100-jähriges Bestehen gefeiert Tag der offenen Tür der Rothenfelder Hautklinik

Von Petra Ropers


Bad Rothenfelde. Zahlreiche Besucher sind zum Tag der offenen Tür der Johann-Wilhelm-Ritter-Klinik gekommen. Anlass war das 100-jährige Bestehen des Gebäudes. Damals war die Einrichtung unter dem Namen Oldenburger Kinderheim bekannt.

Zum 100-jährigen Bestehen der Johann-Wilhelm-Ritter-Klinik luden Klinikleitung und die Inhaber-Familie Bock zu einem Tag der offenen Tür ein. Das Gebäude ist ein eindrucksvolles Beispiel der Bad Rothenfelder Bäderarchitektur. In Kooperation mit dem Salinenarchiv stellten sie dafür einen fotografischen Rundgang zusammen, der die Entwicklung des Hauses veranschaulichte. Den historischen Bauplan in der Eingangshalle studierte Herbert Kahnwald besonders intensiv. Der Hilteraner arbeitete als Lehrling nach dem Zweiten Weltkrieg beim Umbau des Hauses mit: „Damals standen nebenan noch die Panzerhallen der Engländer“, erzählt Kahnwald.

Soldat aus Fresko getilgt

Die Gruppenfotos hatten es unterdessen Georg Strothmann angetan. Seine Mutter Friederike Mammen arbeitete in einer Praxis in Jever, bis der Arzt in das Oldenburger Kindererholungsheim wechselte und sie kurzerhand mitnahm. „Auf einem Bild habe ich sie schon entdeckt“, sagte Strothmann und freute sich über die Aufnahme aus den 1920er Jahren. Damals zierte den Speisesaal ein großes Fresko des Oldenburger Malers Professor Bernhard Winter. „Frau Holle erzählt alte Sagen und Märchen“, lautete der Titel des Bildes, das auf den ersten Fotografien am äußersten linken Rand noch einen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg zeigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei dieser Soldat aus dem Gemälde getilgt worden, berichtete Salinenarchivar Dirk Lange-Mensing den Besuchern.

Inzwischen existiert das gesamte Fresko nur noch in alten Aufnahmen. Erhalten blieb dagegen ein Buntglasfenster, das nun als Dekoration die Decke des heutigen Speisesaals schmückt.

Bis heute ein Haus für Gesundheit

Ein Stückchen weiter auf dem Rundgang bot ein Muster-Patientenzimmer der Johann-Wilhelm-Ritter-Klinik den direkten Vergleich zwischen Historie und Gegenwart. Die großen Schlafsäle gibt es längst nicht mehr. Geblieben ist jedoch die Grundintention des Hauses: „Hier wurde Menschen geholfen, in ihrer Gesundheit stabiler zu werden. Und noch heute ist dies ein Haus der Gesundheit“, sagte Bürgermeister Klaus Rehkämper, der zum Jubiläum die Glückwünsche und den Dank von Rat, Verwaltung und Kurbetrieben überbrachte. Mit dabei hatte er einen Briefumschlag, dessen Inhalt – ein Erlös aus dem Verkauf von Speisen und Getränken – der Initiative „Menschen im Blick“ zugutekommt. Damit schlägt die Klinik bewusst einen Bogen zur Vergangenheit des Hauses, dessen Kurangebot vornehmlich Kindern aus sozial schwächeren Familien zugute kam.

Für die Familien sind ganz im Sinne des einstigen Kindererholungsheimes noch weitere Aktionen geplant, darunter Vorträge zu Hautgesundheit und Sonnenschutz im Familienzentrum.