Kritik an Entscheidungsfindung Giebel der Villa Lehmann erstaunt Bad Rothenfelder Ratsmitglieder

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Rothenfelde Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der Giebel der Villa Lehmann ist noch stehen geblieben der Rest wird neu aber "historisiert" wieder als Kindergarten aufgebaut. Viele Ausschussmitglieder waren überrascht davon, auch wenn sie der Lösung schließlich zustimmen. Foto: Achim KöppDer Giebel der Villa Lehmann ist noch stehen geblieben der Rest wird neu aber "historisiert" wieder als Kindergarten aufgebaut. Viele Ausschussmitglieder waren überrascht davon, auch wenn sie der Lösung schließlich zustimmen. Foto: Achim Köpp

Bad Rothenfelde. Derzeit wird die Villa Lehmann in einen Kindergarten umgebaut. Der erste Bauabschnitt begann mit einer Überraschung: Denn auf einmal stand nur noch die Fassade des ortsbildprägenden Gebäudes. Die SPD brachte das Thema nun zurück auf die Tagesordnung des Sozialausschusses. Die Mehrheit der Mitglieder sprach sich für den gefundenen Kompromiss aus.

Nur in einem Punkt herrschte Einstimmigkeit bei diesem Thema und das von Beginn an: Das es überhaupt eine neue Kindergartengruppe gibt sei "gut und richtig". Denn derzeit behilft sich die St.-Elisabeth-Kita noch mit einer Containerlösung. Das zu ändern war dem Ausschuss von Beginn an ein Anliegen. Jeder weitere Punkt sorgte  seit 2016 für Diskussionsstoff: Von der Frage nach dem Standort bis zur Frage, ob das ortsbildprägende Haus erhalten werden soll gab es zahlreiche Diskussionen. Zu Beginn der Sommerferien stand dann auf einmal nur noch der Giebel der Villa Lehmann.
Weiterlesen: Nur Giebelwand der Villa Lehmann steht noch
"Ich war nicht überrascht, als nur der Giebel da stand, ich habe das gewusst", sagte Susanne Pohlmann (CDU). "Uns war nicht klar, dass das Haus bis auf den Giebel abgerissen wird", widersprach hingegen Jens Brinkmann (SPD). Auch Anna Kebschull (Bündnis 90/Die Grünen) hatte es wohl etwas anders erwartet: "Am Ende hätten wir uns die eine Information mehr gewünscht", so die Fraktionsvorsitzende. Denn offenbar war einigen Ratsmitgliedern im Vorfeld nicht klar, was genau Teilabriss in diesem Fall bedeutet. Manch einer erwartete, dass die Seitenwände zumindest teils stehen blieben. Diese waren aber schließlich doch abgerissen worden, um Kosten zu sparen. "Wenn das nicht klar war, auf welcher Entscheidungsgrundlage fand dieser Teilabriss statt?", fragte Jens Brinkmann; nicht nur im Ausschuss, sondern zuvor auch die Verwaltung.

Entscheidung im Verwaltungsausschuss

Die Kritik betreffe nicht das Abstimmungsergebnis. Das war zwar nicht im Sinne der SPD. Das sei aber auch nicht das Problem: "Bei demokratischen Abstimmungsprozessen zu unterliegen, ist für uns in Ordnung", betonte Jens Brinkmann. Tatsächlich sei das Thema plötzlich nicht mehr Gegenstand des Sozialausschusses gewesen. "Zunächst wurde das Thema offen in den Ausschüssen diskutiert, dann wurde es irgendwann in die nicht öffentlichen Gremien verschoben", erinnerte sich Onat Temme während der Sitzung. Das war etwa im Dezember und Januar des vergangenen Jahres. In diese Zeit fällt auch der plötzlich Tod des mit dem Projekt beauftragten Architekten Andreas Austmeyer. Um Kindergartenplätze zu schaffen, musste es jedoch möglichst schnell weitergehen; verschwand aber gleichzeitig aus der öffentlichen Diskussion. Die Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters hatte auf Anfrage hin alle Protokolle durchforstet, um den Entscheidungsweg nachzuzeichnen: Vom Sozialausschuss wurde das Thema weiter an den Verwaltungsausschuss gegeben, der schließlich die Entscheidung zum Teilabriss traf. Andere Fragen seien laut SPD unbeantwortet geblieben: "Ich habe eine klare Anfrage gestellt und keine klare Antwort bekommen", berichtete Jens Brinkmann. Das Thema Villa Lehmann stehe nur stellvertretend für andere Themen, bei denen das auch so laufe. Die Mehrheit des Gremiums war jedoch anderer Ansicht.

Unterschiedliche Positionen

"Es war ein offener Prozess", berichtete Anna Kebschull, die zudem daran erinnerte, dass es Konsens war, das ortsbildprägende Gebäude zu erhalten und gleichzeitig gemeinsam mit der Schüchtermannklinik und der Katholischen Kirche eine neue zentrumsnahe Gruppe zu schaffen. Überstimmt wurde immer wieder die SPD, die kritisierte, dass mit den Geld, das in den Erhalt der Villa Lehmann gesteckt wurde, an anderer Stelle mit einem Neubau mehr Kindergartenplätze hätten geschaffen werden können.




Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN