Lachsalven im Sekundentakt Herbert Knebel begeistert mit „Im Liegen geht’s“

Von Rolf Habben


Bad Rothenfelde. Eine Lachsalve nach der anderen erntete der Entertainer, Kabarettist und Komiker Uwe Lyko alias Herbert Knebel am Donnerstagabend im Kurhaus in Bad Rothenfelde pünktlich zur Altweiberfastnacht mit seinem Programm „Im Liegen geht´s besser“ voller amüsante Geschichten aus dem Alltag. Eine karnevalistische Veranstaltung war es aber keineswegs.

Um es gleich vorwegzunehmen, im Stehen ging´s im Kurhaus auch, denn vom Liegen auf seinem Sofa als Utensil machte er nur anfangs Gebrauch. „Wer kennt dat nich, dat viele Tätigkeiten, die man im Stehen verrichten muss, einem zunehmend schwerer fallen, gerade im Alter. Und da kommt auch mein Motto ins Spiel, wat auch der Titel von mein neues Programm is: Im Liegen geht’s “ läutete Knebel seinen Auftritt ein, den er als Win-Win Situation verkaufte. „Ihr habt mir euer Geld gegeben und ich hab’s genommen“.

Bunter Strauß

Und so ganz stimmte die Vorankündigung seines Programms mit „Herbert Knebel Solo“ auch nicht, hatte der Alleinunterhalter doch seinen Partner „Ozzy“ Ostermann alias Georg Göbel für den musikalischen Rahmen mit dabei, „der auch diesma wieder einen bunten Strauß von Melodien parat hat, die man so vielleicht auch noch nich gehört hat“.

Herbert Knebel ist Frührentner. „Glaubse nich, ich sach‘ Sie“, ist der mehrfach gebrauchter Einleitungssatz seiner Erzählungen und skurrilen Begebenheiten. Darin berichtet Knebel von seinem Leben als Rentner und den Alltäglichkeiten, die ihm im Leben begegnen und ihn immer wieder in Erstaunen versetzen. Ob von seinen routinemäßigen Besuchen „alle 20 Jahre“ bei seinem Hausarzt, von seinem mit schlechter Energie aufgeladenen Schlafzimmer, von seiner „Ich-und-Du-AG mit seinem Nachbarn Manfred oder seiner Bestimmung als Seelsorger, den es schon von Kindesbeinen an auf die Kanzel „als Kanzler“ zog. Große Heiterkeit erregten auch seine Erlebnisse als Taufpate, sein Harndrang im „Goldenen Broiler“, Gedächtnisschwäche auf dem Wochenendtrip gen Holland mit seiner Ehefrau Guste oder seine Erkenntnisse der Schwangerschaftsverhütungen sowie die Abenteuer rund um einen Bombenalarm in seiner Nachbarschaft.

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Absurditäten

Knebels Geschichten zeichneten sich zum einen durch inhaltliche Absurditäten, zum anderen auch durch seinen Wortwitz in Knebels eigenwilliger Verwendung des Ruhrpott-Dialekts aus, wenn auch nicht immer zitierfähig. Immer stehen der Irrwitz und der ganz normale Wahnsinn des Alltags Pate. Seine Vielseitigkeit bewies Knebel nicht allein als Erzähler. Auch in seinen Einlagen als Sänger und Musiker, unterstützt von Ozzy Ostermann, glänzte Lyko, besonders in der Parodie des Beatles Klassiker „When I´m 64“ mit selbstverfasstem deutschen Text. Kumpel Ozzy bestach zum einen mit seiner Akustikgitarre, vor allem aber mit seinem brillanten Fingerspiel in seinem instrumental dargebrachten Blues an der Lap-Steel-Gitarre, der wahre Begeisterungsstürme im Publikum auslöste.

Herbert Knebel als Kunstfigur Lykos ist Kopf der Gruppe „Affentheater“, die Lykos Ende der 80er Jahre erschuf. Aus einer Laune heraus wagte er einen Mix aus Musik, Comedy, Theater und Klamauk, ein bis dato neues Kabarett-Projekt. Lyko zählt mittlerweile zum festen Ensemble der Mitternachtsspitzen, bestens bekannt durch die TV-Sendungen im WDR. Er ist darüber hinaus regelmäßig Gast in anderen Kabarettsendungen. Knebel wird zu Recht der König des Ruhrpotthumors genannt, wie im Kurhaus eindrucksvoll bewies. Mehr aus Bad Rothenfelde