Ein Artikel der Redaktion

Weihnachtskonzert in der Kirche Patricia Kelly begeistert Zuhörer in Bad Laer

Von Claudia Sarrazin | 29.12.2015, 15:45 Uhr

Echte Fans und neugierige Bad Laerer hörten jetzt ein abwechslungsreiches Konzert von Patricia Kelly in Die Sängerin ist Mitglied der Kelly-Family, die in vor allem Mitte bis Ende der 90er Jahre in Deutschland und Europa für Furore sorgten.

Echte Fans wie Saskia Wendt, die aus Delmenhorst zum Konzert von Patricia Kelly nach Bad Laer kamen, standen bereits um kurz nach 17 Uhr vor der Tür der katholischen Kirche Mariae Geburt, in der das Konzert gegen 19 Uhr begann. Zuhörer aus der näheren Umgebung, die die Musikerin im Vorfeld gar nicht unbedingt kannten, staunten nicht schlecht, als sie zum Einlass gegen 18.30 Uhr kamen: Eine Menschenschlange, die zwischenzeitlich einmal halb um den Kirchplatz führte, wollte das Konzert sehen. „Schlange stehen vor der Kirche hatte ich auch noch nicht“, kommentierte dies eine ältere Dame und ein älterer Herr fragte seine Begleiter: „Was sehen wir eigentlich, eine Oper?“

500 Zuschauer in Bad Laer

Zu hören bekamen die knapp 500 Zuhörer viele bekannte Weihnachtslieder, teils in modernen Arrangements, teils ganz klassisch sowie Eigenkompositionen der Musiker. Denn das Konzert stand unter dem Motto: Patricia Kelly präsentiert ihre liebsten Weihnachtslieder. „Ich habe mich danach gesehnt, diese Lieder in einem kleinen Rahmen vorzutragen“, sagte die Musikerin im Vorfeld und fügte hinzu: „Meiner Meinung nach gehören die traditionellen deutschen Weihnachtslieder zu den schönsten der Welt.“ (Weiterlesen: Von den Jackson 5 bis zur Kelly Family) 

Spanischer Beginn

Los ging es jedoch mit dem fröhlichen spanischen Weihnachtslied „San Jose“. Gleich beim ersten Lied griff Kelly zur Trommel, während sie von Sebastian Scobel am Klavier und Daniel Brandl am Cello begleitet wurde. Zwischendurch zwinkerte Kelly den Kindern zu, die in der ersten Reihe, direkt vor dem zu Bühne umfunktionierten Altarraum auf Kissen saßen. Und die Musikerin stellte fest: „Die Kinder sind ja alle so brav!“ Später folgte ein Lieblingslied des inzwischen verstorbenen Vaters der Sängerin: „Oh little town of bethlehem“. Während sie zuvor noch von ihren Musikern begleitet klassische Weihnachtslieder teils jazzig interpretiert hatte, endete dieses Lied mit einem fast hingehauchtem Sprechgesang von Kelly, der zum Schluss den Kirchraum erfüllte und für eine feierliche Stimmung sorgte.

Standing Ovations

Es folgte eine beschwingte Eigenkomposition, die für Jubel sorgte, bevor das Publikum selbst gefragt war: Bei einem Medley spanischer Weihnachtslieder sangen und schunkelten die Zuhörer nicht nur kräftig mit, Kelly erhielt bereits vor der Pause schon Standing Ovations. Bevor sich das Publikum bei Glühwein für den zweiten Teil stärken konnte, sang Kelly noch den bekannten Kelly-Family-Song „Angel“.

 Rückblick: So war der Auftritt von Patricia Kelly im Osnabrücker Rosenhof 

Christiane Hüsing, selbst früher Kelly-Family-Fan, hatte das Konzert organisiert und wusste: „Es sind heute zwar wenig Fans da, aber einige sind extra aus Österreich und der Schweiz, Bayern oder Holland angereist.“

Fans kommen aus Delmenhorst

Aus Delmenhorst kam Saskia Wendt. Ihr gefällt an Patrica Kelly vor allem: „Die Herzlichkeit und die Art wie sie ihre Lieder singt, so gefühlvoll und man sieht, dass sie Spaß hat.“ In der Pause stellte Wendt zudem fest: „In so einer Kirche klingt alles noch viel schöner.“ Außerdem hoffte Wendt, dass Kelly noch ihr Lieblingsweihnachtslied singen würde: Stille Nacht. Auch Jenny Heinze und Patrick Heinze aus Westkirchen bei Warendorf, sind schon seit Jahren Kelly-Family-Fans. „Patricia Kelly war schon immer einer meiner Lieblinge“, so Jenny Heinze, deren Mann sich zuvor beim Mitsingen durch Textsicherheit ausgezeichnet hatte. Dann ging es auch schon wieder weiter.

Cellist mit Soli

Im zweiten Teil nutzten die Musiker die Chance, die Orgel der Kirche Mariae Geburt zu spielen. Und Cellist Daniel Brandl spielte als Solo eine Eigenkomposition. Außerdem gehörten Klassiker wie „Es ist ein Ros entsprungen“ mit zum Programm. Besonders begeistert war Thilo (9) von Kellys Gospeleinlage, bei der auch wieder das Publikum mit einbezogen wurde. Und ganz zum Schluss kam auch noch Wendts Lieblings-Weihnachtslied: „Stille Nacht“. Sie war die vom begeisterten Publikum eingeforderte Zugabe. (Weiterlesen: Interview mit Patricia Kelly) 

Karten schnell ausverkauft

Die Karten für das Konzert waren schon ausverkauft gewesen, bevor überhaupt die Konzertplakate hingen und dem Applaus des Publikums nach zu urteilen, waren die Zuhörer begeistert. Dabei taten sie mit ihrem Konzertbesuch auch noch eine gute Tat: Denn der Überschuss kommt dem ökumenischen Arbeitskreis Asyl in Bad Iburg sowie dem Netzwerk Flüchtlinge in Bad Laer zugute. „Wir wollen demnächst auch versuchen, zusammenzuarbeiten“, berichtete der Bad Laerer Gemeindeassistent Thomas Steinkamp.

Initiativen wollen kooperieren

Der Iburger Diakon Thomas Puke habe ihn gefragt, ob die beiden Initiativen nicht kooperieren wollten. „Jeder wurschtelt vor sich hin, da wird manches doppelt gemacht“, so Steinkamp. Für Bad Iburg war Bürgermeisterin Annette Niermann gekommen: „Super, klasse, eine ganz tolle Atmosphäre, eine tolle Stimmung und eine schöne Kirche“, lautete ihr Fazit am Ende des Konzertes. Zudem hatte sie schon in ihrem Grußwort darauf hingewiesen, der Staat könne in Bezug auf die Flüchtlinge nicht alles leisten. Und mit Blick auf die Iburger Ehrenamtlichen, deren Arbeit sie kennt, erklärte Niermann: „Das ist echt enorm, was die an unglaublicher Arbeit leisten.“