Abriss steht zur Debatte Zukunft des Bad Rothenfelder Kurhauses ungewiss

Von Marius Paul

Das Kurhaus Bad Rothenfelde ist derzeit nicht rentabel und beschert dem Rat der Salinengemeinde Kopfzerbrechen. Archivfoto: Gert WestdörpDas Kurhaus Bad Rothenfelde ist derzeit nicht rentabel und beschert dem Rat der Salinengemeinde Kopfzerbrechen. Archivfoto: Gert Westdörp

mapa Bad Rothenfelde. Das Kurhaus in Bad Rothenfelde hängt am Zuschuss-Tropf der Gemeinde. Das aktuelle Konzept ist wirtschaftlich nicht tragfähig. Deshalb wird momentan sogar über einen Abriss des Kurhauses nachgedacht.

Im Jahr 1904 erbaut, steht das Bad Rothenfelder Kurhaus seit jeher für die Tradition des Ortes. Morgen wird hier die 46. Bad Rothenfelder Mahlzeit gefeiert, bei der Alteingesessene und Neubürger ins Gespräch kommen und verdiente Ehrenamtler ausgezeichnet werden. Seit 1997 fungiert die BRIG-Kurhaus-Betriebs GmbH (Bad Rothenfelder Interessengemeinschaft) als Pächter. Damit könnte jedoch bald Schluss sein, weshalb das Thema auch im Tourismusausschuss behandelt wurde.

Revovierung

Laut Bürgermeister Klaus Rehkämper ist das Kurhaus in der jetzigen Form nicht mehr zukunftsfähig. „Die BRIG hat im Zuge der damaligen Privatisierung die Auflage erhalten mindestens 800.000 DM in das Gebäude zu investieren. Letztendlich waren es sogar 1,4 Millionen DM.“ Beispielsweise sind die Toilettenanlagen und die Elektrik erneuert worden. Mittlerweile sei die BRIG allerdings nicht mehr in der Lage, derartige Investitionen zu stemmen, weshalb man sich Gedanken um die Zukunft des Kurhauses machen müsse, so Rehkämper weiter. Vor kurzem habe man sich bei einer Ortsbegehung ein eigenes Bild von der Situation gemacht und festgestellt, dass Erneuerungen notwendig seien.

Aktuell ist der Betrieb trotz des im August auslaufenden Pachtvertrages bis Ende des Jahres gesichert, möglicherweise sogar bis Ende 2019. „Wie es danach weiter geht und welche Konsequenzen gezogen werden müssen, ist jetzt Aufgabe des Rates und der Gremien“, erklärt Rehkämper. Auch ein möglicher Abriss oder Neubau müsse diskutiert werden, sei aber die allerletzte Option. Nicht zuletzt weil auch die Prädikatisierung Bad Rothenfeldes als Sole-Heilbad eng mit der Existenz eines Kurhauses verbunden ist. „Es lohnt sich auf jeden Fall für den Erhalt des Kurhauses zu kämpfen, weshalb wir das Thema auch nicht weit von uns weisen dürfen“, unterstreicht Onat Temme (SPD).

Zuschuss zum Tanztee

Wie ernst die derzeitige Lage wirklich ist, zeigt die Tatsache, dass beliebte Veranstaltungen wie der sonntägliche Tanztee auf der Kippe stehen. Bis zu 200 Menschen kommen aus verschiedenen Orten und Städten angereist, um regelmäßig am Tanztee teilzunehmen. Rehkämper zufolge lasse sich dieser dennoch nicht mehr rentabel durchführen. Um zumindest den Tanztee weiter stattfinden lassen zu können, werde die Gemeinde daher monatlich 500 Euro zur Verfügung stellen. „Wir wollen die BRIG natürlich nicht alleine im Regen stehen lassen. Aber auf Dauer kann die Gemeinde Bad Rothenfelde den Betrieb des Kurhauses ohne Hilfe von außen nicht stemmen. Es handelt sich bei solchen Themen immer um Zuschussbetriebe aus der öffentlichen Hand“, verdeutlicht Rehkämper.

Deshalb müsse man sich nun vermehrt mit den Fragen nach der Zukunft des Kurhauses auseinandersetzen und auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass ein Abriss und Neubau nicht die sinnvollere Alternative darstellen könnte.