Mit dem Oldtimer unterwegs Zeitreisende machen Rast in Bad Rothenfelde

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Bad Rothenfelde. Ein Oldtimer ist kein Weichspüler-Auto. Doch das hält die Teilnehmer des Autotreffs nicht davon ab, zum Teil 800 Kilometer zum Startpunkt in Melle zurück zu legen – und dabei 100 Jahre in die Vergangenheit zu reisen. Bad Rothenfelde ist einer der Rastplätze auf dem Trip durch die Zeit.

Enthaltsamkeitsmaschinen nennt Heiner Rössler, Gesellschafter des Automuseums Melle, sie liebevoll: Die Oldtimer, die auf ihrer dreitägigen Tour einen Zwischenstopp im Forsthaus in Bad Rothenfelde eingelegt haben. Zugegeben: Ein sehr nasser Zwischenstopp an diesem verregneten Tag, mit Autos, die nicht gerade zur modernen „Weichspülergeneration“ gehören, die ihre Fahrer aber um so stilechter durch das Osnabrücker Land und das Münsterland bringen.

Mit Liebe zur Technik

„Ich liebe die Landschaft“, bekundet der Fahrer des leuchtentroten Stanleys – very british. Um zu dem internationalen Treff des Automuseums Melle zu kommen, legt er knapp 800 Kilometer zurück: Als Purist mit Regenmantel und wasserabweisender Hose, dafür aber ganz ohne Windschutzscheibe und Dach, überquerte er mit seinem Dampfauto per Fähre den Kanal und fuhr quer durch Frankreich bis nach Melle. Mit einem alten Auto auf lange Reise gehen? Mit dem richtigen technischen Verständnis auf jeden Fall. Für den Notfall haben die Fahrer alles dabei, was für eine Reparatur nötig ist. „Bei den Oldtimern lässt sich ja noch viel selbst machen“, sagt Rössler. Das Wissen brauchen die Fahrer allerdings. Vor allem bei den damals nur selten produzierten Dampfautos. Mit denen kennt sich auf weiter Flur oftmals nur der Fahrzeugbesitzer selbst aus – und das verbindet. Nicht nur Auto und Fahrer, auch die Fahrer untereinander: Gleichgesinnte, die die Technik lieben, nicht die „Schau“, wie Rössler sagt. Eine Schau bleibt aber natürlich trotzdem nicht aus, wenn sich fast 20 Oldtimer langsam auf den Weg machen, die Allee am Forsthaus zur Straße entlang fahren. Dann ist es auch für den Zuschauer als hätte er sich in einer Zeitkapsel verirrt.

In der Zeitkapsel

Die dreitägige Tour führt auch die Fahrer des Treffs nicht nur über Altbergen, zur Glockengießerei in Gescher und wieder zurück nach Melle. Sie führt die Fahrer 100 Jahre zurück in eine andere Zeit. Manch einer hat sich mit Zylinder in der Hand auf den Weg gemacht, andere fahren in Shorts und T-shirt. Alle sind in einer Zeit angekommen, als das Auto den Blick weitete. „Vorher waren die meisten Menschen an den Ort gebunden, an dem sie lebten“, sagt Heiner Rössler. Mit den Autos brachen sie auf, entdeckten die Welt, erweiterten ihren Horizont. „Nach einer Reise in diese Zeit, ist es nicht immer leicht, zurück in den Alltag zu kommen“, berichtet Heiner Rössler von Erfahrungen vieler Mitreisender. Und so schwingt wohl auch ein bisschen Wehmut mit auf dieser letzten Etappe zurück nach Melle.


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