Amphibienschutz Peters für mehr Schutz für Erdkröten, Frösche und Co.

Von Andrea Pärschke


Bad Rothenfelde. Die Amphibien haben es geschafft. Auch dank der Zäune sind Erdkröte und Co. wohlbehalten an ihren Laichgewässern angekommen. Auch im Südkreis sind die Naturschützer zufrieden. Trotzdem: Besser geht‘s immer. Laut Andreas Peters vom Nabu sollte es mehr Amphibienzäune im ganzen Landkreis geben.

„Das ist ehrenamtlich allerdings kaum leistbar“, sagt er. Optimal wäre es, wenn Gemeinden die Initiative ergreifen würden, einen Startschuss geben. Dabei ginge es nicht darum, das Verwaltungsmitarbeiter Nachtschicht schieben, wenn die Kröten wandern. Es sei aber viel Wert, wenn eine Kommune dahinter stünde. Ehrenamtliche mobilisiere oder etwa einen FÖJTler dafür bereitstelle. „Alleine wird das keiner schaffen“, betonte er: „Hand in Hand kriegen wir das aber hin“ und macht dies auch am Beispiel Bad Iburg fest. Dort hat die Jugendfeuerwehr den Zaun aufgebaut, Ehrenamtler des Nabu betreuen ihn. Wie wichtig die Krötenzäune für den Erhalt sind, weiß auch Markus Klinger vom Bund: „An der Frankfurter Straße stand früher mal ein Zaun, heute nicht mehr“. An dieser Stelle werden deutlich mehr Amphibien überfahren als an der Stelle „Am Forsthaus“, wo der BUND in Zusammenarbeit mit den Schüler der Grundschule Bad Rothenfelde Zäune aufgebaut werden.

In der Tendenz: Sinkend

Im Moment ist die Gefahr aber erst mal gebannt – zumindest die, die von den Autos ausgeht. Denn Tiere dürften mittlerweile alle in ihren Laichgewässern angekommen sein. Wie zum Beweis hält Markus Klinger einen leeren Eimer hoch. Erste Zahlen in Bad Iburg und Bad Rothenfelde stimmen die Naturschützer zufrieden. Es sind vor allem Kröten, die in den Wochen nach dem ersten Frost im Eimer gelandet sind: 168 in Bad Iburg, etwa 320 in Bad Rothenfelde. Markus Klinger blickt zufrieden auf seine Statistik, die an den Werten in den 1990ern allerdings nicht heranreichen. „In der Tendenz bleibt es dabei, dass die Anzahl hier an dieser Stelle eher sinkt“, sagt er. So lag ein einsamer Höhepunkt im Jahr 1998 mit fast 1.190 Kröten, danach sank die Zahl. 2013 lag sie bei etwa 700 Amphibien. Seit dem hat sich die Statistik relativ stabil auf 300 bis 350 eingependelt. Andreas Peters warnt davor, Zählungen an einzelnen Zäunen allzu global zu bewerten: „Es gibt so viele Einzelfaktoren, auch sehr individueller Natur, die Beeinflussen, wie viele Tiere wir in einem Jahr finden“.

Frösche schmecken zu gut

Für Überraschung sorgten in Bad Rothenfelde in diesem Jahr übrigens die Grasfrösche. Ein Sprung von Null auf 40. Markus Klinger wundert das. Denn es sind gerade die grünen Kletterkünstler, die ohne Probleme rein in den Eimer kommen – und auch wieder raus. Auch deshalb sind sie bundesweit seltener als ihre bewarzten Vettern. Hinzu kommt ein weiterer Nachteil der Frösche: Sie schmecken einfach besser. Denn Kröten und ihre Kaulquappen sondern ein nicht tödliches Gift ab, wenn sie gefressen werden. Frösche tun das nicht. Sie sind damit bevorzugtes Futter für viele Fische vor allem aber für Forellen. „Damit finden sie hier am Forstweg eigentlich keine guten Lebensbedingungen vor“, sagt Markus Klinger. Denn in dem Angelteich werden regelmäßig Forellen ausgesetzt.

200 Meter mehr Zaun

In einer Welt, in der das Wünschen noch hilft, gäbe es wohl mehr, längere und ununterbrochenere Amphibienzäune. In Bad Iburg zeigt sich: Auch in dieser Welt ist manches möglich: Die Ehrenamtlichen haben in diesem Jahr nämlich besonders viele Kröten von der Straße gesammelt, die an dem Zaun vorbei auf die Straße gehüpft sind. Im kommenden Jahr soll er daher wohl etwa 200 Meter länger sein.