Erster gemeinsamer Auftritt Margie Kinsky und Bill Mockridge im Rothenfelder Kurhaus

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Sympathisch, offen und äußerst amüsanten blickten Bill Mockridge und Margie Kinsky zurück auf 34 Ehejahre. Foto: Petra RopersSympathisch, offen und äußerst amüsanten blickten Bill Mockridge und Margie Kinsky zurück auf 34 Ehejahre. Foto: Petra Ropers

Bad Rothenfelde. Er liebt Kanufahrten durch die menschenleere Wildnis. Sie steht auf ausgedehnte Shoppingtouren. Er will Fußball im Fernsehen, sie sich unterhalten. Kann das gut gehen? Es kann! Margie und Bill kommen jedenfalls nach über 30 turbulenten Ehejahren zu der Erkenntnis: „Hurra, wir lieben noch.“

Mit ihrem neuen Programm stehen die erfolgreichen Comedians Margie Kinsky und Bill Mockridge zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne. Gemeinsam eroberten sie im Bad Rothenfelder Kurhaus ihr Publikum im Sturm. Natürlich, herzlich und sympathisch unverblümt plauderten sie aus dem ehelichen Nähkästchen und banden ihre Zuhörer von der ersten Minute an beinahe wie gute Freunde in das Programm ein. Und gute Freunde haben bekanntlich keine Geheimnisse voreinander.

Die Römerin und der Holzfäller

Freimütig konnten Margie und Bill deshalb eingestehen, dass ihre 34 Ehejahre nicht frei von Turbulenzen waren. Schließlich ist die Konstellation nicht unbedingt unkompliziert: Da trifft die temperamentvolle Römerin mit dem rheinischen Mundwerk und der von der italienischen Oma eingebläuten Ordnungsliebe auf den gutmütigen kanadischen Holzfäller, der in der Konzentration auf ein Thema schon mal die ganze Welt und erst recht alle Ordnung vergisst.

Dass dieses Dream-Team durchaus Reibungspotenzial besitzt, zeigte sich schon auf der Hochzeitsreise, an die sich beide zum großen Vergnügen ihres Publikums noch lebhaft erinnern. Er schwärmte von Birkenrinden-Kanu und „Natur pur“, sie hatte Wolfgang Petrys „Hölle, Hölle, Hölle“ im Kopf. Ein Sturm wehte mit dem Zelt zugleich die Idee eines weiteren Kanu-Urlaubs weg. Trotzdem haben beide ihren gemeinsamen Paddelrhythmus durchs Leben gefunden, in dem mal der eine, mal der andere den Takt vorgibt.

Von Zucker und Kunstrasen

Die Klippen, die sie dabei umschiffen, kommen ihren amüsierten Zuhörern nur allzu bekannt vor: Da weicht bei ihrem Einzug in seine Wohnung das Marilyn-Monroe-Poster dem Bild von Babys in Blumentöpfen. Und unversehens findet sich in der Zuckerdose anstelle von Muffen und Schrauben tatsächlich Zucker. Unterdessen füllt sich der Keller mit Bürsten vom Blindenhilfswerk und anderen unnützen Anschaffungen, weil die Verkäuferin „so nett war“.

Immerhin: Der überflüssige Kunstrasen kam doch noch zum Einsatz – als Gurken-Kostüm für die Theateraufführung des jüngsten Sohnes. Überhaupt sind ihre Kinder ein humorvolles Thema für sich. Die sollten, ist Margie überzeugt, nur mit Beipackzettel auf die Welt kommen. Denn die Risiken und Nebenwirkungen sind nicht ohne: Sie reichen von Bastelaktionen im Kindergarten über die „Petzpost“ in der Grundschule – in Fachkreisen Mitteilungsheftchen genannt – bis zu 15-Jährigen, die plötzlich zu Zombies mutieren.

Überhaupt war der Wiedererkennungswert hoch bei dem äußerst vergnüglichen Abend, der ganz ohne platte Kalauer und seichte Witze auskam. Das sympathische Power-Paar kam nach gut zwei Stunden jedenfalls zu der Erkenntnis: „Hurra, wir lieben noch!“ – und darüber freuen sich auch ihre Fans.


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