Mit 3,5 Promille durch Bad Rothenfelde Vier Monate Gefängnis auf Bewährung für trinksüchtigen Radfahrer

Von Heiko Kluge

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Amtsgericht Bad Iburg. Foto: Michael SchwagerAmtsgericht Bad Iburg. Foto: Michael Schwager

Bad Rothenfelde. Das Amtsgericht Bad Iburg hat einen 43-jährigen Mann zu vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er mit 3,5 Promille auf dem Fahrrad durch Bad Rothenfelde fuhr.

Am 21. Juli 2018 hatte die Polizei den Angeklagten gegen 19.30 Uhr angehalten, nachdem er mit seinem Fahrrad in Schlangenlinien durch Bad Rothenfelde gekurvt war. Er sei zuvor auf dem Weinfest gewesen, sagte der aus Bad Laer stammende 43-Jährige und habe da wohl "ein bisschen zugeschlagen". 3,5 Promille Alkohol im Blut wurden damals festgestellt. Dazu der Richter trocken: 

Das ist ein Wert, mit dem würde ich mein Fahrrad gar nicht mehr finden.


Jeden Abend drei Liter Wein

Dass der Angeklagte auf dem Rad noch in der Lage gewesen sei, das Gleichgewicht zu halten, spreche für eine hohe Alkoholgewöhnung. "Haben sie ein Alkoholproblem?", fragte der Richter. Nur ein bisschen, antwortete der 43-Jährige – und nur, wenn er keine Arbeit habe. Wie sich herausstellte, schloss dies auch den Feierabend mit ein. Er trinke jeden Abend drei Liter Wein, berichtete der Angeklagte.

Der amtlich bestellte Betreuer des geistig eingeschränkten Mannes erklärte: "Wenn er Vollzeit arbeitet, hat er diese Problematik nicht." 

Erhebliche Gefahr für andere

Es war nicht das erste Mal, dass der 43-Jährige aufgrund von Trunkenheit mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war. Die vier Einträge in seinem Strafregister weisen überwiegend einschlägige Verurteilungen auf. "Im Gefängnis wären sie am falschen Ort", konstatierte der Richter. "Aber wenn sich das ständig wiederholt, bleibt keine andere Wahl." Denn derartige Trunkenheitsfahrten stellten auch für andere eine erhebliche Gefahr dar. 

Bedingung: ein stationärer Entzug

Lediglich wenn der Angeklagte einwillige, einen stationären Entzug anzutreten, könne ihm die Haft noch erspart werden. Da sich der 43-Jährige auf diese Bedingung einließ, setzte das Gericht die viermonatige Freiheitsstrafe für drei Jahre zur Bewährung aus und beschloss, dem Mann einen Bewährungshelfer zur Seite zu stellen. Darüber hinaus muss der Angeklagte 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. 

Wichtigster Bestandteil des Urteils allerdings war die Weisung, dass der 43-Jährige seine Therapie zur Alkoholentwöhnung binnen drei Monaten antreten muss und sie nicht ohne ärztliche Zustimmung abbrechen darf. "Ich werde die Berufung zurückziehen, wenn sie sich nicht darum kümmern", warnte der Richter und erklärte:

Wenn sie so weitersaufen, dann saufen sie sich ins Grab.



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