Wegerandstreifen sollen blühen Sommerwiesen kompensieren Bauland in Bad Rothenfelde

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Bis sich eine Blühwiese seine volle Pracht entfaltet, braucht es Zeit. Ingo Zapp ermuntert jedoch Geduld zu haben, denn die Bepflanzung von Wegerandstreifen ist sinnvoll. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpaBis sich eine Blühwiese seine volle Pracht entfaltet, braucht es Zeit. Ingo Zapp ermuntert jedoch Geduld zu haben, denn die Bepflanzung von Wegerandstreifen ist sinnvoll. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Bad Rothenfelde. Wegerandstreifen mit Sommerwiesen zu begrünen sieht nicht nur schön aus. Die Vorteile sind vielfältig. Deshalb hat Bad Rothenfelde nun alle Flächen ermittelt, die für das sogenannte „Osnabrücker Kompensationsmodell“ in Frage kommen. Und darüber hinaus.

Neben dem ökologischen und dem ästhetischen Nutzen haben Sommerwiesen an Wegerändern einen weiteren Vorteil: Die Gemeinde kann als Kompensationsfläche für Bauland genutzt werden. Das macht sich das „Osnabrücker Kompensationsmodell“ zu nutzen. Der Rat entschied nun den bisher eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Beraten worden war darüber bereits im Bau-, Umwelt- und Planungsausschuss. Ingo Zapp hatte vor diesem Gremium bereits erste Ergebnisse vorgestellt. Diese hatte er in Zusammenarbeit mit der Bad Rohenfelder „Baumschutzkommission“ ausgearbeitet.

Nicht nur als Kompensationsfläche

Gemeinsam hatten sie sich einmal ganz genau die Wegerandstreifen des Kurortes angesehen und kamen zu folgendem Schluss: Insgesamt 2,3 Hektar Teilflächen erfüllen die Voraussetzungen und verfügen über ein Mindestbreite von mehr als 2,5 Meter. Zapp und die Baumschuzkommission machten zudem eine ganze Reihe weiterer Flächen aus, die nicht breit genug sind, um Teil des Programmes zu sein – sie entfallen somit als Kompensationsfläche. Der Nutzen für Natur und Auge bleibt. Mithilfe der Naturschutzorganisation BUND, die sich bereit erklärt hat die Pflege zu übernehmen, könnten also auch hier in Zukunft Wiesen blühen.

Grenzen sichern

Möglich wird dies jedoch nur in Zusammenarbeit mit den Landwirten sein. Denn derzeit sind viele der Flächen teils überackert. Es wird also das Gespräch gesucht werden. Der Experte rät aber auch, die Grenzen zwischen Feldern und Wegerandstreifen mit Holzpfählen abzustecken. Die Erfahrung habe gezeigt, dass es sonst auch unbeabsichtlich zu einer Neubepflanzung der Wegerandstreifen durch landwirtschaftliches Saatgut kommen kann: „Es ist wichtig, die Grenzen zu sichern“. Denn gerade wenn die Flächen als Kompensationsfläche genutzt werde, könne das Überackern auch rechtliche Konsequenzen haben.

Sommerwiesen brauchen Zeit

Auch die Bepflanzung der Wegerandstreifen müssen Vorgaben erfüllen: Für die Blühwiesen schlug daher eine Spezialmischung vor, die aus regional typischen Pflanzen besteht. Ist etwas mehr Platz vorhanden, seien auch entsprechende Gehölze empfehlenswert. Insgesamt aber gelte, dass die Natur Zeit benötige, um sich zu entfalten. „Man sollte aber die Geduld aufbringen“, ermuntert Ingo Zapp. An einigen Stellen sprießten dort zunächst nur die Gräser. Aus ökologischer Sicht durchaus sinnvoll. Bei einigen, die blühende Sommerwiesen erwartet hatten, machte sich dann offenbar schnell Enttäuschung breit. Mancherorts wurde nachgesäht. Andernorts löst die Zeit so manches Problem. Den Rat überzeugten die Aussichten. Sie stimmten einstimmig dafür den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.


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