„Wir wollen ein Stück Perspektive schaffen“ „Aktion Flamingo“ im Osnabrücker Land

Von Alexander Heim

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Erster Prominenter im Einsatz für die gute Sache: Anke Meckfessel und Superintendent Hans-Georg Meyer - ten Thoren freuen sich, dass auch Rainer Spiering die „Aktion Flamingo“ unterstützt. In den kommenden Wochen werden nun viele Spender gesucht, um Kindern und Jugendlichen in Südafrika bestmöglichen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Foto: Alexander HeimErster Prominenter im Einsatz für die gute Sache: Anke Meckfessel und Superintendent Hans-Georg Meyer - ten Thoren freuen sich, dass auch Rainer Spiering die „Aktion Flamingo“ unterstützt. In den kommenden Wochen werden nun viele Spender gesucht, um Kindern und Jugendlichen in Südafrika bestmöglichen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Foto: Alexander Heim

Bad Rothenfelde „Wir fliegen auf Bildung“ - wenn Flamingos reden könnten, dies wäre vielleicht ihr Motto. An ihrer Stelle sprechen es nun erneut die Verantwortlichen des Bildungsfonds des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Melle-Georgsmarienhütte aus. Und hoffen, für die Neuauflage der „Aktion Flamingo“ mindestens ebenso viele Unterstützer zu finden wie bereits vor zwei Jahren. Mindestens ein Politiker ist auf jeden Fall schon einmal mit von der Partie.

Denn für den Bundestagsabgeordneten Rainer Spiering ist es Ehrensache, die gute Tat zu unterstützen. Kein Wunder also, dass eine kleine Flamingo-Familie ihre Landebahn just vor seiner Haustür gefunden hat. Und von nun an hofft, auch beim Weiterflug durch den Kirchenkreis offene Türen und Herzen anzutreffen.

Seit etlichen Jahren unterhält der Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte gute Beziehungen zu den drei südafrikanischen Kirchenkreisen Durban, Umngeni und Umvoti. Hier ist Schulbildung keine Selbstverständlichkeit, sind Schulgelder zu entrichten und zuweilen beschwerliche Wege für den Besuch eines Klassenzimmers in Kauf zu nehmen. Damit Schülerinnen und Schüler in der Provinz Kwazulu-Natal nicht aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen vom Lernen – und damit von Lebensperspektiven - abgehalten werden, unterstützt der Bildungsfonds mit der „Aktion Flamingo“ jährlich rund 150 Schüler und Jugendliche an der südlichen Spitze des afrikanischen Kontinents. Ein Gemeinschaftstprojekt. Denn: „Auch in den Partnergemeinden vor Ort wird natürlich Geld gesammelt“, erläutert Anke Meckessel, Diakonin und Vorsitzende des Partnerschaftsausschusses im Kirchenkreis.

„Wir wollen in dem Land ein Stück Perspektive schaffen“, betont Superintendent Hans-Georg Meyer-ten Thoren. „Vor zwei Jahren haben wir die Aktion schon einmal durchgeführt, 50 Tage lang, von Ostern bis Pfingsten“, erläutert der 58-Jährige. „Das hat uns so beflügelt - da haben wir gesagt: das müssen wir wiederholen.“ „Bildung ist für Kinder und Jungendliche der Schlüssel zu einem guten Leben und Teilhabe“, weiß Anke Meckfessel, die zuletzt vor einem Jahr in Südafrika war und selbst als Lehrerin tätig ist. 15000 Euro waren bei der letzten „Aktion Flamingo“ zusammengekommen. Eine Summe, die sie bei der Neuauflage gerne noch einmal toppen würden.

Schüler zu einer guten Schulbildung zu verhelfen, etwa, indem die Anschaffung der Schuluniform oder von Lehrbüchern übernommen wird - das ist das eine. Denn auch in Sachen Ausbildung macht sich der Bildungsfonds stark. Etwa wenn es gilt, einen Personenbeförderungsschein zu finanzieren, damit ein junger Erwachsener als Taxifahrer arbeiten und sein Geld verdienen kann. Das alles in einer Region, in der zwei Drittel der Bevölkerung HIV-Positiv sind, es viele AIDS-Waisen gibt.

„Bildung heißt, sich selber helfen zu können. Es ist die Kernkompetenz in allen Lebensbereichen“, unterstreicht auch Rainer Spiering. Er würde sich wünschen, dass auch in Südafrika ein Konzept wie das der Dualen Berufsausbildung Fuß fassen würde. Nun hat der Bundestagsabgeordnete erst einmal den ersten Flamingos eine Landewiese gegeben - und damit zugleich eine Startbahn. Denn gemeinsam mit Anke Meckfessel und Superintendent Hans-Georg Meyer-ten Thoren hofft er, dass viele Menschen im südlichen Landkreis nicht nur staunen, wenn sie feststellen, dass morgens die Flamingos bei ihnen Station gemacht haben, sondern den roséfarbenen Vogelimitationen mit großzügigen Spenden auch Wind unter die Flügel geben, der die Wirbeltiere bis nach Südafrika trägt.

„Unsere Unterstützung dort“, führt Anke Meckfessel aus, „ist wie eine Art BAföG-Darlehen.“ Die Empfänger müssen es nach erfolgreichem Abschluss zurückzahlen. „Damit es eine Starthilfe für den Nächsten gibt“, erläutert Anke Meckfessel. Die initiale Starthilfe - sie kann nun im gesamten Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte – also auch in Dissen, Bad Laer, Bissendorf, Hagen und Sutthausen – erfolgen. Viel Erfolg also beim Aufspüren der Flamingos. Und: keine Scheu. Wenn man sie nur richtig „füttert“, sind die Phoenicopteriformes absolut handzahm. „Geräuschlos“ geht dabei übrigens am besten, sagen Experten.


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