Einmalig in Deutschland SB-Tankstelle für Bienenfutter in Bad Rothenfelde

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Innovation: Auch Bürgermeister Klaus Rehkämper (links)sah sich die neue SB-Tankstelle für Bienenfutter an. Die Zapfsäulen fehlen derzeit noch. Foto: Anke SchneiderInnovation: Auch Bürgermeister Klaus Rehkämper (links)sah sich die neue SB-Tankstelle für Bienenfutter an. Die Zapfsäulen fehlen derzeit noch. Foto: Anke Schneider

Bad Rothenfelde. Eine Bienenfutter SB-Tankstelle gibt es bisher nur ein einziges Mal in Deutschland. Sie steht in Bad Rothenfelde. Zusammen mit rund 20 Gesellschaftern hat Wolfgang Hasselmann die Bienenfutter SB GmbH gegründet. Dort können Imker bald Bienenfutter zapfen – aus Zapfsäulen wie an einer Tankstelle.

Im Frühling und Sommer sammeln Bienen Pollen und Nektar und versorgen damit ihre Nachzucht mit Nahrung. Seit Jahrtausenden profitiert der Mensch von der Fleißarbeit der Biene und entnimmt den Honig, der als Wintervorrat gedacht ist. Damit die Bienen nicht verhungern, werden sie mit einer Zuckerlösung gefüttert. (Weiterlesen: Hagener Imker über Insektensterben – Wer soll in Zukunft die Kirschblüten bestäuben?)

Alles fix und fertig

„Bisher mussten wir den Zucker aus dem Supermarkt holen und die Lösung selbst zubereiten“, erzählt Christine Diessel, Vorsitzende des Landesverbandes der Buckfastimker – Weser-Ems. 400 Kilogramm Zucker habe sie jeden Winter für ihre Bienen herangeschleppt. Nun kann sie hochwertige Nahrung eines namhaften Herstellers auf Weizen- oder auch Zuckerrübenbasis von der Tankstelle an der Versmolder Straße 26 am Hause Hasselmann holen. „Das ist für uns Imker eine große Erleichterung.“ Mehr aus Bad Rothenfelde

Für die Realisierung der Tankstelle haben sich Imker aus den Vereinen Bad Laer, Müschen und Umgebung, Melle, Versmold, Greven und Umgebung und aus Borgholzhausen und Werther zusammengeschlossen. „Viele Imker aus dem Landesverband Weser-Ems und auch aus dem Landesverband Westfalen-Lippe haben bereits ihr Interesse bekundet“, so David Kopf vom Imkerverein Bad Laer, Müschen und Umgebung. Die Initiative rechnet mit 500 Imkern aus einem Umkreis von mehr als 100 Kilometern, die die Tankstelle nutzen werden. Das Futter kann direkt aus einem großen Tank in mitgebrachte Gefäße abgefüllt und mit der EC-Karte an einer Tanksäule bezahlt werden. Personal braucht die Tankstelle also nicht. (Weiterlesen: Wildblumenmischung bietet Lebensraum – Bunt gedeckter Tisch für Osnabrücker Bienen)

Herausforderung

„Die Zapfsäulen wurden extra für uns entwickelt“, berichtet Kopf weiter. Ebenso die Tanks, die mit 20 bis 25 Tonnen Futter befüllt werden können. Das Umsetzen der Idee einer SB-Tankstelle für Bienenfutter sei eine große Herausforderung gewesen und man sei stolz, die Tankstelle bald in Betrieb nehmen zu können.

Die Imkerei hat im Osnabrücker Land eine sehr alte Tradition. In Osnabrück und dem Osnabrücker Landkreis gibt es derzeit neun eingetragene Imkervereine. Vier Imkerschulen sichern die fachgerechte Ausbildung neuer Hobbyimker. „Wenn man bedenkt, dass es keine wild lebenden Honigbienen mehr gibt und dass die Bienen ausschließlich von Imkern gehalten werden, dann erkennt man, wie wichtig die Imkerei ist“, so David Kopf. Nicht umsonst sind die Imker stets bemüht, Nachwuchs für die Imkerei zu werben, der das Fortbestehen der Honigbiene sichert und damit auch das Überleben von Blumen, Obstbäumen und vielen anderen Wild- und Kulturpflanzen.


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