Endliche Liebesgeschichte Bad Rothenfelde: Lesung mit Sinn für Dramatik und Romantik

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Brachten dem Publikum den Roman "Als die Liebe endlich war" mit einer szenischen Lesung näher: Dirk Lange-Mensing, Christine Eichholz und Matthias Beckwermert vom Bad Rothenfelder Literaturforum. Foto: Susanne PohlmannBrachten dem Publikum den Roman "Als die Liebe endlich war" mit einer szenischen Lesung näher: Dirk Lange-Mensing, Christine Eichholz und Matthias Beckwermert vom Bad Rothenfelder Literaturforum. Foto: Susanne Pohlmann

Bad Rothenfelde. Das Literaturforum Bad Rothenfelde lässt den Roman "Als die Liebe endlich war" in einer szenischen Lesung zum Leben erwachen.

Immer wieder springt die Autorin in ihrem Roman zwischen der Jetzt-Zeit und der Vergangenheit hin und her. Eine Herausforderung für die Mitglieder des Bad Rothenfelder Literaturforums, die den Zuhörern am Freitagabend den faszinierenden Liebesroman "Als die Liebe endlich war" von Andrea Maria Schenkel mit einer szenischen Lesung näher bringen wollten. 

Schnell schlugen Christine Eichholz, Dirk Lange-Mensing und Matthias Beckwermert die Zuhörer in ihren Bann, denn der Roman besticht durch seine Lebendigkeit in Inhalt und Sprache. Erzählt wird die Geschichte von Ida und Carl, die als Kinder einer halbjüdischen Familie im Jahr 1938 mit ihrer Mutter aus Deutschland flüchten, während der Vater noch immer glaubt, dass er in seiner Heimat nichts zu befürchten habe. Die Flucht führt die Mutter und ihre Kinder über Italien mit dem Schiff nach Shanghai und dann in die USA, wo Carl auch heute noch als alter Mann lebt. 

Die Fassade bröckelt

In den USA traf er  auf seine große Liebe Emmi, ebenfalls Flüchtling aus München, deren Vergangenheit nicht minder dramatisch ist. Gemeinsam finden sie Frieden und geben sich Geborgenheit und Liebe. Die Erinnerung an ihre schrecklichen Kindheitserlebnisse in Deutschland und auf der Flucht verdrängen sie so lange, bis die Bitte einer Nachbarin die Erlebnisse wieder wachruft und die Fassade bröckeln lässt. Selbst die so sicher geglaubte Liebe zueinander scheint nun nicht mehr unzweifelhaft. 

Den drei Vortragenden gelang es mit einigen wenigen Requisiten, eine fesselnde Mischung aus gespielten Szenen und erzählten Textpassagen zu präsentieren. Immer wieder wechselt die Perspektive von der Vergangenheit, die in der Erinnerung der Protagonisten lebendig wird, zur Gegenwart, die fast schon schmerzhaft alles in Frage stellt. 

Damit gelang es dem Bad Rotenfelder Literaturforum wieder einmal, Literatur auf eine Art zu präsentieren, die mit einer schlichten Lesung nichts gemein hat. Das macht neugierig auf Bücher und auf all das, was sie ihren Lesern an Gefühlen, Erfahrungen und Lebensgeschichten bieten können.


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