Endlose Weiten auf 800 Meter Galaktische Reise entlang Bad Rothenfelder Gradierwerke

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Entlang der Gradierwerke durch die unendlichen Weiten des Weltalls spazieren: Das würde Helmut Sandkämper gerne realisieren. Er zeigt den ersten Entwurf einer Informationstafel, das den Startpunkt markieren könnte. Foto: Elvira PartonEntlang der Gradierwerke durch die unendlichen Weiten des Weltalls spazieren: Das würde Helmut Sandkämper gerne realisieren. Er zeigt den ersten Entwurf einer Informationstafel, das den Startpunkt markieren könnte. Foto: Elvira Parton

Bad Rothenfelde. Eine Reise zum Mars dauert etwas mehr als sieben Monate. Wer die Zeit nicht hat, kann in Zukunft vielleicht auch in Bad Rothenfelde die endlosen Weiten des Weltraums erfahren. Wie das gehen soll? Helmut Sandkämper stellt seine Idee vor.

„Es geht nicht darum, Gäste zu belehren, es soll Unterhaltungswert haben“, erläutert er während des Tourismusausschusses die Idee, einen Planetenweg entlang der Gradierwerke zu konzipieren. Denn wer kann sich schon die Entfernung zwischen Sonne und Jupiter vorstellen? 778500000 Kilometer? Um zumindest eine Idee von der Entfernung zu bekommen, hat Helmut Sandkämper diese galaktisch hohen Zahlen auf ein irdisches Maß runtergerechnet: Die Sonne hat demnach etwa einen Durchmesser von 1,40 Meter und würde sich an der Windmühle am Neuen Gradierwerk befinden. Maßstabsgetreu ginge es dann weiter bis hin zum 800 Meter weiter entfernten Jupiter am Ende des Alten Gradierwerks.

Auf den Spuren des Lichtes

Helmut Sandkämper rollt ein Plakat aus, auf dem unser Sonnensystem zu sehen ist: „So eine Informationstafel müsste den Anfangspunkt markieren“, so der Hobby-Astronom. Von diesem Standort könnten Besucher auf den Spuren des Lichts entlang des Gradierwerks spazieren. Erster Haltepunkt der Reise wäre der Merkur. Im All braucht das Licht drei Minuten und 18 Sekunden dorthin. Ob es für den Besucher in Lichtgeschwindigkeit weiter zum Liebesplanet Venus ginge, bliebe ihm natürlich selbst überlassen. Sicher ist, dass als Nächstes der Eintritt in die „habitale Zone“ erfolgt, in der der Blaue Planet seine Kreise zieht.

„Nicht übertreiben“

Von dort ginge es weiter zum Mars und dem Asteroidengürtel am Ende des Alten Gradierwerks bis zum nächsten Planeten Jupiter, am Ende des Neuen Gradierwerks. „Man muss es nicht übertreiben“, sagt Sandkämper schließlich – und schlägt vor, den Maßstab an dieser Stelle zu verlassen. Denn Saturn, Jupiter und Uranus sind weit weg. Um Zwergplanet Pluto zu erreichen, müssten Besucher sogar bis zur Tankstelle Timmermeister in Hilter gehen. „Das könnten wir auf einer Karte am Neuen Gradierwerk auffangen“, schlägt Sandkämper vor.

Lange Reise zwischen Mars und Jupiter

„Man kann die Entfernung im Sonnensystem gut an der langen Front der Gradierwerke klar machen“, unterstreicht Franz-Josef Albers (SPD) die Besonderheit des Standortes. Auch die Mehrheit der anderen Ausschussmitglieder sieht die Idee positiv. Möglich wäre die Route etwa an der Nordseite der Gradierwerke. Christiane Schneider (CDU) schlägt zudem vor, die lange Reise zwischen Mars und Jupiter mit Informationshäppchen zu versüßen: „Man könnte zum Beispiel erklären, warum der Himmel blau ist“, nennt sie ein Beispiel. Ausschussvorsitzender Dirk Dreyer (Bündnis 90/Die Grünen) regt zudem an – vorbehaltlicher aller möglichen Entwicklungen rund um die Projektions-Biennale Lichtsicht –, den Plantenweg mit den technischen Möglichkeiten am Gradierwerk zu kombinieren – und mit den Beamern das Sonnensystem auf die Schwarzdornwände zu projizieren.

Suche nach Geldgebern

Onat Temme (SPD) hingegen sieht keine zwangsläufige Verbindung zwischen Gradierwerk und Planetensystem. Sie sieht dort eher einen Pfad, der die Geschichte des Salzsiedens zum Thema hat. Susanne Pohlmann (CDU) findet, dass sich beides nicht unbedingt ausschließt. „Einen Planetenweg am Gradierwerk kann ich mir gut vorstellen“. „Mir war es wichtig ein Stimmungsbild zu bekommen“, sagt schließlich Bürgermeister Klaus Rehkämper. Er hatte den Tagesordnungspunkt angeregt. „Wenn wir endgültig zu dem Schluss kommen, dass ein Planetenweg eine Bereicherung für den Ort ist, dann sollten wir uns auf den Weg machen, das Konzept weiterentwickeln und Geldgeber suchen“.


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