Kabelfernsehen von digital auf analog umgestellt Nur Glandorf schaut in die Röhre

Von Greta Lenzing

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Kleine Kiste: Olaf Jankowski von Radio Sommer mit einem digitalen Kabel-Receiver. Foto: Michael GründelKleine Kiste: Olaf Jankowski von Radio Sommer mit einem digitalen Kabel-Receiver. Foto: Michael Gründel

Glandorf. Ulrich Petereit hat alle Hände voll zu tun. Der Inhaber des Elektrogeschäfts Radio Sommer steht den Menschen vor den Empfangsgeräten derzeit mit Rat, Tat und Receivern zur Seite: Denn seit den frühen Morgenstunden ist das analoge Kabelfernsehen in der Region Geschichte.

Kabelfernsehanbieter Vodafone hat in der Nacht zum Donnerstag den Kabelempfang von analoger auf digitale Technik umgestellt. Betroffen sind neben GMHütte, Bad Iburg, Bad Rothenfelde, Bad Laer, Dissen und Hilter auch Wallenhorst, Bissendorf, Belm, Hagen und Hasbergen. (Weiterlesen: Analoges Kabelfernsehen und -radio werden diese Nacht in Osnabrück abgeschaltet)

Da fehlt doch eine Kommune? Richtig, Glandorf. Ein Zeitpunkt wird von Kabelnetzbetreiber Vodafone nicht genannt. „Für Glandorf liegt aktuell noch kein Umstellungstermin vor“, heißt es lapidar auf der Website des Anbieters. Auch die Pressestelle kann oder will nicht mehr sagen: Natürlich würden die Kunden vor Ort rechtzeitig informiert, wiederholt der Mann ebenso ausdauernd wie nachfrageresistent.

Details zur Netzstruktur werde das Unternehmen nicht nennen. Ohnehin bleibt offen, ob und wie viele Kabelkunden es in Glandorf gibt: Zumindest auf der Website von Vodafone – das Unternehmen hatte Kabel Deutschland übernommen – wird ein Kabelanschluss zum Beispiel für die Adresse des Glandorfer Rathauses erst gar nicht angeboten.

Petereit und seine Kollegen im Umland haben derweil viel zu tun, denn die Umstellung bedeutet in der Regel das Aus für Röhren- und andere in die Jahre gekommenen Fernseher. Die alte Röhrenkiste muss weichen oder zumindest mit einem Receiver ergänzt werden. Aber auch ein geeigneter Fernseher kann die Kunden vor Probleme stelle. Abhängig vom Gerät gestaltet sich jeder Fall etwas anders, erklärt Milovac. Zudem müssten viele Fragen beantwortet werden.

Wer ist betroffen? Jeder Kabelfernsehkunde in der Region. Wer Fernsehen über die Antenne oder über Satellit empfängt, ist nicht betroffen. Radio Sommer hat sich auf etwa 40 bis 50 Betroffene in Bad Rothenfelde eingestellt.

Woran erkennt man, ob man betroffen ist? Vodafone hat in den vergangenen Wochen die Kabelkunden per Post und per Einblendungen auf die Umstellung hingewiesen. Gibt es seit Mitternacht keinen Empfang mehr, ist das ein weiteres Indiz. „Mit einigen gezielten Fragen am Telefon finde ich es meistens heraus“, erklärt Regina Milovac, Verkäuferin bei Radio Sommer.

Was müssen Betroffene tun? Es gibt zwei Optionen. Entweder erwirbt man einen sogenannten Digital-Receiver, der die Signale für alte Geräte umwandelt. Oder man kauft ein Fernsehgerät, das einen integrierten DVB-C-Tuner hat. Das ist seit etwa 2010 eigentlich Standard.

Was kostet die Umstellung? „Receiver kosten in unserem Geschäft momentan etwa 90 Euro“, erklärt Milovac. Dazu kommen noch bei Bedarf die Einbaukosten vor Ort. Ein Angestellter von Radio Sommer kommt für etwa 45 Euro vorbei. Angebote die deutlich über 60 Euro lägen, sollte man kritisch hinterfragen, rät Milovac.

Was passiert mit analogem Radio? Radios sind nur betroffen, sofern sie ebenfalls Sender über das Kabel empfangen. Wer weiter zusätzliche Sender über Kabel empfangen will, muss laut Vodafone auch hierfür einen Digital-Receiver anschließen. Oft kann das Radio aber auch an den Fernseh-Receiver angeschlossen werden oder über den Fernseher selbst das Radioprogramm empfangen werden.

Was passiert mit Kabeltelefonanschlüssen? Laut Vodafone kommt es während der Umstellung in den frühen Morgenstunden zu Ausfällen. Seit 6 Uhr sollten die Telefone jedoch wieder funktionieren.

Mehr Infos gibt es unter www.digitaleskabel.de


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