Bernd Thye

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Schmunzeln und Lachen, aber auch Stirnrunzelnund Nachdenken – bei Lesungen des Meller Autors Bernd Thye kann man immerdie verschiedensten Reaktionen beim Publikum beobachten. Bernd Thye liest am Donnerstag, den 16. August um 20 Uhr auf Einladung des Literatur Forums in der Buchhandlung Bücher Beckwermert in Bad Rothenfelde. 

Über sich sagt er: „Ich möchte in Absurdistan wohnen, in Ironien Urlaub machen und über das sarkastische Meer nach Abstrusien segeln!“ So schreibt er denn auch – immer ein bisschen doppeldeutig, immer ein bisschen querdenkend und das Ironische scheint er sprachlich am liebsten zu mögen. Er versucht immer wieder, die Absurdität des alltäglichen aufzudecken, fordert auf, zu denken und nicht nur irgendwelchen Vordenkern nachzudenken. „Bevor Du so stolz auf Deine eigene Meinung bist, solltest Du Dich erst einmal fragen, woher Du sie hast!“, ist so eine seiner typischen Aphorismen.

Als Autor ist Bernd Thye in einem breiten Spektrum unterwegs. Es sind einerseits journalistische Texte über Kunst, Kultur und alternativmedizinische Themen, aber auch kleine Essays zu gesellschaftlichen und politischen Fragen. Darüberhinaus verfasst er Sachbücher zu ebenfalls alternativmedizinischen Themen.

Seine Leidenschaft aber sind eben skurrile Geschichten, scheinbar unwirklich aber gerade deshalb ein Spiegelbild des Realen. Hier verpackt er gekonnt und ironisch seine Kritik an bestehenden Zu- und Umständen, am Alltagsgeschehen ebenso wie an gesellschaftlichen Abläufen und Veränderungen.

Er hebt gerne mal den Zeigefinger, aber eher im Wilhelm Buschchen Sinne, nicht als Besserwisser und Belehrender. Gerne stellt er solche Fragen, deren Antworten unausweichlich sind. Nicht umsonst verfügt er über einen reichen Schatz an nachdenklichen, humorvollen und kritischen Sprüchen, Metaphern und Aphorismen.

Bernd Thye liebt das Spiel mit Worten – hintersinnig, zwei- und mehrdeutig, immer auch als Eizelle eines neuen Gedankens gebraucht – Denkmal oder denk mal am Denkmal oder wegen des...

Aber es haben ihm nicht nur die Prosatexte angetan. In Gedichten verarbeitet er eine Menge eigener Erfahrungen und Erlebnisse, lässt Gefühlen freien Lauf und Gedanken eine Wohnstatt in seiner Sprache. Sein Gedichtband „Lasst uns wieder aufstehn“ ist auch eine Abrechnung und eine Reminiszenz zugleich an seine Generation. Man merkt ihm in vielen seiner engagierten Texte den 68er einfach an, nicht angepasst, immer hinterfragend, kritisch und wach und immer am Puls der Zeit, eben auch der heutigen.

Als Vater und Großvater liegt es nahe, dass aus seiner Feder auch Kindergeschichten fließen. So sind die Eisenbahnmäuse SamSon und Mittwoch beispielsweise die Helden lehrreicher, überraschender und spannender Geschichten von Reisen durch das Land, die voller ganz alltäglicher Situationskomik sind. 

So nebenbei legt der Hundeliebhaber dann noch seinem englischen Cockerspaniel Sokrates den ein oder anderen Gedanken aus Sicht des Hundes zum Menschen in die Schnauze – als Ergänzung zum Philosophiestudium quasi. 

Im Literaturforum Bad Rothenfelde wird Bernd Thye vornehmlich aus seiner Erzählung „Ne Theo, so nicht – Gespräch mit:über Gott“ vorlesen. Um auf Gefahren und Nebenwirkungen dieses Textes hinzuweisen, verteilt der Autor vorher einen „Beipackzettel“ unter den Zuhörern. Natürlich wird Thye auch lyrisches vortragen, sein zweiter Gedichtband „Ich bin noch wach“ erscheint in dieser Zeit.

Tja, und wie immer bei seinen Lesungen hat er seinen Papierkorb dabei mit einer Menge Gedankenschnipseln, die er vorträgt und ins Publikum wirft. 

Foto: Anita Agarius


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