Staubsauger nie geliefert Bad Rothenfelder wegen Beihilfe zum Betrug verurteilt

Von Heiko Kluge

Eingang zum Amtsgericht Bad Iburg im Iburger Schloss. Foto: Michael SchwagerEingang zum Amtsgericht Bad Iburg im Iburger Schloss. Foto: Michael Schwager

Bad Rothenfelde. Wegen Beihilfe zum Betrug verurteilte das Amtsgericht Bad Iburg einen 32-Jährigen Mann aus Bad Rothenfelde zu einer fünfmonatigen Bewährungsstrafe. Der Mann hatte sein Bankkonto für einen Betrug im Internet zur Verfügung gestellt.

Laut Anklage hat der 32-Jährige im Mai 2017 einen Staubsauger-Roboter über eine Internetauktionsplattform für 384 Euro an einen Mann in Lüneburg verkauft. Er habe das Geld eingestrichen , die Ware aber nie geliefert.

Die unbekannte Internetbekanntschaft ...

„Im Großen und Ganzen entspricht das der Wahrheit“, räumte der Angeklagte ein, allerdings sei die Sache etwas anders gelaufen: Den Staubsauger habe nicht er im Internet angeboten, das habe eine Internet-Bekanntschaft von ihm getan. Dieser Chatpartner habe ihn gefragt, ober er sein Konto zur Verfügung stellen würde, um den Kaufpreis in Empfang zu nehmen.

Für diesen Dienst hätte er 100 Euro bekommen sollen, sagte der 32-Jährige. Da er finanzielle Schwierigkeiten gehabt habe, sei er auf die Sache eingegangen. „Es war dumm, ich habe nicht groß nachgedacht.“ Dass der Staubsauger-Roboter nie an den Käufer geschickt worden sei, habe er nicht gewusst. Auch könne er gar nicht sagen, wer dieser Internetkontakt sei, „das lief alles anonym. Aber ich nehme die Schuld trotzdem auf mich“.

Konto gesperrt

Die 384 Euro, die der Käufer für den Sauger gezahlt hatte, müssten eigentlich noch auf seinem Konto sein, vermutete der Angeklagte. Denn an dem Tag, als das Geld eingegangen sei, habe die Bank sein Konto gesperrt. Seit diesem Tag könne er es nicht einmal mehr einsehen, um den Kontostand zu ermitteln. Auf Nachfrage des Richters erklärte sich der 32-Jährige bereit, dass ein etwaiges Guthaben dafür verwendet werden dürfe, um dem Geschädigten sein Geld zurück zu überweisen.

Verhalten „grenzt an eine Mittäterschaft“

Das Verhalten des Angeklagten „grenzt an eine Mittäterschaft“, betonte der Richter, der ihn wegen Beihilfe zum Betrug zu einer fünfmonatigen Freiheitsstrafe verurteilte. Wiege man alles gegeneinander ab, spreche dann aber doch einiges dafür, dass der 32-Jährige lediglich eine untergeordnete Rolle gespielt habe. Dennoch setze er nur mit großen Bauchschmerzen die Strafe noch zu Bewährung aus, betonte der Richter mit Blick auf dreizehn Eintragungen im Strafregister des Mannes.

Aus diesem Grund setzte das Gericht die Bewährungszeit mit vier Jahren auch etwas höher an. Zusätzlich soll der Mann 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit abarbeiten.

Schaden in Raten begleichen

Für den Fall, dass sich auf seinem Konto doch kein Geld mehr befinden sollte, ordnete der Richter sicherheitshalber an, dass der 32-Jährige mit Zahlung von monatlichen Raten in Höhe von 25 Euro dem Geschädigten sein Geld zurückerstatten soll.