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Sonnenschein-Preis verliehen Einsatz für gehandicapte Menschen belohnt

Von Stephanie Langer | 26.09.2011, 04:00 Uhr

Zum fünften Mal wurde gestern der Sonnenschein-Preis der Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück verliehen. Mit dem Preis werden ehrenamtlich tätige Menschen für besonderes soziales Engagement geehrt.

Da sich die Caritas in diesem Jahr mit der Kampagne „Kein Mensch ist perfekt“ für Menschen mit Behinderungen einsetzt, wurde das Preisgeld von 10000 Euro diesmal an Initiativen verteilt, die sich in außergewöhnlicher Weise für gehandicapte Menschen einsetzen. Der erste Preis ging an das Projekt „Ehrenamt auf Wanderschaft“, initiiert von den Ehrenamtlichen der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück.

„Menschen, die ehrenamtlich tätig sind, leben länger“, hatte Franz Loth in einer Studie gelesen. Bei der Preisverleihung im St.-Maria-Elisabeth-Haus in Bad Laer betonte der Direktor des Caritasverbands für die Diözese Osnabrück, wie wichtig das Ehrenamt für ein funktionierendes Gemeinwesen sei. „Heutzutage zelebriert die Gesellschaft einen Ego-Trip, vor lauter Fernsehen verlieren wir die Nah-Sicht.“ Man kenne sich in der Lindenstraße besser aus als in der eigenen Nachbarschaft. Umso wichtiger sei es, dass es immer noch viele Menschen gebe, die sich in ihrer Freizeit mit Freude für eine gute Sache einsetzten. „Sie stehen für 8000 Ehrenamtliche im Bistum Osnabrück“, würdigte Loth die Preisträger dieses Jahres.

„Ehrenamt auf Wanderschaft“, ein Projekt der Ehrenamtlichen der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück, wurde, wie erwähnt, mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Die Gruppe ist seit mehr als 30 Jahren auf den Wanderwegen des Osnabrücker Landes unterwegs. Die Routen werden genau auf die Fähigkeiten der gehandicapten Teilnehmer abgestimmt.

Der zweite Preis, wie alle anderen Preise dotiert mit 2000 Euro, ging an den „Freundeskreis Twistringen“. Planwagenfahrten, Bowling, Basteln – neun Betreuer, die hier „Gestalter“ heißen, organisieren regelmäßige Freizeitaktivitäten für 19 Menschen mit Behinderungen, beim Freundeskreis „Teilnehmer“ genannt.

Auf dem dritten Platz standen gleich drei Initiativen. In der Gruppe „Mikado“ aus Papenburg treffen sich seit sechs Jahren regelmäßig behinderte und nicht-behinderte Menschen zu Kegel- oder Gesangsabenden. Sie erhielten 2000 Euro für ihr Projekt, ebenso die „Puzzle-Gruppe“ aus Wietmarschen. Seit 1992 treffen sich hier rund 30 Menschen zu gemeinsamen Unternehmungen innerhalb der Kirchengemeinde. Außerdem auf Platz drei und um 2000 Euro reicher: die „Integrative Freizeit“ aus Bad Laer. Die 35-köpfige Gruppe verbringt jedes Jahr den Sommerurlaub zusammen. Der Sonderpreis, ein Wochenende auf Norderney, ging an Annemarie Depeweg aus Lehe. Sie kümmert sich seit Jahren um ihren behinderten Nachbarn Mathias Riepe (29) und gestaltet mit ihm gemeinsam ihre Freizeit.