Ende der Ausstellung Auto aus Teich in Bad Rothenfelde dient Feuerwehr als Übungsobjekt

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Rein in den Teich, raus aus dem Teich: Die Bad Rothenfelder Feuerwehr hat jetzt die letzen Überreste der Lichtsicht aus dem Krokodilteich geborgen. Foto: Michael JanbökeRein in den Teich, raus aus dem Teich: Die Bad Rothenfelder Feuerwehr hat jetzt die letzen Überreste der Lichtsicht aus dem Krokodilteich geborgen. Foto: Michael Janböke

pm/ugh Bad Rothenfelde. Das war es dann: Die Bad Rothenfelder Feuerwehr hat jetzt die letzten Überreste der Biennale aus dem Krokodilteich im Kurpark geborgen.

Der vor Beginn der kulturellen Veranstaltungen im September vergangenen Jahres in dem Teich versenkte, speziell präparierte Pkw konnte dort schließlich nicht ewig bleiben. Aber im Gegensatz zur Installation im vergangenen Spätsommer im Beisein der Künstlerin konnte es diesmal etwas rustikaler zugehen.

Aufgrund der engen Platzverhältnisse war aber trotzdem wieder feinfühlige Präzisionsarbeit gefragt. Zwei mit Wathosen ausgerüstete Feuerwehrmänner begaben sich zunächst in das zwar nicht mehr gefrorene, aber immer noch eisig kalte Wasser, um die Bergeschlingen und Schäkel an dem Fahrzeug zu befestigen.

Kastenwagen und Kunstobjekt

In seinem ersten Leben war der weiße Ford Kastenwagen, Baujahr 1991, als Servicefahrzeug über die Straßen von Warendorf gerattert, um dann für seinen großen Biennale-Auftritt auf die Hebebühne gewuchtet, entkernt und dann ins Wasser gesetzt zu werden.

Dort diente er als Kunstobjekt für die Installation „Prime Time“ der Hannoveraner Künstlerin Claudia Wissmann. Aber nichts ist so vergänglich wie der Ruhm:Mit den Bergeschlingen wurde der Wagen langsam mit der Drehleiter aus dem Teich herausgehoben und auf ein bereitstehendes Transportfahrzeug verladen.

Nach rund einer Stunde war für die fünf Einsatzkräfte, die mit zwei Fahrzeugen vor Ort war der Einsatz beendet.

Mahnendes Schild

Das Pkw-Wrack wird durch die Feuerwehr noch für Ausbildungszwecke verwendet und danach einem Autoverwerter zur Entsorgung zugeführt.

Und das pass sogar irgendwie zum Vorleben als Kunstobjekt: Schließlich hat Wissmann die Szenen, die auf die abgeklebten Scheiben projiziert wurden, in einer Krimiverfilmung zur besten Sendezeit entdeckt– eben jener titelgebenden „Prime Time“. „Man sieht einem Pärchen beim Ertrinken zu – ein ständiger Todeskampf, der sich wieder und wieder wiederholt“, schilderte Wissmann damals ihr Projekt.

Und damit Polizei und Feuerwehr nicht vor Zeit zum Einsatz kommen mussten, mahnte ein Schild an der Installation, dass es sich bei dem Auto im Wasser und Kunst handele: „Es handelt sich nicht um einen Unfall oder einen Notfall!“

Nicht ohne Grund: Bei der Erstauflage der Installation hatte es entsprechende Anrufe gegeben.


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