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Spikes, Stirnlampen und Katzen Weihnachtsfeier der Zusteller der NOZ Medien im Südkreis

Von Claudia Sarrazin | 03.12.2015, 16:19 Uhr

Ihr erstes Weihnachtspräsent erhielten rund 120 Südkreis-Zusteller des NOZ Medienvertrieb Osnabrück (MVO), eine der Gesellschaften der NOZ Medien, bei ihrer Weihnachtsfeier in den Westerwieder Bauernstuben in Zudem konnten sich langjährige Zusteller über eine Ehrung ihrer Arbeit freuen.

Der Veranstaltungsort gefiel: „Das ist was Ordentliches“, erklärte einer der Zusteller auf dem Weg zum Festsaal, in dem rund 120 Zusteller aus dem südlichen Landkreis von Clemens Hofstätter, Geschäftsführer des MVO , begrüßt wurden. Dieser stellte unter anderem noch einmal die beiden neuen Gebietsbeauftragten, Iris Böckmann-Block und Michael Rottmann, vor. Dabei erfuhren die Zusteller von den beiden, dass Rottmann sehr gerne Musik macht und lange in Bramsche tätig war. Und Böckmann-Block hat ein Faible für Autos und mag an ihrer Arbeit, dass „es nicht jeden Tag der gleiche Einheitsbrei“ ist.

Ehrung langjähriger Zusteller

Nach dem Kaffee erklärte Hoffstätter: „Eine Sache, die mich persönlich immer wieder rührt: Sie vollbringen jeden Morgen ein kleines Wunder.“ Denn auch „ab vom Schuss“ lieferten die Zusteller die Neue Osnabrücker Zeitung und die Post zuverlässig ab. (Weiterlesen: Die Ehrungen aus dem vergangenen Jahr) 

Dann ehrte er vier Zusteller, die seit Jahren auch bei Regen und Schnee dafür sorgen, dass andere ihre Zeitung beim Frühstück lesen können: Gisela Hempen aus Hagen sei beispielsweise seit zehn Jahren mit dabei und sei bei ihrer Arbeit pro Jahr 1428,8 Kilometer unterwegs, so Hofstätter. Auf die Frage, wie sie auf die Idee gekommen sei, Zeitungen auszutragen, antwortete Hempen: „Durch meine Mutter, die hat auch ausgetragen.“

Auch Jürgen Janböcke aus Bad Rothenfelde ist seit zehn Jahren für den MVO unterwegs, erst als Zeitungsausträger und nun als Postzusteller. Pro Monat trägt er 3500 Briefe aus. Die dritte Zustellerin, die für ihre zehnjährige Tätigkeit ausgezeichnet wurde, war Mathilde Knutzen aus Bad Iburg. Sie hat in der Zeit knapp drei Tonnen Papier bewegt. Nicht anwesend war, Gertrud Honerkamp aus Glandorf, die seit 20 Jahren Zustellerin ist.

30 Jahre Zusteller in Oesede

Dafür holte sich Achim Edelmann aus Georgsmarienhütte persönlich seine Urkunde ab. Er trägt seit 30 Jahren die Neue OZ aus – stets im gleichen Bezirk in Oesede. Beim Kaffee berichtete Edelmann: „Ich habe einen Zusatzverdienst gesucht, als wir eine junge Familie mit kleinen Kinder waren.“

Im Gedächtnis geblieben sei ihm auf jeden Fall der starke Schneefall vor zehn Jahren. „Da lag in den Wohnstraßen der Schnee einen halben Meter hoch, und eine Zustellung am Samstagmorgen bei ungeräumten Straßen war unmöglich“, so Edelmann. Nach einer halben Stunde habe er die Arbeit eingestellt. Doch am Sonntagmorgen, als die Straßen wieder passierbar waren, habe er die Zustellung nachgeholt.

Bei solchen Wetterlagen schwöre er auf seine Spikes, zudem sei er wie viele Kollegen auch, stets mit Stirnlampe unterwegs. Und was gibt es sonst noch Besonderes? „Ich habe als Zusteller hunderte von Katzen getroffen, aber eine mag mich nicht. Mit der stehe ich auf Kriegsfuß.“

Was Zusteller an ihrem Job mögen

Inzwischen ist Edelmann wie viele seiner Kollegen Rentner. Zu den wenigen jüngeren Zustellern gehört Nicole Sandfort. Die Mutter zweier Kleinkinder steht jeden Morgen um 2.30 Uhr auf und macht die Arbeit: „Weil meine Kinder dann gut versorgt sind, nachts ist mein Mann zuhause.“ Außerdem schätzt sie am Austragen, dass sie dann einfach Zeit für sich hat.

Ursula und Jürgen Drabert hingegen mögen an der Arbeit vor allem die Bewegung. „Und im Frühjahr das Singen der Vögel und die klare Luft – nicht so gut sind die Tage mit Sturm, Schnee und Regen“, fügte Jürgen Drabert hinzu und seine Frau berichtete: „Wenn es wirklich glatt ist, sind wir auch schon mal auf allen Vieren zum Haus hin, und dann zurück gerutscht.“ Doch wenn es zu gefährlich werde, warten die beiden, bis der Räumdienst die Straßen so weit frei gemacht habe, dass sie mit ihren Rädern sicher fahren können.

Franz-Josef Vogelsang hatte noch eine Anmerkung zum Thema Briefkasten: „Ich wünsche mir teilweise bessere Briefkästen, manche sind zu klein oder so voll, dass nichts mehr reingeht.“