Konzert im Haus des Gastes „The Stokes“ bringen Pub-Atmosphäre nach Bad Rothenfelde

Von Horst Troiza

Beim Auftritt im Haus des Gastes forderten die „Stokes“, (von links) Jörg Gleba, Kevin Sheahan und Roland Noack, das Publikum unentwegt zum Mitmachen auf. Foto: Horst TroizaBeim Auftritt im Haus des Gastes forderten die „Stokes“, (von links) Jörg Gleba, Kevin Sheahan und Roland Noack, das Publikum unentwegt zum Mitmachen auf. Foto: Horst Troiza

Bad Rothenfelde. Zwei Stunden begeisterte das Trio „The Stokes“ im ausverkauften Haus des Gastes mit traditioneller irischer Musik. Der schnörkellose Sound und viel Authentizität versetzten die Zuhörer in die Atmosphäre eines irischen Pubs.

Ein Konzert der „Stokes“ ist für das Publikum wie eine Reise durch die Pubs der irischen Insel. Man wird mit viel Gastfreundlichkeit aufgenommen, darf sich wie ein Einheimischer fühlen und wird in das Geschehen einbezogen. Einzig auf das sonst noch dazu gehörige Pint Guinness oder Cider mussten die Zuhörer im Haus des Gastes verzichten, ansonsten war die Stimmung authentisch wie in einem Pub auf dem Lande.

Eise Brise Westküste

Dass ein solcher Vergleich überhaupt möglich wird, liegt an der Präsenz des Trios. Es ist mehr als nur ein Banjo, eine Gitarre, eine Flöte und der Gesang von Kevin Sheahan, was einem da wie eine frische Brise an der Westküste entgegen weht, es ist das gehörige Maß an Authentizität, das jeden einfängt und von einer baldigen Reise in das Land mit seinen unverwechselbaren Mythen, Geschichten und dem ihm eigenen Humor träumen lässt.

Geschichtenerzähler

Sheahan ist ein Geschichtenerzähler allerbester Güte, ob in den Texten der Songs oder den Überleitungen. Als waschechter Ire begrüße er den Brexit der Briten, ließ er das Publikum wissen, und richtete den Blick auf jahrhundertelange Unterdrückung Irlands durch englische Besatzung. Nun sei einzig noch die Wiedervereinigung mit dem Norden nötig, um ihn glücklich zu machen. Daraufhin stimmte mit seinen beiden Bandkollegen „A Nation once again“ an, ein auf der Insel populärer Song, unter anderem von den Wolfe Tones interpretiert.

Mit Roland Noack (diverse Flöten) und Jörg Gleba (Banjo) hat er unverzichtbare Partner an seiner Seite. Das Trio ist eingespielt, legt Wert auf Schnörkellosigkeit und Leidenschaft. Ganz in der Tradition von Irish-Folk-Größen wie den Dubliners, Chieftains, Christy Moore und anderen verweigern sie sich dem Mainstream, haben auf ihrer Tracklist Songs wie „Bank oft he Roses“ oder „Liverpool Lou“ stehen, vielen Irland-Besuchern von Pub-Besuchen bekannt.

Alle Register gezogen

Die „Stokes“ zogen im Verlauf ihres Auftritts alle Register. Mit „Dirty old Town“ oder „Whiskey in the Jar“ brachten sie ihre Zuhörer dann ganz auf ihre Seite. Restlos begeistert folgten sie jeder Aufforderung von der Bühne und klatschten den Takt oder sangen Refrains mit – nicht anders als wenn man in einen Pub auf der „Grünen Insel“ eingekehrt wäre.


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