Schüchtermann-Notärzte versorgen Südkreis Rettungswagen bleiben in Bad Laer

Symbolfoto: Archiv/Michael HehmannSymbolfoto: Archiv/Michael Hehmann

Bad Rothenfelde. Der Landkreises Osnabrück sorgt dafür, dass im Südkreis der Notarzt kommt. In einer Mitteilung des Landkreises heißt es dazu weiter: „Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Schüchtermann-Klinik schreiten die Planungen für die Rettungswache in Bad Rothenfelde am Standort Osnabrücker Straße 14 voran.“

Wie bei allen Notarztstandorten im Kreisgebiet werde der Standort direkt an einem Krankenhaus, hier der Schüchtermann-Klinik, favorisiert. Denn diese Zusammenarbeit mit dem ortsansässigen Krankenhaus ermögliche Synergieeffekte, die zu einer langfristigen Sicherstellung des Notarztdienstes führten – „in Zeiten des Ärztemangels eine echte Qualitätsfrage“.

Glücksfall

Die Möglichkeit einer Stationierung des Notarzteinsatzfahrzeuges (NEF) an der Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde dürfe dabei weiterhin als Glücksfall für die Südkreisgemeinden gelten, weil sich die Klinik auch zukünftig bereit erklärt habe, die Besetzung des Fahrzeugs mit einem Notarzt unter Mitwirkung klinikeigener Mitarbeiter zu organisieren.

Die Planungen für eine neue Rettungswache waren erforderlich geworden, da das Klinikum Osnabrück als Eigentümerin des ehemaligen Dissener Krankenhauses der Rettungswache Dissen Heizung, Wasser und Strom komplett abgestellt und das Mietverhältnis zum 31.Dezember 2016 gekündigt hatte.

Mit der Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde wurde daraufhin Anfang 2017 die Vereinbarung getroffen, das bisher in Dissen stationierte Notarzteinsatzfahrzeug als befristete Übergangslösung dort zu platzieren. Ein Krankentransportwagen (KTW) ist seitdem in Bad Laer untergestellt. Entsprechend dem Rettungsmittelbedarfsplan des Landkreises Osnabrück sieht die aktuelle Planung unverändert die Vorhaltung eines Notarzteinsatzfahrzeuges vor, statt früher einem in Dissen werden künftig aber zwei KTW in Bad Rothenfelde vorgesehen. Ein Rettungstransportwagen (RTW) stand zuletzt nicht in Dissen und ist auch jetzt nicht in Bad Rothenfelde geplant. Die für den Rettungsdienstbereich zuständigen RTW, die unmittelbar für die Rettung lebensbedrohlich erkrankter oder verletzter Patienten zuständig sind, werden auch weiterhin ausschließlich am Standort Bad Laer stationiert sein. Mehr aus Bad Rothenfelde

Krankentransport

Die am Standort Bad Rothenfelde geplanten KTW werden dagegen nur im Krankentransport eingesetzt. Dabei handelt es sich um geplante, nicht eilige und ärztlich angeordnete Krankenfahrten von bettlägerigen Patienten, die wegen ihrer Erkrankung nicht in der Lage sind, sitzend in einem Taxi gefahren zu werden und die darüber hinaus von medizinischem Fachpersonal begleitet werden müssen. Diese Krankentransporte sind also nicht zeitkritisch.

Grundlage für diese Planung ist auch der Umstand, dass im vergangenen Jahr etwa zehn Prozent mehr Transporte von oder nach Bad Rothenfelde zur Schüchtermann-Klinik durchgeführt worden sind, als die beiden KTW aus Bad Laer zusammen hätten fahren können. Es bedurfte also noch der Unterstützung aus anderen Rettungswachen, um das gesamte Aufkommen in Bad Rothenfelde bewältigen zu können. Die Stationierung von zwei KTW in unmittelbarer Nachbarschaft zur Klinik trägt damit auch zur Verkehrsberuhigung bei, da Fahrzeuge aus anderen Wachenstandorten nicht extra zur Klinik fahren müssen. Weiter heißt es: „Diese Fahrten erfolgen ohne Blaulicht und natürlich werden die Verkehrsregeln vollständig eingehalten.“ Eine Einsatzfahrt von Krankenwagen unter Verwendung des Blaulichts ist die ganz große Ausnahme: Sie kommt allenfalls im Rahmen von Einsätzen vor, bei denen die Fahrzeugbesatzung als Ersthelfer fungiert, weil sich die zuständigen Rettungswagen oder das Notarzteinsatzfahrzeug bereits anderweitig im Einsatz befinden. Das passiere aber nur in weniger als einem Prozent aller Einsätze.

Sondersignal

Der Landkreis schreibt weiter: „Die Rettungswache Bad Rothenfelde hat nur ein Fahrzeug, das mit Sondersignal fährt. Dieses Notarzteinsatzfahrzeug ist wegen seiner besonderen Aufgabe das am seltensten alarmierte Einsatzmittel in der Notfallrettung.“ Dies bedeute zum Beispiel für das vergangene Jahr eine Einsatzfrequenz am Standort Bad Rothenfelde von im Durchschnitt weniger als vier Einsätzen in 24 Stunden. Mit Blick auf den ins Gespräch gebrachten Vorschlag einer Anbindung des Notarztstandortes an ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in Dissen sei festzuhalten, dass die fachärztliche Tätigkeit der dort eingebundenen Mediziner in aller Regel nichts mit akuten Notfällen zu tun hat, da sich Orthopäden oder Hals-Nasen-Ohrenärzte in aller Regel nicht mit der notärztlichen Versorgung der Bevölkerung beschäftigten. Darüber hinaus wäre es auch kaum vermittelbar, dass ein Arzt seine einbestellten Patienten im MVZ länger warten lässt, weil er zu einem Notfall gerufen worden ist.