Bedarfsanalyse im Osnabrücker Land Hotelmasterplan wird im Tourismusausschuss kritisiert

Von Andrea Pärschke

Für das Osnabrücker Land soll ein „Hotelmasterplan“ erstellt werden. Petra Rosenbach erläuterte, was dahinter steckt. Foto: Jörn MartensFür das Osnabrücker Land soll ein „Hotelmasterplan“ erstellt werden. Petra Rosenbach erläuterte, was dahinter steckt. Foto: Jörn Martens

Bad Rothenfelde. Wieviele Hotels braucht das Osnabrücker Land? Wie kann sich die Region weiterentwickeln? Auskunft über Fragen wie diese soll ein Hotelmasterplan geben. Die Geschäftsführerin der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH Petra Rosenbach stellte im Tourismussausschuss erste Pläne vor.

„Die Idee wurde letztes Jahr geboren“, berichtete Petra Rosenbach. Die Osnabrück Marketing GmbH möchte sich einen Überblick über die aktuelle Hotelsituation in der Region verschaffen und Handlungsoptionen kennenlernen. Nach einer Ausschreibung wurde für einen solchen „Hotelmasterplan“ schließlich ein auf Strategieberatung im Bereich Tourismus spezialisiertes Unternehmen beauftragt, das Project M, das „sehr akribisch arbeitet“, wie Rosenbach versicherte. „Unser Fokus liegt auf dem Erhalt des Hotelbestandes, es darf nicht auf Kosten der gut gehenden Hotels gehen“, so die Geschäftsführerin. Sie sagte aber auch: „‘Alles immer weiter so‘ ist auch keine Option“.

Studie für Bad Rothenfelde

Kosten für die landkreisweite Studie fallen für einzelne Kommunen nicht an. Nur dann, wenn sie „die Lupe“ speziell auf ihre Gemeinde legen wollen. Erste Rückmeldungen der Bürgermeister seien unterschiedlich ausgefallen: Die einen sprachen sich laut Rosenbach zunächst dafür aus, den Plan für den ganzen Landkreis abzuwarten. „Dann gibt es Bürgermeister, die sagen: Wir brauchen das sofort“. Bad Rothenfeldes Bürgermeister Klaus Rehkämper schien es nicht so eilig zu haben. „Wir sollten gegenüber diesen landkreisweiten Plänen eine positive Haltung einnehmen“, schlug er vor. „Ob wir eine spezifischen Analyse brauchen, entscheiden wir später.“

Hotel mit Bademandelgang

Eine Sorge der Ausschussmitglieder betraf „eine Utopie, eine Zukunftsvision“, wie Onat Temme (SPD) sie nennt, die immer mal wieder Thema im Kurort ist. Gemeint sind mögliche Pläne für ein höherpreisiges Hotel mit direktem Zugang („Bademantelgang“) zum Carpesol. „Ich würde darum bitten, dass sich das Project M die möglichen Standorte ganz genau ansieht, auch im Hinblick auf Wettbewerbsverzerrung“, so Temme. „Konkurrenz belebt das Geschäft, wenn es der Markt hergibt“, sagte auch Rosemarie Gätje, die in der Vergangenheit Pläne für neue Hotels durchaus unterstützt hat. „Ich bin jedoch dagegen, wenn womöglich öffentliche Gelder verwendet werden, zu denen kleinere Häuser keinen Zugang haben.“ Petra Rosenbach möchte hingegen „die Angst vor dem Bademantelgang nehmen“. „Was wäre daran so tragisch, es lockt auch Gäste in den Kurort“, so die Geschäftsführerin. Von einem „Hotel mit Strahlkraft“ könne die Konkurrenz profitieren.

Chancen durch Blick von Außen

Andreas Wernemann (CDU) sprach sich zwar nicht grundsätzlich gegen einen Hotelmasterplan aus, fragte aber nach: „Wo kommen die Daten her, die Project M ermittelt?“ Er riet von konkreten Handlungsempfehlungen an Investoren ab: „Denn was passiert, wenn das Haus doch nicht voll wird?“ Auch Leslie Kell (SPD) formulierte Einwände: Sie fühlte sich an die Bemühung rund um eine Zertifizierung zur fahrradfreundlichen Kommune erinnert: „Wir wissen, dass uns ein Vier-Sterne-Hotel nicht schaden würde. Warum viel Geld ausgeben, um den Bedarf zu ermitteln?“ Susanne Pohlmann (CDU) unterstützte hingegen den Blick von außen: „Wir machen uns selbst derzeit auf den Weg, einen Masterplan zu entwickeln, da kann der Hotelmasterplan eine wertvolle Ergänzung sein.“ Und Christiane Schneider (CDU) plädierte dafür, den Hotelmasterplan vor allem als Chance für die bereits vorhandenen Hotels zu sehen. Mehr aus Bad Rothenfelde