Vierstimmiger Gesang von „Sa-e-itensprünge“ Konzert in Bad Rothenfelde als Einstimmung auf den Frühling

Von Rolf Habben

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Rothenfelde Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Boten einen unterhaltsamen Querschnitt aus Volksweisen, Operette, Musical, Popmusik und Schlagern ebenso singfreudig wie gekonnt, das Familienensemble „Sa-e-itensprünge“(von links) Klaus-W. Görtz und Töchter Charlotte, Jasmin, Silvia und Angela. Foto: Rolf HabbenBoten einen unterhaltsamen Querschnitt aus Volksweisen, Operette, Musical, Popmusik und Schlagern ebenso singfreudig wie gekonnt, das Familienensemble „Sa-e-itensprünge“(von links) Klaus-W. Görtz und Töchter Charlotte, Jasmin, Silvia und Angela. Foto: Rolf Habben

Bad Rothenfelde. Mit schwungvollem Gesang das Publikum musikalisch auf das Osterfest und den nahenden Frühling einzustimmen, war das Anliegen des Ensembles „Sa-e-itensprünge“ im Haus des Gastes in Bad Rothenfelde. Dafür hatte das Quartett einen Querschnitt frühlingsverkündenden Liedguts, zugleich als musikalische Zeitreise durch die Jahrhunderte auf dem Zettel.

A-Capella begeisterte das Ensemble das gut besuchte Haus und sorgte für beste Unterhaltung. Musik nach Art der Kapelle ist die Kunst, mehrstimmig mit oder auch gänzlich ohne Instrumentalbegleitung aufzutreten. Klaus-W. Görtz und seine drei Töchter Angela, Jasmin und Charlotte brachten daher auch Lieder mit Zither und Gitarre zum Erklingen. Sangesfreudig mit viel Temperament zeigte sich ein gutaufgelegt agierendes Quartett im lockeren Wechsel zwischen Soli, Duett oder mehrstimmigem Vortrag. Kein Musikgenre, in dem sich das Familienensemble in seinem Streifzug der Jahreszeit angepasst frisch-fröhliche Lieder, teils im moderneren Gewand, nicht absolut stimmsicher bewegte.

Musik von gestern und heute

„Wir singen jetzt den Frühling herbei“, versprach Chorleiter Goertz eingangs dem Publikum mit seiner Aufforderung zum Mitsingen. Aus ihrem umfangreichen Repertoire hatte das „Familienunternehmen“ eine bunte Liedermischung vom Beginn des frühen 17. Jahrhunderts, wie das „Tanzen und Springen“ aus dem „Lustgarten neuer teutscher Lieder von 1601“, bis in die Gegenwart mit Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“ ausgewählt. Auf den stimmgewaltigen Einzug mit „Es geht eine helle Flöte“ folgte das allseits bekannte „Alle Vögel sind schon da“. Während der erste Part des Auftritts von Volksweisen durchsetzt war, arrangierte „Sa-e-itensprünge“ im zweiten Teil Liedgut aus Liebesliedern, aus der Operette und aus der Welt des Schlagers und der Popmusik sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache.

Vielfältigkeit der Stücke

Coverversionen wie „In einer kleinen Konditorei“ mit Goertz an der Zither und Tochter Angela als Solistin oder „Max, du hast das Schieben raus““ als Gassenhauer mit Tochter Charlotte animierte das Auditorium zum Mitsingen. Während Lorenz Maierhofers „Have an nice day“ mit Anklängen von Gospel vorgetragen wurde, verbreitete Goertz mit seinem Gitarrensolo „Adelita“ von Francisco Tarrega spanische Klänge, während John Dowlands schmachtendes Liebeslied „Come again“ wiederum Tochter Angelas ganzes Stimmvolumen herausforderte.

Das frivole „Die Männer sind alle Verbrecher“ aus der Operette „Wie einst im Mai“ mit Tochter Jasmin als Solistin, mag die Männerwelt im Publikum nur kurzzeitig verstört haben, denn der tröstliche Nachsatz „aber lieb sind sie doch“, stimmte dann doch versöhnlich. Die Vielfältigkeit des Konzerts zeigte sich nicht zuletzt auch in Lennon/McCartneys „Let it be“, im Intro vom Ensemble gewollt eigenwillig interpretiert, ehe es in die bekannten melodischen Bahnen des Beatles-Songs zurückfand.

Trilogie zum Schluss

Zum Ausklang und angesichts der anbrechenden Nacht beendeten „Abendstille“ als Canon, „Good night Sweetheart“ sowie „Der Mond ist aufgegangen“ als Trilogie, einen eindrucksvollen Konzertabend. Als Sahnehäubchen intonierte „Sa-e-itensprünge“ in der Zugabe ausgelassen den schwarzafrikanischen Gospel „Si ma ma ka“, der zwar kein Ostereier legendes, dafür aber ein von morgens bis abends pickendes Huhn zum Inhalt hatte.

Die Doppeldeutigkeit des Namens der Gesangsgruppe erkläre sich zum einen aus den Saiten des Instruments auf dem er mit seinem Fingerspiel herumspringe und zum anderen aus den Seiten der Texte, sowie letztlich auch daraus, dass seine Töchter untereinander während des Konzerts mehrfach die Seiten wechselten, erläutert der pensionierte Musiklehrer der Kreismusikschule Goertz.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN