Hilfsbereit mit etwas Skepsis Polizei informierte in Bad Rothenfelde über die Tricks von Betrügern

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Warnte vor Gefahren durch Trickbetrüger: Sandra Middelberg, Polizeikommissariat Georgsmarienhütte. Foto: Petra RopersWarnte vor Gefahren durch Trickbetrüger: Sandra Middelberg, Polizeikommissariat Georgsmarienhütte. Foto: Petra Ropers

Bad Rothenfelde. Über Enkeltrick, falsche Polizisten, Trickdiebstahl und andere Gefahren informierte die Polizei in Bad Rothenfelde.

Auch ein beschaulicher Ort wie Bad Rothenfelde ist nicht frei von kriminellen Machenschaften. Besonders bedauerlich: Gerade älteren Menschen wird häufig ihre Hilfsbereitschaft zum Verhängnis. „Wir möchten sensibilisieren und aufmerksam machen“, erklärte Sandra Middelberg, Sachbearbeiterin Prävention des Polizeikommissariats Georgsmarienhütte. Mit kurzen Filmbeispielen und Audioaufnahmen klärte sie im Haus des Gastes auf. Denn nur wer die Tricks der Straftäter kennt, kann sich vor ihnen schützen.

Dabei kennt der kriminelle Ideenreichtum keine Grenzen. Eine junge Frau steht an der Tür, bittet um Zettel und Stift, um der Nachbarin eine Nachricht zu hinterlassen. Eine einfache Geste der Hilfsbereitschaft, so scheint es. Und wer würde einem leidenden Besucher an der Tür ein Glas Wasser verwehren oder den Mitarbeiter der Wasserwerke an seiner Arbeit hindern? Ihn kurz in die Wohnung zu lassen, liegt nahe.

Auf Nummer Sicher gehen

Doch was als Notlage oder Notwendigkeit erscheint, ist nur eine Ablenkung. Unbemerkt vom Geschädigten dringt ein zweiter Täter in die Wohnung ein, leert Handtasche und Schmuckkästchen und verschwindet wieder. Was ist die Konsequenz? „Sie sollten nicht aufhören, hilfsbereit zu sein“, betonte Sandra Middelberg. Doch ein gesundes Maß an Skepsis und Wachsamkeit ist angebracht. Konkret bedeutet das: Fremde sollten nicht in die Wohnung gelassen werden.

Stehen vermeintliche Mitarbeiter von Unternehmen oder Institutionen vor der Tür, dann reicht es oft nicht aus, sich den Ausweis zeigen zu lassen. Sicherer geht, wer bei der beauftragenden Stelle – mit einer Telefonnummer, die er selbst aus dem Telefonbuch herausgesucht hat - anruft und um Bestätigung bittet. Das gilt auch, wenn scheinbar der Enkel in einer akuten finanziellen Notlage anruft und um Geld bittet.

Rhetorisch geschulte Straftäter

„Enkeltrick? Kann mir nicht passieren“, dachte so mancher der Besucher im Haus des Gastes. Doch die Referentin des Polizeikommissariats Georgsmarienhütte warnte: „Diese Leute tun den ganzen Tag nichts anderes. Sie sind rhetorisch gut geschult und sehr überzeugend.“ Ein einfacher Rückruf bei Kindern oder Enkelkindern reicht jedoch aus, um die tatsächliche Sachlage zu klären. Doch was tun, wenn plötzlich die Polizei selbst anruft? Etwa, weil angebliche Ermittlungen ergeben haben, dass wegen einer Verbrechensserie Geld und Wertsachen auf der Bank nicht mehr sicher sind?

Da scheint es doch überaus zuvorkommend, dass der verständnisvolle und hilfsbereite „Beamte“ anbietet, die Wertsachen bis zum Abschluss der Ermittlungen in Verwahrung zu nehmen. „Die Polizei arbeitet so nicht“, machte die Referentin unmissverständlich deutlich. „Wir haben auf der Dienststelle keinen Platz, um die Wertsachen von Bürgern zu lagern.“

Wer verdächtige Anrufe bekam, etwas Verdächtiges beobachtet hat oder selbst Opfer einer Straftat geworden ist, sollte sich in jedem Fall mit der – echten – Polizei in Verbindung setzen. Scham ist in diesem Fall fehl am Platz: „Rufen Sie die Leitstelle unter 110 an“, betonte Sandra Middelberg. „Wir sind darauf angewiesen.“


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