Leichtbauhalle am Kurpark Rat fällt Grundsatzentscheidung für den Tennisclub Bad Rothenfelde

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Wenn die Freiluft-Saison zu Ende ist, müssen Bad Rothenfelde lange fahren, wenn sie ihren Sport in einer Halle betreiben wollen. Foto: Jörn MartensWenn die Freiluft-Saison zu Ende ist, müssen Bad Rothenfelde lange fahren, wenn sie ihren Sport in einer Halle betreiben wollen. Foto: Jörn Martens

Bad Rothenfelde. Damit vor allem die Kinder und Jugendliche auch im Winter in Bad Rothenfelde Tennis spielen können, traf der Rat nun eine Grundsatzentscheidung: gegen eine Traglufthalle, aber für eine Leichtbauhalle auf den Plätzen des Tennisclubs nahe dem Gradierwerk.

Bei der Ratssitzung am Donnerstagabend ging es um den Wunsch des Tennisclubs Bad Rothenfeld nach einer Traglufthalle, die zwischen Oktober und Ostern auf zwei ihrer Plätze nahe dem Kurpark aufgebaut werden soll. Vor allem Kindern und Jugendlichen sollen so Gelegenheit bekommen, im Winter ortsnah ihren Lieblingssport auszuüben. Für die Traglufthalle sprechen drei Argumente: die der günstige Preis, die Möglichkeit die Halle saisonal aufzustellen und die relativ einfache Art des Aufbaus. Um jedoch zusätzlich auch Fördergelder beantragen zu können, etwa beim Sportbund oder bei der Sparkassenstiftung, muss die Gemeinde sich grundsätzlich für ein solches Projekt aussprechen. Zudem muss sie die Bereitschaft signalisieren, sich finanziell zu beteiligen.

"Wer vom Klimawandel redet, muss auch auf Dinge verzichten, um die es ihm sehr leid tut".Anna Kebschulle (Die Grünen)

Mit einer Traglufthalle tat sich die Mehrheit des Rates schwer. Vor allem ökologische Gesichtspunkte sprächen dagegen. Michael Beetz (Die Grünen) beruft sich auf die Angaben der Klimamanagerin der Gemeinde: Der Energieverbrauch einer Traglufthalle sei dreimal höher als etwa der der Mehrzweckhalle in Aschendorf. "Wer vom Klimawandel redet, wer davon redet, etwas für die Umwelt tun zu müssen, der muss auf Dinge verzichten, um die es ihm sehr leid tut", bekräftigte auch Anna Kebschull (Die Grünen). 


Auch finanzielle Aspekte wurden angesprochen: "Bei einem fest stehenden Gebäude sind zwei bis dreimal höhere Kosten zu erwarten. Das ist für den Verein nicht zu stemmen", so Christiane Schneider (CDU). Michael Beetz machte hingegen eine Rentabilitätsrechnung auf. Nicht nur deutlich höhere Energiekosten fallen an: "Nach 20 bis 25 Jahren kann man die Halle wegschmeißen". Die geringeren Anschaffungskosten könnten so wieder hinfällig werden. In der Diskussion wurde auch von Traglufthallen berichtet, die sich durch Vermietungen bezahlt machten.

"Ich hätte ästhetisch keine Probleme damit".Claudia Klotzbach, CDU

Ebenfalls Thema war die Optik. Denn auch wenn die Traglufthalle auf der Kurpark-abgewandten Seite des Tennisplatzes gebaut werden sollen, handelt es sich um eine sensible Lage im Kurort. Das wird von den Ratsmitgliedern teils sehr unterschiedlich bewertet: "Ich hätte ästhetisch keine Probleme damit und würde für eine Traglufthalle zwischen Oktober und Ostern abstimmen", sagte Claudia Klotzbach (CDU). "Wenn ich im Winter aus städtebaulicher Sicht für eine Halle an dieser Stelle bin, habe ich im Sommer auch keine Bedenken", argumentierte Franz-Josef Albers (SPD) gegen eine saisonale Lösung. Gegen eine Traglufthalle hat er ökologische Bedenken.

"Wir werden von Außen nicht die Tür zu schlagen für eine Alternative zu der Traglufthalle".Michael Beetz, Die Grünen

Doch bei allen Argumenten gegen eine Traglufthalle, die von SPD, den Grünen aber auch einer Minderheit der CDU kamen, machte der Rat deutlich, offen für Alternativen zu sein: "Wir werden nicht die Tür zu schlagen für eine Alternative zu der Traglufthalle", betonte Michael Beetz. "Vereinsförderung und Jugendförderung wollen wir alle", sagte auch Franz-Josef Albers. Christiane Schneider (CDU) "liegt die Kinder- und Jugendarbeit sehr am Herzen". Gerade im Winter sei es schwierig, die Kinder bis zu den Hallen in NRW zu karren. Vorgeschlagen wurde vom Rat schließlich die Alternative, eine Leichtbauhalle am Kurpark zu bauen.

Mehrfach forderten die Ratsmitglieder schließlich die Abstimmung, die stimmungsmäßig beinahe einer Art Kampfabstimmung glich. Mehrere Möglichkeiten standen zur Auswahl. Eine Mehrheit stimmte gegen die Traglufthalle (ja:7; nein: 10; Enthaltung: 2). Für eine Leichtbauhalle war die Mehrheit (saisonal aufgestellt: ja:13; nein: 4; Enthaltung: 2; ganzjährig aufgestellt: ja: 14; nein: 2; Enthaltung: 3).


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