Ausschuss für Standortanalyse Kann Bad Rothenfelde ein „Care-Hotel“ gebrauchen?

Von Alexander Heim

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Informierte über die TOL-Neuorganisation: TOL-Geschäftsführerin Petra Rosenbach. Foto: Alexander HeimInformierte über die TOL-Neuorganisation: TOL-Geschäftsführerin Petra Rosenbach. Foto: Alexander Heim

Bad Rothenfelde. Auf Destinationsentwicklung, Gesundheits- und Medizintourismus hat sich das Münchener Dienstleistungsbüro „Project M“ spezialisiert. Am Montagabend beschloss der Tourismus-Ausschuss bei zwei Enthaltungen die Beauftragung der Experten zur ergänzenden Mikrostandortanalyse.

Noch gebe es ein ausgewogenes Angebot im Landkreis sowie der Stadt Osnabrück was die Anzahl an Hotelbetten angeht, stellte Petra Rosenbach, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Osnabrücker Land e.V. (TOL), dabei vor. Damit dies so bleibt, müssten sich bestehende Hotels zum einen profilieren und modernisieren, neue Betriebe müssten Nischen besetzen, führte die 52-Jährige aus.

Potenzial

Ausbaupotenzial gebe es vor allem hinsichtlich innovativer, themen- und zielgruppenspezifischer Konzepte. Nicht nur Bad Rothenfelde, auch umliegende Gemeinden im südlichen Landkreis ließen dabei etwaige Potenzialräume prüfen. Der Gemeinde Bad Rothenfelde geht es dabei, so Bürgermeister Klaus Rehkämper, um eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Dissen. Zudem wolle man vor allem das Kurhaus in der Parkstraße genauer betrachten. Mehr aus Bad Rothenfelde

„Es ist besser, man weiß, wie es um einen steht, fragt nach dem Blick von außen und holt sich Rat“, plädierte auch Petra Rosenbach mit Blick auf den Hotel-Masterplan. Als einen weiteren Effekt könne sich Rosenbach dabei die Schaffung eines Service-Pools vorstellen, „um bestehende Betriebe zu unterstützen.“

Pflegende Angehörige

Auch das Thema „Care-Hotel“ kam auf‘s Tapet. Nach einer spezifischen Unterkunft für pflegende Angehörige oder Angehörige von Reha-Patienten erkundigte sich dabei Christiane Schneider (CDU). Auch Onat Temme (SPD) wollte mehr über das Besondere eines solches „Care-Hotels“ erfahren. Sabine Leclercq-Schulte berichtete mit Blick auf die aktuelle Praxis, dass keine Klinik ein solches Angebot mache, weil es dafür kein Budget gebe. „Das ist ein neues Modell“, unterstrich sie. „Wir können die Anfragen nicht bedienen, weil es Kurzzeitpflege und Hotel als Programm nicht gibt.“ Auch Alten- und Pflegeheime könnten dies nicht leisten. „Die Daseinsvorsorge muss für das Umland gedeckt sein“, verwies sie auf den Umstand, dass es auch so schon schwer genug für pflegende Angehörige sei, vor Ort einen Platz zu bekommen: „Da kann man ganz schön rennen.“ Mit fünf Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen wurde beschlossen, zur Potenzial-Analyse an das Büro „Project M“ zu beauftragen.

Petra Rosenbach stellte die geplante Neu-Organisation und Neuausrichtung des Tourismusverbandes im Landkreis vor. „Im vergangenen Jahr 2017 gab es mehr als 2,1 Millionen Übernachtungen“, machte sie dabei auch noch einmal deutlich. Der Tourismus führe dabei „zu einer Standortentwicklung für Gäste, Einheimische und Unternehmen.“

Schlüsselprojekte

Im „Fahrplan 2020 - Tourismus und Marketing“ setze die TOL seit zwei Jahren vier spezifische Schlüsselprojekte um. Dabei gehe es zum einen um die Entwicklung einer Marketing-Strategie mit Profilthemen. Zudem werde eine Dachmarke entwickelt. Drittens gehe es um eine digitale Offensive. Viertens beschäftige man sich mit der Neustrukturierung der Organisationen. Mit im Blick haben die Verantwortlichen dabei auch potenzielle Konflikte mit dem EU-Vergaberecht. Was dabei im Einzelnen geplant ist, wollen Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und Landrat Michael Lübbersmann gemeinsam mit der TOL nach dem Jahreswechsel öffentlich vorstellen.


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