Four Lords, Just for Fun und The Beat Beat Party in Bad Rothenfelde

Von Rolf Habben


Bad Rothenfelde. Nach erfolgreichen Gastspielen der letzten Jahre war das Kurhaus in Bad Rothenfelde auch 2018 erneut Spielstätte der „Osnabrücker Beat-Party“ mit drei hier bestens bekannten Bands. Mit ihren musikalischen Streifzügen aus der Hochzeit der Pop-Musik begeisterten die „Four Lords“ sowie „Just for Fun“ und letztlich die Kultband „The Beat“ erneut.

Oldies auf der Bühne, Oldies vor der Bühne und Oldies im Gehörgang. Geschlagene viereinhalb Stunden im Wortsinn, denn „to beat“ heißt ja nichts anderes als „schlagen“, verbreiteten die drei Bands authentisch die Atmosphäre längst vergangener Zeiten. Mit dem legendären Jingle der Kultsendung „Beat Club“ als Intro der Beat Party, damals von Radio Bremen als einziger Sender im deutschen TV, der Pop-Musik für die Jugend ausstrahlte, war man von jetzt auf gleich um 50 Jahre zurückversetzt. In die Zeiten der 60er und 70er Jahre, die das Lebensgefühl einer ganzen Generation auszudrücken vermochte.

Passende Frisuren

Tanztee war am Wochenende im Kurhaus in Bad Rothenfelde zwar nicht angesagt, lange hielt es die meisten Besucher jedoch nicht an den Tischen und auf den Stühlen. Getanzt wurde ausgiebig und ausgelassen von Beginn an. Nostalgie pur war im Programm angesagt. Pop, Beat, Rock und sogar der tot geglaubte Twist erlebten eine ausgelassene und alles andere als verstaubte Renaissance, unterstrichen von einigen „Pilzköpfen“ unter den Musikern und im Publikum, die der Haartracht der damaligen Ära augenscheinlich noch immer frönen.

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Dass Beatmusik nicht aus der Mottenkiste kommen muss, zeigten gleich zum Auftakt die „Four Lords“, immerhin seit über 50 Jahren im Geschäft und mit dessen ältestem Musiker mit seinen 73 Jahren selbst Oldies. Ganze zwölf Titel der damaligen Zeit, von Buddy Holly bis hin zu Creedence Clearwater Revival spielte die Band als Einheizer rauf und runter. Ohne den Auftritt der Lords schmälern zu wollen, war mit der zweiten Band „Just for Fun“ eine musikalische Steigerung bemerkbar. Das Quintett hatte sich vor allem der Musik der Beatles verschrieben. Klar, dass im Re-pertoire der Band etliche Titel der „Fab Four“ nicht fehlen durften. Just for Fun machte ihrem Namen durchgängig alle Ehre und glänzte ebenso mit Spielfreude wie mit Witz.

Vollblutmusiker

Mit der Kultband „The Beat“ um Bandleader Ralf Schlüwe betraten vier echte Vollblutmusiker die Bühne. Auch wenn Schlüwe es nicht gerne hört: Mit seiner Formation „The Beat“ als top act kochte der Saal nochmals so richtig auf. Der Sänger wusste als Keyboarder ebenso zu überzeugen wie vor allem als Leadgitarrist. Die Band verstand es zudem jederzeit, das Publikum mit launiger Moderation anzufeuern und wagte sich selbst an schwierigste Coverversionen heran. Beinahe authentisch kam sie mit „Sultans of swing“ von den Dire Straits daher, die Gitarrensoli eines Mark Knopfler oder die Sitar von Brian Jones auf „Paint it black“ von den Rolling Stones verlangten Schüwe und seinen Mannen alles ab.

Zum grandiosen Finale mit allen dreizehn Musikern und dem minutenlang ausgedehnten „Hey Jude“ von den Beatles sowie mit „Satisfaction“, der bis heute legendären Hymne der Rolling Stones aus den 60er Jahren, setzten alle Künstler nochmals einen spektakulären Schlusspunkt eines ebenso spektakulären Abends.