Literaturforum spielt Idaburg-Märchen Wie die Nixe in Iburg ihr Herz findet

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Rothenfelde Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Szenische Lesung: Mitglieder des Bad Rothenfelder Literaturforums stellten ein vor gut 110 Jahren geschriebenes Märchen vor. Foto: Anke SchneiderSzenische Lesung: Mitglieder des Bad Rothenfelder Literaturforums stellten ein vor gut 110 Jahren geschriebenes Märchen vor. Foto: Anke Schneider

as Bad Iburg/Bad Rothenfelde. Eine zauberhafte Geschichte rankt sich um das Schloss in Bad Iburg. Märchenerzählerin Maria-Magdalena Klostermann berichtete in ihrem Buch Teutoburger-Wald-Märchen vor mehr als 100 Jahren davon. Jetzt schaffte es die Erzählung auf die Bühne. Auf der Laga stellten Mitglieder des Literaturforums Bad Rothenfelde die Geschichte nun als szenische Lesung dar.

In der Hauptrolle war Christine Eichholz als Ida zu sehen. Ida ist eine Nixe von vollendeter Schönheit, leider aber ohne Herz und jegliches Gefühl. Das blonde Wesen zieht den König, dargestellt von Dirk Lange-Mensing, und seine Königin in ihren Bann. Da sie selbst keine Kinder bekommen können, nehmen sie das Mädchen als ihre Tochter mit auf ihr Schloss und sind überzeugt, dass es Gefühle entwickeln wird, wenn es Liebe und Geborgenheit erfährt.

Die kalte Ida ...

Das Königspaar täuscht sich, und die kalte Ida bringt Unglück über das Königshaus. „Nie kam von ihr ein Lächeln, und der Blick aus ihren kalten Augen ließ viele erschaudern“, berichtete Erzählerin Karin Roode. „Arme und Bedürftige trauten sich nicht einmal, mehr ins Schloss einzutreten.“

Die Königin litt sehr unter diesem Zustand und starb schließlich. „Der König war blind gewesen für das Leid seiner Königin“, so Roode weiter. Irgendwann erkannte er, dass seine Pflegetochter die Königin auf dem Gewissen hatte und jagte Ida fort. Die Gäste der Landesgartenschau verfolgten, wie Ida im Wald auf Waldmännchen traf, gespielt von Erik und Marie. Die Kobolde schenkten der Nixe ein Herz, das von einer armen Magd stammte.

Liebe und Glück

Ida kann augenblicklich fühlen und weint zum ersten Mal im Leben vor Freude. Sie geht zum König zurück und verbreitet fortan Liebe und Glück. Der König kann seine Frau jedoch nicht vergessen und baut im südlichen Osnabrücker Land ein neues Schloss, in das die Schatten der Vergangenheit nicht eindringen können. Er nannte das Schloss nach seiner Pflegetochter „Idaburg“.

Die Zuschauer waren begeistert von der herzerwärmenden Story mit Happy-End und honorierten die Darstellung mit Lob und Applaus. „Das Buch kann man übrigens in der Buchhandlung Beckwermert in Bad Iburg und Bad Rothenfelde kaufen“, sagte Karin Roode.

1907 erschienen

Vor fünf Jahren war das Buch aus dem schlummernden Keller des Salinenarchivs wieder aufgetaucht. Die Autorin, wahrscheinlich aus Warendorf stammend und später in Bad Iburg lebend, hat sich in ihren zehn Kunstmärchen in diesem Buch von ihrer Umgebung inspirieren lassen.

So wurde der Teutoburger Wald zu einem Märchenwald, in dem sich Wassernixen in Dienstmägde, Prinzen in Bären und Seerosen in Flöten verwandeln. 1907 hatte die Autorin ihr Buch im Selbstverlag veröffentlicht.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN