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Fällen oder nicht fällen? Warum Bad Laer eine Baumschutzkommission gründet

Von Frank Wiebrock | 03.12.2021, 08:47 Uhr

Fällen? Zurückschneiden? Umsetzen? Oder besser stehen lassen? Was tun, wenn gemeindeeigene Bäume in Bad Laer zur Last für Bürger oder Kommune werden? Eine Baumschutzkommission soll in Zukunft schnelle Entscheidungen fällen, ob zur Kettensäge gegriffen werden soll.

Für ein Sole-Heilbad ist Grün ein Imagefaktor. Aber es gibt eben auch Bäume, deren Standort zumindest nicht optimal ist. Zum Beispiel, wenn das Wurzelwerk Kanäle beschädigt, wenn das Pflaster hochgedrückt wird oder dort, wo der Baum steht, doch eigentlich ein Radweg oder ein Parkplatz gut passen würden.

Anfragen und Anträge aus der Bevölkerung

Immer wieder gebe es Anfragen und Anträge aus der Bevölkerung mit dem Ziel der Fällung oder des Rückschnitts von gemeindeeigenen Bäumen und Sträuchern, so das Bauamt in der Vorlage für den Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt. Und natürlich stehen auch die Gemeindegremien gelegentlich vor der Frage: Ist das Baum oder kann das weg – wobei in aller Regel ohnehin Ersatz gepflanzt wird.

Das Problem ist aber auch ein zeitliches: Denn „Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze“ dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz nicht in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abgeschnitten, auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden. Gelegentlich sind also schnelle Entscheidungen gefragt, falls Fällen überhaupt eine Option ist. Denn die Last des Laubes mag für manchen Anlieger eines kommunalen Baumes drückend sein, eine Grund zur Kettensäge zu greifen, ist das nicht.

Entscheidung auf eine breite Basis stellen

Trotzdem: Aufgrund des eingeschränkten Zeitraumes sei es oftmals schwierig, politische Beschlüsse herbeizuführen, so das Bauamt. Und gerade bei Bäumen ist jede Verwaltung gut beraten, die Entscheidung auf eine breite Basis zu stellen. Oder, wie es das Bauamt in der Vorlage formuliert: Die Verwaltung möchte bei erheblichen Rückschnitten und Fällungen nicht auf eine Abstimmung mit Vertretern des Gemeinderates verzichten.

Was also tun, wenn von Bürgern Anfragen und Anträge kommen, gemeindeeigene Bäume zu fällen oder zumindest deutlich zurück zu schneiden? Oder diese den eigenen Planungen im Wege stehen? Dafür soll nun eine Baumschutzkommission gegründet werden, die selbst entscheidet oder die Frage an den Verwaltungsausschuss weitergibt – auf jeden Fall aber ihre Expertise einbringt.

Das sind die Mitglieder

Neben einem sachkundigen Vertreter der Verwaltung gehören ihr entsprechend der Sitzverteilung im Rat Markus Peters für die G4 und Henrik Schulte im Hof, Christoph Hoffmann und Bernd Rötrige für die CDU sowie gegebenenfalls die Ortsbürgermeister und zusätzliche sachkundige Personen wie zum Beispiel aus der Revierförsterei an.