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Teufelsskulptur am Glockensee in Bad Laer steht zurzeit ohne Glocke da Es fehlt ein teuflisches Detail

Von Kathrin Pohlmann | 19.07.2014, 11:00 Uhr

Der Kurpark liegt im Zentrum der Gemeinde Zwischen hohen Laubbäumen und einem Erlebnispfad können Besucher sich erholen und die frische Luft genießen. Doch dieser Ort hat auch eine dunkle Seite. Der Sage nach hatte der Teufel bei der Namensgebung des Sees seine Finger mit im Spiel. Und nun fehlt ihm ein wichtiges Detail.

Auch heute noch ist Luzifer allgegenwärtig in Bad Laer – und zwar in Form einer Skulptur des Osnabrücker Künstlers Werner Kavermann. Doch ein entscheidendes Detail fehlt ihr seit einigen Wochen. Die Glocke, die eigentlich in der Brust der Skulptur klingelt, sie ist verschwunden. „Sie ist im Kolk, wie die Sage es sagt“, erzählt Petra Grunert von der Gemeinde Bad Laer lachend. Anders könne sie sich das Verschwinden der Glocke nicht erklären. Denn laut der Sage riss der Teufel vor langer Zeit die Glocke vom Kirchturm der Gemeinde an sich und flog mit ihr zu Springmeyers Kolk. Dort verschwand der Teufel mit der Glocke in die Tiefe der Salzquelle. Da erst wurde dem Volk bewusst, dass sie vergessen hatten, die Glocke weihen zu lassen. Noch an hohen Festtagen hörte man verhalten das Läuten der versunkenen Glocke aus der Tiefe der Salzquelle am Kolk.

Ob der Teufel nun selbst am Werk war oder eher ein menschliches Wesen für das Verschwinden verantwortlich ist, eines ist klar: Von allein kann die Glocke nicht heruntergefallen sein. „Es kann sein, dass das Material ein wenig marode war und sich dann jemand daran zu schaffen gemacht hat“, sagt Grunert. Einem Bürger war das Fehlen der Glocke aufgefallen. Daraufhin suchte Grunert die Rasenflächen um die Skulptur ab – allerdings ohne Erfolg.

Künstler Kavermann geht davon aus, dass jemand mit einer Brechstange die massive Bronze-Glocke aus der Skulptur gebrochen haben muss. Oder es waren übersinnliche Kräfte mit im Spiel, scherzt er. „Es ist schon skurril. Aber es muss jemand mit Kraft die Glocke entfernt haben, und anschließend wurde sie dann vielleicht verkauft“, vermutet der Künstler. Auf dem Markt gibt es gute Preise für Metall. Nun muss eine neue Glocke her. Wann der Teufel wieder komplett sein wird, ist aber noch nicht klar – Kavermann schätzt in mindestens drei bis vier Wochen. Die Skulptur kann für die Arbeiten an Ort und Stelle bleiben, das Glöckchen wird dann angeschweißt.

Vor gut vier Jahren wurde die Skulptur feierlich enthüllt und im Park aufgestellt. Zuvor gab es aber Aufregung in der Gemeinde um den bronzenen Teufel. Seinetwegen gründete sich sogar eine Bürgerinitiative, die die Aufstellung verhindern wollte, weil der Teufel mit Glocke gegen die Grundsätze der Bad Laerer Christen verstoße. Das Bürgerbegehren hatte allerdings keinen Erfolg.