Vortrag: Unterstützung selbstbestimmten Lebens Teilhabeberatung für Menschen mit Behinderungen in Bad Rothenfelde

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In den EUTB beraten Menschen mit Behinderung andere Betroffene. Der blinde Sozialarbeiter Steven Brentrop kommt mit Assistentin Sarah Pohlmann zu einem Vortrag nach Bad Rothenfelde. Foto: Petra PieperIn den EUTB beraten Menschen mit Behinderung andere Betroffene. Der blinde Sozialarbeiter Steven Brentrop kommt mit Assistentin Sarah Pohlmann zu einem Vortrag nach Bad Rothenfelde. Foto: Petra Pieper

Bad Rothenfelde. Bad Rothenfelde/Osnabrück. In „Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstellen“ (EUTB) beraten Menschen mit Behinderung andere Menschen mit Behinderung, wie sie möglichst volle gesellschaftliche Teilhabe erlangen und ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Seit Anfang des Jahres wurden, gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, bundesweit rund 500 EUTBs eingerichtet. In Osnabrück gibt es drei, eine von ihnen ist dem Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V. angegliedert. In den Büroräumen an der Pagenstecherstraße 4 berät Sozialarbeiter Steven Brentrop, unterstützt von zwei Assistentinnen, seit Juni Betroffene, Angehörige und Fachkräfte in allen erdenklichen Fragen rund um Rehabilitation und Teilhabe. Da geht es zum Beispiel um Wohnen, Arbeiten, Mobilität, Beantragung von Hilfsmitteln, Pflegegeld oder persönlicher Assistenz. Ausgenommen ist Rechtsberatung. „Teilhabe bedeutet Teil der Gesellschaft zu sein, in der Mitte der Gesellschaft anzukommen, nicht ausgeschlossen zu sein“, erläutert der 31-Jährige.

Am Beispiel von speziellen Ampeln für Sehbehinderte und Blinde verdeutlicht er das Prinzip: „Jeder, auch der Blinde, sollte die Möglichkeit haben, mobil zu sein und sicher am Straßenverkehr teilzunehmen.“ Das Beratungsangebot ist aber nicht nur auf Sehbehinderte zugeschnitten, „jegliche Behinderung ist hier richtig“, so Brentrop. Ein anderes Thema ist selbstbestimmtes Wohnen: Wer sich als Mensch mit Behinderung nicht den Regelungen in einer Pflegeeinrichtungen unterwerfen will, hat das Recht, in einer eigenen Wohnung zu leben und dort die für seine Lebensführung erforderlichen Hilfsmittel zur Verfügung zu haben. „Die Menschen sollen befähigt werden, aktiv und selbstbestimmt zu leben“.

Vortrag in Bad Rothenfelde

Um das neue kostenlose und unabhängige Beratungsangebot bei den Berechtigten bekannter zu machen, besucht der blinde Sozialarbeiter unter anderem Selbsthilfegruppen. Am Dienstag, 14. August, kommt er zu einem Vortrag ab 14.30 Uhr in die SHG der Blinden und Sehbehinderten nach Bad Rothenfelde. Gruppenleiter Rainer Appelbaum lädt alle Interessierten, nicht nur Sehbehinderte, und auch ihre Angehörigen dazu in den Wintergarten der Dr. Georg-Augenklinik, Am Kurpark 13, ein. „Es ist ein echter Vorteil, dass für die EUTB-Beratungen Menschen mit Handycap eingestellt wurden, die können sich am besten in unserer Situation einfühlen“, unterstreicht Appelbaum.

Hintergrund der EUTB ist das neue Bundesteilhabegesetz vom Dezember 2016. Ziel ist eine noch weitergehende Stärkung und Förderung des Rechts aller Menschen mit Behinderung auf Selbstbestimmung, das erstmals 2001 im Sozialgesetzbuch verankert wurde. Menschen mit Behinderungen sollen nicht länger „Objekt der Fürsorge“ sein, sondern selbstbestimmte Bürger. Sie haben ein Recht auf „volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe“ und die EUTB sind dabei die „Lotsen durch den Behördendschungel“. Weitere Informationen: www.teilhabeberatung-bvn.de


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