte, dass die Berg-Seilbahn mit den zwei großen Gondeln fehlte.  

Eine Zeitschaltuhr sorgt in den Abendstunden für Beleuchtung. Foto: Monika Vollmer

Bis Ende Februar ist die Landschaft noch zu bestaunen, danach werden die Miniaturen sorgsam eingepackt und ins Sommerquartier auf den Dachboden gebracht. "Bis zu meinem Geburtstag Anfang März muss alles weggeräumt sein. Dann reicht das mit dem Winter", findet Andrea Laske. Ab dem Zeitpunkt darf auch Kater Sammy wieder unbeobachtet durch die Wohnung tigern. Von ihm droht aktuell die größte Gefahr für das Miniaturleben: fühlt er sich vernachlässig, springt er schon einmal auf die Platte. "Meist ist er jedoch sehr vorsichtig und es kippen vereinzelt nur Bäume oder Personen um. Die sind schnell wieder aufgestellt."

Andrea Laske teilt die Leidenschaft ihres Mannes. Allerdings nur bis zum 9. März. Dann hat sie Geburtstag und die Winterlandschaft muss ins Sommerquartier umziehen. Foto: Monika Vollmer



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